Schüler der Musikschule waren ebenfalls gekommen, um die Texte der Autoren mit ihrem musikalischen Können zu verzieren. Zum Leidwesen der Organisatoren blieben die etwa 20 Akteure des Abends wohl auch wegen der sommerlichen Temperaturen fast unter sich.
Allerdings konnte dies der Qualität der dargebotenen Texte, Musikstücke und Lieder kaum Abbruch tun. Mit großer Freude und ungebrochenem Engagement trugen die Autoren in lockerer und heiterer Form ihre Texte vor, und die jungen Musiker der Musikschule legten sich ordentlich ins Zeug und spielten ihre Beiträge in hoher Qualität und mit voller Hingabe. Die Synthese von gelesenen Texten und zu Gehör gebrachten Leckerbissen der klassischen Musik ist vielfach erprobt und gelang auch an diesem Abend hervorragend.
Vom Autorenkreis lasen Julie Thoma, Wolfgang Pflügner, Roland Förster, Alexander Czoppelt und Dieter Gropp. Pflügner, Förster und Gropp lasen vorwiegend aus ihren Texten, die in der Autorenkreis-Anthologie "Der Frühling küsst die Liebe wieder wach" vor etwa drei Jahren veröffentlicht worden waren.
Der Autorenkreis hatte zu diesem Thema schon einmal eine Lesung durchgeführt. Es war damals der Wunsch des Publikums, diese Texte doch einmal in einem Buch lesen zu können. So entstand nach "Wortüber - wortunter" die zweite Anthologie des Autorenkreises. Mittlerweile erschien die dritte, viel beachtete Trauer-Anthologie unter dem Titel "Brücken für dich" in Zusammenarbeit mit dem Hospizverein. Eine vierte Anthologie ist in Vorbereitung.
Diesmal will der Autorenkreis zeigen, dass er auch die heitere Seite beherrscht. Satirische und lustige Texte sollen diesmal den Inhalt bestimmen. Die Lesung am Freitag legte Zeugnis davon ab, dass die Autoren auch das können. Julie Thoma hatte eigens für diese Lesung am gleichen Tag noch zwei Werke verfasst, über den Frühling und über die Uehlfelder Störche. Alexander Czoppelt kann auf einen großen Reichtum an veröffentlichten Texten zurückgreifen und legte Zeugnis seiner Vielseitigkeit ab.


Aufregung ließ schnell nach

Die jungen Musikanten der Musikschule ließen mit beinahe virtuos gespielten Beiträgen aufhorchen. Ob Cindy Lu mit ihrem "Die fabelhafte Welt der Amélie" oder ihr Bruder Henry mit "Once upon o time in summer", beide am Flügel, oder Roman Paulini mit "Le petit negre", einer modernen Querflöten-Bearbeitung - sie spielten sich in die Herzen der Zuhörer. Cindy war anfangs wohl noch etwas aufgeregt, mit ihrem zweiten Stück "River flows in you" jedoch ließ sie sich nicht mehr aus ihrem gekonnten Spielfluss bringen. Felix Stier kommt mit seiner Gitarre aus der hervorragenden Schule von Bernd Heckel und spielte sein "Cosmic Guitarman" mit lockerer Virtuosität.
Wie schon zum Muttertagskonzert in der Christuskirche sangen Susanne Gabler und Stefanie Lunz das Liebeslied "Ich wollt, mein Lieb ergösse ... " sauber und hingebungsvoll. Die beiden Lehrerinnen der Musikschule, Claudia Schulten-Kuth und Jelena Roos, begleiteten die verschiedenen Schüler-Beiträge am Flügel und gaben in jeder Hinsicht den Nachwuchsmusikanten die musikalische Sicherheit.
Nach der Veranstaltung waren sich alle Akteure darin einig, dass man sich mit diesem Abend gegenseitig eine große Freude bereitet habe. Jelena Roos bedankte sich bei den Autoren und die wiederum brachten ihre Freude über das musikalische Engagement bei dieser Lesung mit lebhaftem Beifall zum Ausdruck.