"Die schönsten Augenblicke sind die, in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort", unter diesem Leitgedanken stand die Abschlussfeier der Schule für Heilerziehungspflege/-hilfe der Barmherzigen Brüder Gremsdorf.
Bereits im Gottesdienst fand man Gründe für diese Devise. So seien die Schüler in den vergangenen Jahren den richtigen Menschen begegnet. Jeweilige Arbeiten wurden entsprechend gewürdigt. Ehrliche Schlussstriche konnten gezogen werden. Fehlendes Glück oder falsche Einschätzungen sprachen dann wohl eher für den falschen Ort oder auch die falsche Zeit. Es gebe, so Seelsorger Peter Jankowetz, jedoch einen Trost. Wir könnten "die schönsten und traurigsten Augenblicke in Gottes Hände" legen.
Im anschließenden Festakt begrüßten Geschäftsführer Günther Allinger sowie Frater Eberhard Michl den Ehrengast dieser Schulabschlussfeier, den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Dieser bedankte sich bei den Schülern der Gremsdorfer Fachschule für "das, was sie bereit sind, für andere zu leisten". "Sie können stolz auf Ihren Abschluss sein."
Herrmann verwies darauf, dass sich gerade der Beruf des Heilerziehungspflegers dahingehend ausrichte, dass alle Menschen gleich seien; auch unter christlichem Aspekt. Trotzdem sollte jeder auch seine ihm verliehenen Talente nutzen. Gerade dann, wenn diese für andere eingesetzt werden. Zweifelsohne sei es nicht immer leicht, jedem gerecht zu werden, sagte Minister Herrmann. Umso mehr habe er großen Respekt vor der alltäglichen Arbeit, die nun vor den 33 ausgebildeten Heilerziehungspflegern und zwölf Helfern liegt.
Der stellvertretende Schulleiter Jens Breuer wünschte den Absolventen, dass sie Arbeitsstellen haben werden, "in denen sie sich menschlich und fachlich wohlfühlen und ihr Gelerntes weiterentwickeln können". Mit Zuversicht und Hoffnung blicke er auf die nächsten Wochen und Monate und zwar auf den baldigen Beginn des dringend notwendig gewordenen An- und Umbaus der Schule. Außerdem verwies Breuer auf die Zusatzqualifikation einiger Schüler, die künftig als Fachkräfte in allen Einrichtungen der frühkindlichen Bildung wie in Kindergärten, Horten oder Kinderkrippen arbeiten können.
Der Schulsprecher aus dem Mittelkurs, Julian Pöhlmann, zollte seinen Kollegen, die nach einem endlos scheinenden Weg an ihrem Ziel angekommen seien, im Namen aller Studierenden seinen großen Respekt. Die Absolventen hätten bewiesen, dass sie "aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, etwas Gutes bauen können".
Hanna Hampel für ihren Notendurchschnitt von 1,55 sowie Jessica Bach (1,73), Kathrin Käfer (1,73), Inge Frei (2,09) und Theresa Leipold (2,09) aus dem Helferkurs wurden im Anschluss geehrt. Ein Blumengeschenk für ihre herausragenden Leistungen bekamen die Oberkursschülerinnen Bärbel Hebrank (1,20), Annamaria Lehle (1,40) und Julia Hartlehnert (1,50).