"Jeder von euch ist in der Lage, Leben zu retten", erklärt Jessica Bönemann. Auf einer Veranstaltung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Freitag im Gymnasium Höchstadt konnten sich Schüler registrieren lassen, um Blutkrebspatienten zu helfen.
Die DKMS setzt sich bereits seit 26 Jahren dafür ein, passende Blut- oder Knochenmarkspender zu finden, um den betroffenen Kranken zu helfen. Im ersten Schritt muss sich hierfür der potenzielle Spender registrieren lassen, um in die Datenbank aufgenommen werden zu können. Hierzu wurde den Schülern ein Schleimhautabstrich entnommen. Anschließend wurden noch einige Daten abgefragt.
Wenn ein Patient nun eine Spende benötigt, versucht die DKMS, aus den rund 30 Millionen potenziellen Spendern einen passenden zu finden. Das ist allerdings trotz der hohen Zahl an Registrierten nicht ganz einfach, denn jeder siebte Betroffene findet keinen Spender. Rund 15 000 Gewebemerkmale müssen nämlich hierzu übereinstimmen. Die Hilfsaktion hat sich mittlerweile aber ein globales Netzwerk erstellt, weshalb Erkrankte sogar mit Stammzellen aus den USA, Indien oder Polen versorgt werden können.
Per Brief werden die Spender benachrichtigt, wenn ihr Blut gebraucht wird. "Man hat mich super beraten, ich konnte jederzeit sagen, ich möchte nicht spenden", erklärt Achim Engelhardt, Biologielehrer am Gymnasium. Letztendlich hat der Lehrer sich aber dafür entschieden und spendete 2006 seine Stammzellen.
Ganz einfach war die Behandlung für ihn aber nicht. Er selbst musste sich bereits vier Tage vor der eigentlichen Behandlung Wachstumsfaktoren spritzen, die ihm sehr zugesetzt hätten. Grippeartige Symptome sind die Folge. Die von der DKMS empfohlenen Medikamente, die der Lehrer zunächst ablehnte, hat er dann aber genommen, weswegen es ihm nach kurzer Zeit schon wieder besser ging.
Am Tag der Spende wurde Engelhardt an einen Kreislauf angeschlossen, bei dem seine Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert wurden. "Ich würde es jederzeit wieder machen", sagt Engelhardt anschließend.
Bereits 2010 hat das Gymnasium Höchstadt gemeinsam mit der DKMS eine Typisierungsaktion veranstaltet, bei der sich viele Schüler beteiligten. Zwei der damals typisierten Schüler konnten laut Achim Engelhardt letztendlich auch spenden und somit helfen.
Die DKMS selbst hat mittlerweile über 60 000 Spenden vermittelt, "durchschnittlich rund 17 pro Tag", sagt Jessica Bönemann. Auch am Gymnasium Höchstadt kam die Aktion erfolgreich an. Weit mehr als 50 Schüler der elften und zwölften Klasse haben sich registrieren lassen.