"Jede neue Wohnung entlastet den Wohnungsmarkt", freute sich Bürgermeister German Hacker (SPD) ebenso wie die Mitglieder des Herzogenauracher Bauausschusses über zwei Bauanträge mit insgesamt 34 Wohneinheiten. Der Bürgermeister rechnete flugs nach und kam zu dem Ergebnis, dass die drei Mehrfamilienhäuser einen Ortsteil in der Größe von Dondörflein oder Steinbach aufnehmen können.
Auf einem rund 3000 m ² großen Grundstück an der Rilkestraße plant die Firma Rattmann Wohnbau eine Eigentumswohnanlage mit zwei freistehenden Häusern und einer Tiefgarage. In den beiden Wohnhäusern mit einer Gesamtwohnfläche von rund 1700 m ² entstehen einmal zehn sowie acht Wohneinheiten, darunter vier barrierefreie.
Da die geplante Wohnanlage nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr.
1 "Welkenbacher Kirchweg" entspricht, befürwortete der Bauausschuss Befreiungen für die Zahl der Vollgeschosse, Firsthöhe, Dachform und die Überschreitung der festgesetzten Geschossflächenzahl. Susanne Strater vom Planungsamt hatte kein Problem mit den Abweichungen, da der Bebauungsplan nicht mehr der heutigen Zeit entspreche und mit der Wohnanlage ein Übergang zu den Mehrfamilienwohnhäusern der darüber liegenden Kantstraße geschaffen werde. Nach Meinung von Kurt Zollhöfer passen die beiden Häuser nicht so richtig zum bestehenden Ensemble an der Rilkestraße, "aber ich nehme den Kompromiss in Kauf, schließlich wird dringend benötigter Wohnraum geschaffen", signalisierte der CSU-Stadtrat seine Zustimmung.
Dem Antragsteller wird empfohlen, eine angemessene Anzahl der Stellplätze derart anzulegen, dass sie den Anforderungen als E-Tankstelle für E-Mobilität genügen, zudem wird um die Beachtung der städtischen Pflanz- und Artenliste gebeten.
Eine Wohnanlage mit 16 Wohneinheiten, die die Firma Durst Projektpartner an der Hans-Sachs-Straße bauen möchte, war schon im Februar behandelt worden, und die Ausschussmitglieder hatten grünes Licht in Aussicht gestellt. Allerdings waren Fragen zur Anordnung der Stellplätze auf dem Grundstück des ehemaligen Spar-Marktes offengeblieben. Die bauliche Anlage entspricht auch nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 4 "Zwischen Nutzung und Flughafenstraße", weswegen ein Antrag auf Abweichung von den Festsetzungen gestellt wurde.
Diesem Antrag wurde ebenso ohne Diskussion zugestimmt wie den beantragten Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Das Amt für Planung, Natur und Umwelt verwies insbesondere auf den Vollzug des Bayerischen Naturschutzgesetzes und die Verordnung zum Schutz des Baumbestandes der Stadt Herzogenaurach. Auch in diesem Fall wurde besonders auf die E-Mobilität hingewiesen.
Weiterer neuer Wohnraum wird an der Daimlerstraße entstehen, die Firma Wimack Immobilien wird ein Zweifamilienwohnhaus zu einem Dreifamilienhaus umbauen. Auch in der Nähe der Hans-Maier-Straße soll ein Zweifamilienhaus errichtet werden. Carlo Dintslos stellte dazu einen Antrag auf Vorbescheid, er muss allerdings diverse Auflagen erfüllen, um die notwendigen Befreiungen zu bekommen.
Das geschichtsträchtige Haus in der Hauptstraße, das unter "Land des Lächelns" bekannt ist, lässt Besitzerin Britta Dassler derzeit zu einem Wohn- und Geschäftshaus umbauen. Im Laufe der Jahre wurde das Dach des historischen Gebäudes mit nicht gerade zum Haus passenden Dachfenstern versehen. Um auch das Dachgeschoss nutzen zu können, beantragte Dassler den Einbau von Dachgauben, denen auch im Februar als Einzelgauben zugestimmt wurde. In Absprache mit dem Denkmalschutz gab es eine Umplanung, anstelle von Einzelgauben wird das Dach nun mit einer Hopfengaube versehen.

Handy-Parken ohne Registrierung

Auch die Stadt selbst legte dem Bauausschuss einen Bauantrag vor. "Die Nachbarunterschrift liegt vor, das ist die Stadt selbst", kommentierte der Bürgermeister den Bauantrag für einen Bolzplatz in Hammerbach gegenüber des Sportplatzes. Da der Bolzplatz mit einem Ballfangzaun versehen wurde, war ein Bauantrag notwendig.
Der letzte Punkt der Tagesordnung beschäftigte sich mit dem Parkraum-Bewirtschaftungskonzept. Die künftig nach Fertigstellung des Parkdecks am Großparkplatz Schütt für mehrere Parkplätze vorgesehene Bewirtschaftungsmöglichkeit durch Handy-Parken soll für den Nutzer registrierungsfrei erfolgen. Damit soll Bürgern und Besuchern die Möglichkeit geboten werden, bequem und ohne lästiges Suchen nach Kleingeld einen Parkschein mit ihrem Mobiltelefon zu lösen. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung, Verhandlungen mit Anbietern von registrierungsfreiem Handy-Parken aufzunehmen und entsprechende Angebote einzuholen.