Ab jetzt heißt es
Daumendrücken für die neunten Klassen der Mittelstufe Plus des Höchstadter Gymnasiums: Beim "Prix Polar" wollen die Schüler ihr Schreibtalent unter Beweis stellen. Die besondere Schwierigkeit: Der Schreibwettbewerb findet als gemeinsame Aktion des deutsch-französischen Instituts (DFI) Erlangen und des Cornelsen Verlags auf Französisch statt. Zum ersten Mal richtet er sich an Schüler aus ganz Bayern, die Konkurrenz ist mit 50 teilnehmenden Schulen also auch größer als bei der ersten Ausgabe vor fünf Jahren, als der Wettbewerb auf Franken begrenzt war und Höchstadt den zweiten Platz belegte.
Dass sie der Herausforderung gewachsen sind, stellten die Höchstadter Gymnasiasten, die seit vier bzw. fünf Jahren Französisch lernen, bereits gestern beim Besuch der französischen Schriftstellerin und Schauspielerin Diane Giorgis unter Beweis. In einem Workshop gab die Autorin nach der Begrüßung durch Konrektor Roland Deinzer den Schülern Tipps zum Schreiben von Geschichten und stellte ihnen die Aufgabe, einen Dialog zwischen der Haupt- und einer Nebenfigur des Krimis zu verfassen - natürlich auf Französisch.
Auch sonst spielt Giorgis bei dem Wettbewerb eine wichtige Rolle: Von ihr stammt der Anfang des Kurzkrimis um den Umweltaktivisten Sartre und das mysteriöse Verschwinden eines Fischfangschiffes, den alle Teilnehmer fortführen müssen. Neben einer Idee, wie die Geschichte weitergehen und enden könnte, müssen die Schüler als Gruppe 20 Zeilen selbst schreiben. Giorgis verfasst eine Version des Krimis selbst und wird außerdem die zwei besten der eingereichten Ideen ausarbeiten. Alle drei Geschichten erscheinen anschließend in einer Sonderausgabe der "Série polar" des Cornelsen Verlags.


Mittelstufe Plus macht's möglich

Die Französischlehrerinnen Sabine von der Emde-Frank und Kathrin Penk werden die Klassen zunächst in Kleingruppen Ideen sammeln lassen, um dann die interessanteste zusammen mit allen Schülern weiterzubearbeiten. "Ich liebe solche Projekte, bei denen man nicht nur am Schulbuch klebt und die Schüler Kontakt zu Muttersprachlern haben", freut sich Emde-Frank. "Das ist aber nur in den Klassen der Mittelstufe Plus gut machbar, da man ein Jahr mehr Zeit hat."
Zum Schluss erklärte Paula Rauhut, Projektkoordinatorin beim DFI, die Regeln. Bis zum 30. Januar haben die Schüler Zeit, ihre Texte einzusenden. Eine Jury wählt dann aus allen Einsendungen vier Finalisten, die wiederum von Giorgis besucht werden, um zusammen mit der Autorin an ihren Texten zu feilen. Im April stehen die Gewinner fest. Aber natürlich geht es nicht nur ums Gewinnen. Der Wettbewerb soll neben der Fremdsprachenkompetenz auch die kreativen Fähigkeiten, die Lesekompetenz und die Medienkompetenz fördern.