Das jüngste Mitglied fehlte diesmal bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hammerbach. Aber zu dieser Uhrzeit schlummerte die zweijährige Sophie wahrscheinlich schon in ihrem Bettchen, im vergangenen Jahr hatte sie noch lautstark gegen den Bericht des Vorsitzenden protestiert.

Dafür war mit dem 84-jährigen Hans Weller das älteste Mitglied gekommen. Er wurde von der wiederum jungen Vorsitzenden Christina Harrer und Kommandant Christian Friese für seine 70-jährige Mitgliedschaft geehrt. "Damals ging es möglichst früh zur Feuerwehr, es gab ja fast nichts anderes und während des gesamten Krieges war aktiver Dienst bei der Feuerwehr angesagt", erzählte Weller, der dann später zwar nach Welkenbach heiratete, der Hammerbacher Feuerwehr aber treu blieb.

Die Vorsitzende und der Kommandant ehrten bei der Versammlung weitere Mitglieder für 20 und 25 Jahre Mitgliedschaft. Vor Beginn der Versammlung gab es aber noch eine wichtige Amtshandlung abzuwickeln: Ein stellvertretender Kommandant musste gewählt werden. Da es mit Florian Gein zer nur einen Bewerber gab, gab Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) schon nach wenigen Minuten das Ergebnis bekannt.
Ausführlich berichtete Friese von den 16 Einsätzen, der insgesamt 51 aktiven Feuerwehrleute. In den Reihen der drei Löschgruppen befinden sich 25 Atemschutzgeräteträger und es sind fünf Frauen sowie vier Jugendliche aktiv.

Die vier Brandeinsätze und elf technischen Hilfeleistungen summierten sich auf 464 Einsatzstunden. Die Hammerbacher Feuerwehr legt großen Wert auf Aus- und Weiterbildung. So wurden 38 Gruppenübungen, eine Gesamtübung und drei Unterrichtseinheiten abgehalten. Dazu kamen noch Lehrgänge für die Atemschutzgeräteträger, die Ausbildung zum Truppmann sowie ein Fahrsicherheitstraining für Maschinisten in Scheinfeld. Vier Jugendliche legten die Jugendleistungsspange ab und beteiligten sich am Wissenstest und zwei Feuerwehrfrauen besuchten das Frauenseminar. Besucht wurden aber auch die Schulungen, die bei der Stützpunktwehr in Herzogenaurach stattfanden.

Friese übte Kritik an der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle in Nürnberg. Der Kommandant meinte damit die Alarmierung bei den zahlreichen Unfälle zwischen Hammerbach und Weisendorf. So wurden innerhalb weniger Tage, bei Unfällen an gleicher Stelle, immer wieder andere Wehren alarmiert. "Wie soll ich da meine Leute noch motivieren, wenn wir bei Unfällen am Ortsrand überhaupt nicht alarmiert werden?", meinte Friese, denn der Alarmplan sei in Ordnung. Dem konnte Bürgermeister Hacker, der für die aktive Mannschaft sehr viel Lob übrig hatte, auch keine Lösung anbieten. "Die muss mit der Feuerwehrlandkreisführung erörtert werden", so sein Vorschlag.

Bürgermeister Hacker verwies auch auf die Einführung des Digitalfunkes, der im gesamten Landkreis als ein Pilotprojekt startet und für die Herzogenauracher Feuerwehren rund 147 000 Euro ausgegeben werden müssen. Matthias Rocca kündete dafür eine Schulung an. "Nur mit Einschalten der Geräte ist es nicht getan, die können nämlich etwas mehr." Der Herzogenauracher Kommandant kündigte noch eine weitere Pilotausbildung an, die einzige in Bayern. So wird die Grundausbildung geändert und als Modulausbildung in Herzogenaurach durchgeführt.

214 Mitglieder

Die Vorsitzende des 214 Mitglieder zählenden Vereins, Christina Harrer, berichtete von ihrem arbeitsreichen ersten Jahr als Vorsitzende. Bei einigen Veranstaltungen für die Mitglieder war allerdings der Wettergott nicht auf Seite der Hammerbacher. "Wir werden das eben in diesem Jahr wieder probieren und hoffen auf ein Einsehen von oben beim geplanten Grillfest", meinte die engagierte Vorsitzende. Die damit verbundenen Besuchszahlen machten sich auch in der Kasse bemerkbar.

"Das sind verkraftbare Verluste", meinte dazu Kassier Johannes Erhard. Trotz allem stellte der Verein der aktiven Mannschaft 680 Euro zur Verfügung, die dafür zehn Überjacken für die Atemschutzgeräteträger anschaffte. Vorsitzende Harrer lud gleich zum Schafkopfturnier am 16. Februar ein und am 7. Juli wird hinter dem Feuerwehrhaus gegrillt. Wenn sich genügend Mitfahrer melden, dann gibt es am 5. Oktober eine "Bremser-Tour", die nach Ingolstadt und Krassolzheim führen wird.