Ein jämmerlich zugerichtetes Bündel Fell auf dem Asphalt fiel einem Jäger auf, der an der Unterführung unter der B505 zwischen Aisch und Schweinbach unterwegs war, gerade noch erkennbar als ein totes Katzenbaby, das hier - weitab vom nächsten Dorf - Opfer des Verkehrs geworden war.

"Bei einem aufmerksamen Blick in die umgebenden Büsche entdeckte der Mann zwei weitere kleine Kätzchen, noch lebend", berichtet Sigrid Hader-Popp vom Höchstadter Tierschutzverein. "Sie waren offenbar zum qualvollen langsamen Sterben durch Verdursten und Verhungern hier ausgesetzt worden, denn alleine können so kleine Tiere dieses abgelegene Gebiet nicht erreicht haben."

Natürlich nahm der Jäger die Katzen mit und fuhr mit den armen Geschöpfen in das Oberndorfer Tierheim des Tierschutzvereins Höchstadt. Dort werden sie jetzt tierärztlich versorgt und mühevoll hochgepäppelt.

Auch heute noch kommt es immer wieder in den Dörfern vor, dass der unvermeidlich sich einstellende Nachwuchs der oft nicht kastrierten Katzen ertränkt, erschlagen oder "in den Wald gebracht" wird. "Da freuen sich die Füchse", habe das einmal ein Tierquäler kommentiert, der dabei ertappt worden war. Völlig unbegreiflich sei Hader-Popp, welche Art Mensch ein Tier aussetzt in der Absicht, es einen grauenhaften Tod erleiden zu lassen.
Im Frühjahr/Sommer komme es vermehrt vor, dass kranke oder unterernährte Katzen durch die Ortschaften laufen oder teilnahmslos an der Straße sitzen. Unversorgt seien die jungen Katzen den grassierenden Katzenkrankheiten schutzlos ausgeliefert. "Besorgte Bürger finden oftmals unterernährte oder kranke Katzen. Nicht selten sind diese geschwächten Tiere nicht mehr in der Lage, schnell genug die Straße zu überqueren, und bleiben tot oder angefahren liegen", weiß Hader-Popp.

Der Hauptgrund für diese Vorfälle sei die unkontrollierte Vermehrung der Tiere. Sie weist darauf hin, dass das Aussetzen und Töten von Katzen selbstverständlich verboten sei, "und eine unmenschliche und unchristliche Handlung ohnehin".

Die Kastration von Katern und Katzen sei die einzige akzeptable Weise, die Anzahl in vernünftigen Grenzen zu halten. Die Tierschutzvereine böten hier Hilfe in Rat und Tat an. Wie alle Tiere müssten auch Katzen richtig und regelmäßig ernährt, tierärztlich versorgt und geimpft sowie artgerecht gehalten werden. Dazu brauche es für viele Jahre die nötigen Räumlichkeiten, die erforderliche Zeit und die benötigten finanziellen Mittel.

Die Tierheime, die Katzen aufnehmen, seien randvoll, berichtet Hader-Popp: Das Tierheim Oberndorf beherberge zurzeit 91 Stubentiger. Darunter seien ganze Würfe Katzenwelpen, die irgendwo aufgefunden wurden, von Katzenschnupfen geplagt, fast erblindet, verwurmt, verlaust, halb verhungert. Unter ihnen befänden sich auch einige verstümmelte Katzen, die auf Feldern gefunden wurden und denen die Mähfahrzeuge eines Landwirts schwerste Verletzungen zugefügt haben.

Sigrid Hader-Popp sagt: "Das Problem ist der Mensch! Katzen werden immer noch allzu oft sich selbst überlassen, nicht kastriert, nicht geimpft und im Fall der sehr wahrscheinlichen Ausbreitung von Katzenseuchen in der sich vermehrenden Katzenpopulation nicht tierärztlich versorgt. Eine hochzivilisierte Gesellschaft wie unsere darf sich so etwas eigentlich ethisch und von der Vernunft her nicht mehr leisten!"