Auf Initiative von Dekan Kilian Kemmer fangen fünf indische Schwestern der "Herz Jesu Kongregation" am Kreiskrankenhaus an. Drei kommen bereits Anfang 2017 nach Höchstadt, zwei weitere folgen im Lauf des Jahres, teilt das Landratsamt mit.
Über den Baiersdorfer Pfarrer Monsignore Matthew Killiroor kam Dekan Kemmer auf den Orden in Mangalore im süd-westindischen Bundesstaat Karnataka. Killiroor stammt aus Karnatakas Nachbarbundesstaat Kerala. Für die Erzdiözese Bamberg pflegt er Kontakte in seine Heimat.
Albert Prickarz, kaufmännischer Leiter des Kreiskrankenhauses und Pflegedienstleiterin Bianca Dotterweich waren laut Pressemitteilung direkt Feuer und Flamme für Kemmers Vorhaben, indische Ordensschwestern für die Krankenpflege im Kreiskrankenhaus zu gewinnen. "Es ist heutzutage selten, wenn Ordensschwestern in einem nicht-konfessionellen Krankenhaus wirken.
Daher spreche ich allen Beteiligten ein riesiges Dankeschön aus", freut sich Prickarz.
Auch bei Landrat Alexander Tritthart (CSU) stieß Kemmers Idee auf offene Ohren. "Wir waren uns sofort einig. Eine solche Unterstützung ist in vieler Hinsicht ein Segen für unser Krankenhaus", begeisterte sich Tritthart, als der Dekan, die Generaloberin der Schwestern aus Rom, Mater Beatrice, sowie die Provinzoberin Indiens, Schwester Rosemary, auf einen Kurzbesuch ins Erlanger Landratsamt kamen.
Die beiden Besucherinnen machten sich ebenfalls ein Bild von dem neuen Wirkungsort des Ordens. In 13 Ländern arbeiten die "Herz Jesu"-Schwestern bereits in sozialen Einrichtungen. Höchstadt wird ihr erstes Arbeitsfeld in Deutschland sein. Bis Oktober lernen die ausgebildeten Krankenschwestern noch in Indien Deutsch. Nach ihrer Ankunft in Deutschland werden sie im Erlanger Waldkrankenhaus eingegliedert.


Caritas hilft bei Eingewöhnung

Der Caritasverband Erlangen-Stadt und der Landkreis Erlangen-Höchstadt übernehmen für die Schwestern die Verträge , mit denen der Einsatz im Krankenhaus geregelt wird, und kümmern sich um sie. Caritas-Geschäftsführer Markus Beck hat bereits viele positive Erfahrungen hinsichtlich der Einsätze indischer Schwestern in Caritas-Einrichtungen gemacht und weiß, was zu tun ist. Die fünf Ordensschwestern machen in Erlangen ihr Sprachdiplom und lassen sich ihre beruflichen Qualifikationen nach deutschen Kriterien zertifizieren. Anfang 2017 fangen sie dann in Höchstadt an. Auf Wunsch von Dekan Kilian Kemmer beziehen die fünf Nonnen, die in Höchstadt privat zur Miete wohnen werden, ihr neues Zuhause schon etwas früher, um sich in Ruhe einzugewöhnen.
"Für unsere Schwestern wird es kein einfacher Weg hierher", meint Schwester Rosemary. Dennoch freuen sich die Schwestern trotz der enormen Herausforderungen und der ihnen gestellten Aufgaben auf ihren Dienst in Höchstadt, versichert sie: "Meine Schwestern macht es glücklich zu spüren, dass sie hier gewünscht, erwartet, gebraucht und willkommen sind". Pflegedienstleiterin Bianca Dotterweich bestätigt dies: "Der feste Glaube an den Dienst am Menschen verbindet unsere weltlichen Mitarbeiter mit den Ordensschwestern. Darum wird es uns leicht fallen, sie bei uns aufzunehmen. Wir freuen uns auf sie."