Es ist eine Wahl im Schnelldurchlauf. Zwischen der ersten offiziellen Erklärung, ein Amt anzustreben, und dem eventuellen späteren Wahlsieg liegen oftmals mehrere Monate. In Höchstadt soll sich das jedoch ändern - jedenfalls bei der Suche nach der ersten Bierkönigin. Schon in zwei Wochen soll feststehen, wer die Biertradition der Stadt zukünftig repräsentieren und das Tourismusbüro auf Messen und Veranstaltungen begleiten wird. "Höchstadt braucht einfach eine Königin", sagt Sandra Hammer, Leiterin des vor zwei Jahren gegründeten Tourismusbüros. "Das war ohnehin schon lange unser Wunsch."

Eile ist deshalb geboten, weil der Bayerische Rundfunk mit seiner "Radltour" auch in Höchstadt Station machen wird und dem Zuschauer jeden Zwischenstopp in einem kleinen Film näher bringen will. Dieser soll in rund 14 Tagen gedreht werden und auch Höchstadts Bierkönigin thematisieren. "Davon soll sich jetzt aber niemand abgeschreckt fühlen. Wir sind immer dabei und stehen unterstützend zur Seite", erklärt Hammer. Präsentiert wird die Siegerin offiziell allerdings erst am 7. August beim Kellerbergfest.

Schon auf den Werbetouren mit dem sogenannten "Nostalgie-Truck", einem umgebauten Oldtimer-Bus, bietet das Tourismusbüro meist auch Kellerbier als Kostprobe an. Demnächst soll nun auch ein Gesicht mit dem Produkt verbunden werden können. "Die Königin soll unser Bier charmant vertreten und ich bin mir sicher, dass sie heißbegehrt sein wird", sagt Hammer.

Krone auf Zeit

Auf ihr Aussehen verlassen sollte sich die zukünftige Königin allerdings nicht. "Es sollte auch nicht ausreichen, nur Bier trinken zu können", sagt Karsten Wiese - und seine Meinung hat Gewicht. Der Vorsitzende des Kellerbergvereins hat zusammen mit Bürgermeister Gerald Brehm (JL) das letzte Wort, wem die Krone für zwei Jahre aufgesetzt wird. "Es wäre gut, wenn sie Ahnung hätte und für sie Bier nicht gleich Bier wäre."

Auf die Bewerberinnen wird daher wohl nicht nur ein kleiner Geschmackstest zukommen, in dem die Unterschiede der verschiedenen Sorten dargelegt werden sollen, sondern auch Wissensfragen. "Was das Reinheitsgebot ist, welche Inhaltsstoffe es gibt, und was der Unterschied zwischen untergärig und obergärig ist sollte sie erklären können", so Wiese.

Nur müde belächelt

Der Bierkenner ist ebenso überrascht wie erfreut darüber, dass nun nach einer Repräsentantin für die Höchstadter Brautradition gesucht wird. Als er den Vorschlag vor rund einem Jahr seinen Vorstandskollegen unterbreitet habe, sei er dafür nur müde belächelt worden. "Daraufhin habe ich die Idee erstmal verworfen, aber jetzt kam die Stadt völlig unabhängig davon auf mich zu", sagt Wiese.

Für ihn diente die Aischgründer Karpfenkönigin Kathrin Uano Vorbild. "Ich finde, dass sie das richtig gut macht und für die Region einen großen Werbewert hat." Darauf hofft auch Hammer, die gerne von den großen "K's" der Region spricht. Denn neben der Karpfen- gibt es zudem noch in Baiersdorf die bayerische Kren- und in Ipsheim die Weinkönigin. Diese seien auf den Fach- und Regionalmessen stets gut gefragt. "Jetzt kommt mit der Kellerbierkönigin, die außerdem nicht an eine bestimmte Saison gebunden ist und daher ganzjährig angefragt werden kann, ein weiteres ,K' hinzu", sagt sie. Jetzt fehle im Grunde nur noch eine Kräuterkönigin. "Aber die kommt dann vielleicht im nächsten Jahr."


Der Weg zu Bierköniginnen-Würden

Bis Freitag, den 19. Juni 2015, haben interessierte Frauen zwischen 18 und 30 Jahren Zeit, sich eine Bewerbung durch den Kopf gehen zu lassen. Wer davon überzeugt ist, in den kommenden zwei Jahren die richtige Repräsentantin der Höchstadter Biertradition zu sein, soll dies in einer kurzen Bewerbung in ein bis zwei Sätzen begründen. Die Unterlagen nimmt das Höchstadter Tourismusbüro per Post (Obere Brauhausgasse 3, 91315 Höchstadt) oder per E-Mail (tourismus@hoechstadt.de) entgegen.