Die Orstfeuerwehr Boxbrunn löst sich zum 8. März auf, dies teilte Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) den Mitgliedern des Marktgemeinderates bei der jüngsten Sitzung mit. Bei einer Dienstbesprechung im Januar teilten die beiden Kommandanten Günter Möhring und Stefan Kleebauer dem Bürgermeister mit, dass der abwehrende Brandschutz sowie eine technische Hilfeleistung wegen der Unterschreitung der erforderlichen Mindeststärke nicht mehr gewährleistet werden kann.

Grundsätzlich liegt die Mindeststärke nach dem Bayerischen Feuerwehrgesetz bei 27 Feuerwehrleuten. In Ausnahmefällen reicht eine Mindeststärke von 18 Feuerwehrleuten aus. Der Ortsfeuerwehr Boxbrunn stehen derzeit lediglich nur noch 5 Feuerwehrdienstleistende zur Verfügung. Wenn nicht genügend Freiwillige vorhanden sind und auch nicht rekrutiert werden können, sieht das das Bayerische Feuerwehrgesetz zwei Alternativen vor. So sind Brandschutz und technische Hilfeleitung nicht mehr gewährleistet, wenn die Hilfsfrist von höchstens 10 Minuten nicht eingehalten werden können. So ist die Feuerwehr durch Heranziehung von Dienstpflichtigen zu ergänzen und auf die erforderliche Stärke zu bringen.

Die zweite Möglichkeit ist Auflösung der Ortswehr. Da der Brandschutz und die technische Hilfeleistung sowie Hilfsfrist von höchstens 10 Minuten durch die Freiwillige Feuerwehr Weisendorf gewährleistet werden kann. Nach kurzer Diskussion stimmte der Marktgemeinderat der Auflösung zu und vorhandene Fahrzeuge und Geräte werden vom Markt Weisendorf bzw. von den Ortswehren übernommen. Das Feuerwehrgerätehaus in Boxbrunn bleibt bestehen, dies sicherte Bürgermeister Süß den Boxbrunnern zu. "Der Schulungsraum kann künftig von der Dorfgemeinschaft für Zusammenkünfte genutzt werden", erklärte dazu der Bürgermeister. Auch um die Pflege des Gebäudes und der Außenanlagen werden sich die Ortsteilbewohner selbst kümmern. Stefan Süß (CSU) und weitere Mitglieder des Gremiums bedauerten die Auflösung und Süß befürchtet, dass mittelfristig weitere Ortswehren vor einer Auflösung stehen könnten.


Keine Kampfmittel

Eigentlich hofften die Mitglieder des Marktgemeinderates, dass es mit der Erschließung des Baugebietes "Buch - östlich der Hopfenleithe" schneller vorangeht. Jürgen Wagner vom gleichnamigen Ingenieurbüro erläuterte dem Gremium den Vorentwurf der Erschließungsplanung, die allgemein auf Gefallen stieß. Die Kampfmittelvorerkundung ist abgeschlossen und nach Auswertung der Luftbilder konnte keine potentielle Kampfmittelbelastung festgestellt werden. Das Baugebiet wird verkehrsberuhigt sein und inmitten des Gebietes werden Bäume und Straßenbegleitgrün für Aufenthaltsqualität sorgen. So wird auch in der Mitte ein Platz angelegt, der bei Bedarf bestuhlt und auch mit Spielgeräten ausgestattet werden kann. Auf Nachfrage erklärte Wagner, dass die Ergebnisse der Bodenproben abgewartet werden müssen, erst dann kann letztlich der fertige Erschließungsplan beschlossen werden.


Räte zuckten zusammen

Mit Beginn der Erschließungsmaßnahme, die Wagner mit rund 1,7 Millionen Euro bezifferte, kann frühestens im zweiten Halbjahr begonnen werden. Bei den Kosten zuckten einige der Ratsmitglieder etwas zusammen. Die genannte Summe konnte der Ingenieur aber auch begründen. So sei er an die obere Grenze gegangen, weil erst nach dem Ergebnis der Bodenproben feststehe, wieviel Boden ausgetauscht werden muss.

"Ich gehe davon aus, dass sich die Summe noch merklich reduzieren wird, aber wir haben uns mal auf Eventualitäten vorbereitet", erklärte der Planer. Günther Vogel (BWG/FW) drängte vor den Beschluss darauf, dass das Gefälle des geplanten Platzes von fünf auf drei Prozent reduziert wird.

Wagner konnte das nicht zusagen, denn die fünf Prozent Gefälle sind durchgehend. "Bei fünf Prozent rutscht noch kein Bierglas vom Tisch, außerdem kann man Tische auch querstellen", meinte dazu Hans Kreiner (CSU) nicht ganz ernstgemeint. Dem Vorentwurf wurde zugestimmt, die Fraktion der Grünen lehnte die Planung ab, sie stimmte insgesamt gegen die Ausweisung des Baugebietes.