Das Dröhnen der Motoren hatte am Flugplatz Herzogenaurach einen ganz besonderen Klang. Der Geruch von Benzin und Gummi auf Asphalt lag in der Luft. Das erste Histo-Revival in Herzogenaurach öffnete am Vormittag seine Pforten. 19 historische Renn- und Serienfahrzeuge zogen in Präsentationsfahrten ihre rasanten Runden über die Startbahn und den Taxiway.

Die erste der drei Gruppen brachte mit Alfa-Romeo und anderen italienischen Fahrzeugen den Süden auf den Asphalt. BMW, Porsche, Mini, Ford und andere Marken waren in Gruppe zwei und drei vertreten. Die ersten beiden Läufe dauerten pro Gruppe 25 Minuten, später wurden die Stints auf 20 Minuten verkürzt.

"Es ist eine einwandfreie Organisation und macht Spaß", klang es unisono aus den Fahrerlagern. Und das, obwohl erst am vergangenen Montag die schriftliche Genehmigung vom Landratsamt Erlangen - Höchstadt und vom Gesundheitsamt vorlag. "Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt war super, sie waren sehr bemüht, das Event stattfinden zu lassen",sagte Organisator Jo Dornhofer.

Zwischen den einzelnen Stints wurde in den Fahrerlagern geschraubt, gefachsimpelt oder einfach das Event genossen.

Fritz Wenger, 75 Jahre alt, in Fachkreisen als der "Alfa-Papst" bekannt, reiste aus Österreich an, um mit Markus Spiridigliozzi seine Runden am Flugplatz zu drehen. Spiridigliozzi wollte bereits als Kind Rennfahrer werden. Nun ist es sein Hobby, das er begeistert ausübt. Auch von diesen Fahrern wurde die sehr gute Organisation gelobt.

Italiener ist heimlicher Star

Der heimliche Star unter den Fahrzeugen war ein Alfa Romeo GTA 1300 Junior. Dieser Wagen wurde ab 1969 durch das "Zetor Racing Team Brno" in der Tourenwagen-Europameisterschaft und der Tschechoslowakischen Landesmeisterschaft gefahren. 1980 und 1981 erreichte der Wagen mit dem Fahrer Jan Hermánek den dritten Platz in der tschechischen Bergrennmeisterschaft.

1980 und 1981 wurde der Fahrer Marian Rajnoha zweimal in Folge tschechischer Landesmeister für Bergrennen. Dann verschwand der Alfa in einer Scheune, bis er von Marcel Renc entdeckt, gekauft, originalgetreu restauriert wurde und jetzt bei Veranstaltungen gefahren wird.

Doch nicht nur auf dem Flugfeld war etwas geboten. Auch etwas abseits der Rollbahn gab es Interessantes zu entdecken.

Eine Tin Lizzy zum Beispiel, die am Rande parkte. Der Ford, Baujahr 1923, von Harald Poellot zog viele neugierige Blicke auf sich.

Spaß machte es nicht nur den Fahrern, auch die zahlreichen Zuschauer begeisterten sich für die Veranstaltung.

Gegen die Corona-Tristesse

"Endlich ist wieder etwas los! Ich vermisse das Flugplatzfest und die Skate-Night", äußerte die Besucherin Iris G. Und Heribert Spieß, der in "normalen Zeiten" das Oldtimertreffen am Weihersbach organisiert, meinte: "Wir wollten in diesem tristen Jahr trotz Corona etwas auf die Beine stellen". Die Besucher nahmen es dankend an und verfolgten fasziniert die Runden, Brems- und Überholmanöver auf dem Rollfeld. "Absolut grandioses Event! Vielen Dank an die Veranstalter!", stellte Elmar K. fest.

Hoffentlich gibt es eine Wiederholung - das war der Wunsch sowohl der Gäste als auch der Teilnehmer.

Von Birgit Jentsch

Ein Video zur Veranstaltung finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=7fvPZmPztPU&list=PLXM3WaXq8jvZD35OOaMWaAiWEZGqE3Myf&index=1