Seit 26 Jahren pflegen die Mitglieder der Biotop- und Artenschutzgruppe des Höchstadter Fischereivereins Gräben und ökologisch wichtige Flächen, so auch das E-Center-Biotop. Doch was sie jetzt dort bei einem Kontrollgang erlebten, erschüttert sie: Bis auf eine kleine Wasserlache ist das Biotop fast völlig ausgetrocknet.

Der kleine Himmelsweiher hinter Schilf wurde einst vom Landratsamt angelegt und immer von den Mitgliedern der Artenschutz- und Biotopgruppe um ihren Sprecher Markus Schmitt betreut. Die Petrijünger setzten Fische ein, die für Eisvogel und Storch eine wichtige Nahrungsquelle vor allem im Frühjahr vor dem Schilfwuchs waren. Für die Pflege dieses Biotops im Herbst sorgten Erich Weidacher und ein Landwirt. Neben Rotfeder, Rotauge und weiteren Weißfischarten fanden auch Kleinfische wie der seltene Bitterling hier ihre Heimat.


Doch jetzt ist alles für die Katz, meinte Schmitt, die noch verbliebenen Fische holten sich Vögel. Von der ersten Stunde an dabei sind Fritz Ottlinger, Max Gulden und Paul Neudörfer. Sie haben so was noch nicht erlebt. Der Grund für das Austrocknen des Biotops liegt für sie auf der Hand: Der Schwarzenbachgraben hielt bisher den Wasserstand konstant. Doch aus dem Bach ist ein Rinnsal geworden. Auch bei den weiteren Kontrollgängen in den Aischauen hat sich gezeigt, dass Gräben ausgetrocknet sind und alle Besatzmaßnahmen, etwa mit dem auf der Roten Liste stehenden Schlammpeitzger, durch die Hitze zunichte gemacht wurden. Der einzige Trost an dem Tag war ein Rinnsal mit klarem Wasser, das von einer größeren Firma kommt und in dem noch Stichlinge am Leben sind. Diesen Kleinfisch hat die Gruppe vor über zehn Jahren erfolgreich eingesetzt.

An der alten Aischbrücke, wo die Gruppe Seerosen und Schwertlilien gepflanzt und so eine Kinderstube für Kleinfische eingerichtet hat, schnappen derzeit Rotaugen, Schleien und Karpfen nach Luft. Die Frage ist, wie lange die Flossenträger noch aushalten können. pn