Die Gemeinde müsste damit keine eigene Kläranlage bauen, und das jetzige Provisorium in Hannberg kann entfallen. Heßdorf müsste lediglich für alle Ortsteile die Voraussetzungen schaffen, dass die Abwässer den Vorschriften entsprechend zur Erlanger Kläranlage übergeleitet werden können.

Jetzt stellten Andreas Zacherl und Christian Schmaus von der Herzogenaurach Ingenieurgesellschaft GBI den Heßdorfer Gemeinderäten eine Planung vor, die Kosten von rund 2,5 Millionen Euro mit sich bringen würde und damit rund 700 000 Euro. Eine erste Kostenschätzung lag noch bei rund 3,2 Millionen Euro.

Neues Betriebsgebäude

Wie Zacherl erläuterte, konnte durch Verhandlungen mit dem Wasserwirtschaftsamt die ursprüngliche Planung geändert werden und es entfallen zum Beispiel ein Rechen sowie ein Sandfang zur Vorklärung. Die Planer schlugen vor, einen aufgelassenen Weiher auf der Hannberger Entwässerungsanlage als Durchlaufbecken auszubauen und außerdem ein neues Betriebsgebäude zu errichten. Das jetzige Gebäude aus Holz sei marode und verfüge außerdem nicht über notwendige und auch vorgeschriebene Räume. In den Neubau wird dann eine Steuerwarte eingebaut, und außerdem ist geplant, sämtliche Ortsteile mit dieser Warte zu verbinden. Dort laufen dann Fehlermeldungen und Störungen auf und der Klärwärter muss nicht ständig zwischen den Außenstationen pendeln, um die Pumpen zu kontrollieren.

Eine Ertüchtigung der Außenstationen in den Ortsteilen ist unumgänglich, die Pumpstationen müssen auf den neuesten Stand gebracht und auch bauliche Schäden beseitigt werden, erklärten die Ingenieure. Dafür werden rund 280.000 Euro eingeplant. "Das sind Schätzkosten, und wir bewegen uns damit auf der sicheren Seite", erklärte Zacherl.

Das Büro GBI rechnet mit einer Fertigstellung zum Jahresende 2016, wenn im Mai nächstes Jahr begonnen werden kann. Zudem sollen die Abwasserleitungen der Gemeinde digital erfasst werden. Im Zuge verschiedener Baumaßnahmen und bei Kamerabefahrungen ist dies teilweise bereits geschehen.

Da auch die Hausbesitzer ihre Hausanschlüsse auf Dichtheit prüfen müssen, wird ihnen GBI ebenfalls eine Untersuchung anbieten. GBI will damit erreichen, dass nicht unseriöse Firmen die Hausbesitzer über den Tisch ziehen, wie es bei angeblichen Schäden am Dach immer häufiger zu lesen ist. "Wir können gewährleisten, dass die von uns beauftragte Firma korrekt und seriös arbeitet", erklärte Zacherl. In dieser Angelegenheit soll es für die Bevölkerung noch eine Informationsveranstaltung geben.