HöchstadtIm vergangenen Sommer war die Toilettensituation an der Realschule in Höchstadt schlimm: Durch die andauernde Hitze stanken die stillen Örtchen - und das nicht zum ersten Mal.

"Es ist schon jahrelang ein Leiden", erklärt Andreas Hänjes. Er stellte mit seiner SPD im November des vergangenen Jahres einen Antrag, um die Toiletten auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die Belüftung solle verbessert, aber vor allem auch zusätzliche Toiletten für Mädchen angeschafft werden.

Damals hieß es, dass die Frauen schon von Anfang an benachteiligt gewesen seien. Laut Hänjes gebe es dort Staus vor den Toiletten, weil einfach nicht genug Plätze zur Verfügung stünden. Deshalb könnte sich der Höchstadter Stadtrat auch einen Anbau vorstellen, damit dann genügend stille Örtchen für Mädchen da wären.

Im Winter nicht so schlimm

Dem Thema Geruchsbelästigung hat sich das Landratsamt bereits gewidmet. In den Sommerferien 2018 wurden neue Lüfter eingebaut, damit die Gerüche reduziert werden. Außerdem wurden spezielle Reinigungen vorgenommen.

Die 2005 eröffnete Realschule Höchstadt musste in den letzten Jahren immer wieder ob baulicher Mängel renoviert werden.

Die Temperaturen klettern aktuell wieder das Thermometer hinauf - und mit den Gradzahlen bei der Elternbeiratsvorsitzenden Sonja Lang auch die Angst, dass es heuer erneut so unangenehm riechen wird. "Die Situation hat sich nicht wesentlich verbessert", merkt sie an.Im Winter sei die Geruchsbelästigung nicht so schlimm wie im Sommer, weshalb sie "gespannt" auf die warme Jahreszeit sei.

Die Schule bemühe sich laut Lang unterdes, die Toiletten so sauber wie möglich zu halten. Anfang des Schuljahres hätten Schüler diese immer wieder mutwillig verschmutzt, das Problem habe man mittlerweile aber im Griff. Es sei kein Dauerzustand, sondern Phasen, die die Schüler selbst verursachen.

"Man hört von Kindern immer wieder, sie sind froh, wenn sie in der Schule nicht auf die Toilette müssen", merkt Lang an. Dass es zu wenig Toiletten an der Realschule gibt, kann sie zwar bestätigen, sieht aber eine aussichtslose Situation. Das Gebäude gäbe eine Erweiterung nicht her, eine Verbesserung der Situation sei nur eingeschränkt möglich.

Positiv in diesem Zusammenhang sei laut Schulleiterin Jutta Romeis aber, dass die Anzahl an Schülern abgenommen hat. 800 Kinder und Jugendliche besuchen aktuell die Realschule. Die Frequenz an den Toiletten habe deshalb abgenommen.

Für 850 Schüler ausgelegt

Auch das Landratsamt Erlangen-Höchstadt bestätigte das auf Anfrage des FT: "Die Anzahl der Toiletten entspricht dem, was für 850 Schüler gefordert ist", erklärt Pressesprecherin Hannah Reuter-Özer.

Demnach werde man sich im Sommer das Objekt noch einmal anschauen und die Situation bewerten. "Wenn dann etwas ist, werden wir das anpassen", versichert die Pressesprecherin weiter. Jutta Romeis sagt aber auch, sie könne sich zurzeit nicht über die Situation beklagen. "Wir sind ständig am arbeiten, um die Dinge zu verbessern", erklärt die Schulleiterin. Doch der nächste Sommer kommt bestimmt.