Der Name Albrecht Dürer ist auch in Herzogenaurach ein Begriff. Ob aber die Besucher des Nürnberger Volksfestes im April wissen, dass das Motiv des diesjährigen Sammelkruges eine Herzogenauracherin entworfen hat, ist eher unwahrscheinlich.

Nürnberg feiert heuer das "Jahr der Kunst" und das ist vor allem ein "Dürer-Jahr", bei dem einer der berühmtesten Söhne der Stadt Nürnberg, der Maler Albrecht Dürer, geehrt werden soll. Ilonka Münsterer-Maar, eine in Nürnberg geborene und in Herzogenaurach lebende Künstlerin, entwarf das Motiv des diesjährigen Kruges.
Die Herzogenauracher Malerin ist Vorstandsmitglied im Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach. Sie hat den Abschluss "Diplom-Verwaltungswirt" und beschäftigt sich als Ausgleich zur Berufstätigkeit nebenbei kreativ.

Münsterer-Maar besuchte verschiedene Kurse in Keramikarbeiten und Schmuckdesign und befasst sich seit geraumer Zeit intensiv mit Aquarell- und besonders der Acrylmalerei. Die Künstlerin arbeitet und experimentiert gerne mit unterschiedlichen Fremdmaterialien, wie Sand, Holzasche, Sprühlack und Kaffeesatz, erzählt sie.
Mit ihrer Malerei versucht sie, die Schönheiten der Natur einzufangen und auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. "Es ist mir ein Anliegen, den Betrachter meiner Bilder an der Freude und Faszination, die ich dabei empfinde, teilhaben zu lassen", beschreibt Münsterer-Maar ihre Motivation. Als Fränkin, besonders als Nürnbergerin, verfolgt die Künstlerin natürlich auch das kulturelle Leben ihrer Geburtsstadt.


Bunt und originell


Als für das Jahr 2011 ein Motiv für den Sammlerkrug gesucht wurde, war es für die Künstlerin eine Selbstverständlichkeit, an dem ausgeschriebenen Wettbewerb teilzunehmen. Die eingereichten Entwürfe waren ausnahmslos von hoher Qualität und der Jury sei damals die Entscheidung sehr schwer gefallen, die Herzogenauracherin kam auf den dritten Platz.

"Dieser Platz war schon eine Anerkennung und Ansporn, mich für den Wettbewerb am diesjährigen Krug wieder zu beteiligen", erzählte Münsterer-Maar kämpferisch.
Bunt, originell und unverwechselbar soll er sein, der Aufdruck für den Steinkrug des Volksfests, wie die Vorgabe bei der Ausschreibung lautete.

In diesem Jahr steht das Nürnberger Volksfest ganz im Zeichen von Albrecht Dürer. Was lag für die Künstlerin näher, als für den Krug eine Illustration mit dem Konterfei des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt zu fertigen.
Das Votum der Jury, der neben Mitgliedern des Schaustellerverbandes auch die Festwirte der großen Bierhallen sowie Medienvertreter angehörten, fiel dann auch einmütig aus. Da im Germanischen Nationalmuseum heuer, anlässlich der großen Dürer-Ausstellung der Maler im Mittelpunkt stehen wird, war die Jury der Meinung, dass dieser auch für den Volksfestkrug passt.

"Ich glaube schon, dass dies eine Anerkennung meiner Arbeit ist - natürlich freue ich mich, keine Frage", lächelte Münsterer-Maar und präsentierte ihren Ausdruck.
Ilonka Münsterer-Maar darf sich über 1500 Euro Preisgeld freuen, die Entwürfe, die auf dem zweiten und dritten Platz landeten, wurden ebenfalls mit Preisgeldern (1000 und 500 Euro) honoriert. Der Krug wird am 10. April während des Frühlingsfestes zum Aktionspreis von 9,99 Euro verkauft — gefüllt mit einer Maß Bier. Zieht man den Bierpreis (7,90 Euro) ab, kostet ein Krug lediglich 2,09 Euro.

Gleichzeitig macht die Herzogenauracher Künstlerin auch auf ihre Ausstellung "Natur trifft Farbe" aufmerksam. Vom 1. bis 29. Februar sind die Werke im Rathaus des Marktes Heroldsberg zu sehen. Die Motive zeigen heimische Gärten ebenso, wie die afrikanische Tierwelt und Gärten aus Südafrika.


Sammlerkrug für alle


Die bewegte Geschichte des Nürnberger Volksfestes begann im Jahr 1826, als die Bürgerschaft der Stadt Nürnberg beschloss, den Geburts- und Namenstag von König Ludwig I. festlich zu begehen. Das Nürnberger Volksfest ist jünger als andere, hat aber ebenfalls bereits eine stolze Tradition: Sie beginnt 1826 auf der "Petersheide" (an der heutigen Scharrerstraße) mit 65 Buden, die alle Bier ausschenkten, und Belustigungen wie Pferderennen, Baumklettern und Pistolenschießen.

So wird zumindest auf dem Sammlerkrug Albrecht Dürer zu sehen sein, wenn schon die Alte Pinakothek in München und die Wittelsbacher Dürers "Selbstbildnis mit Pelzrock" nicht an das Germanische Nationalmuseum ausleihen wollen. Deswegen sind derzeit die Politiker aktiv und sowohl Ministerpräsident Horst Seehofer als auch Finanzminister Markus Söder wollen sich dafür einsetzen, dass das berühmteste Bild von Dürer nach Nürnberg kommt.

Bei den Franken schlagen die Wellen. Fanz H., ein alteingesessener Nürnberger, der ab und an nach Falkendorf ins Wirtshaus Jordan zum Frühschuppen kommt, schimpfte kräftig. "Was bilden sich diese Münchner überhaupt ein, Dürer ist in Nürnberg geboren, hat dort gelebt und ist dort gestorben. Also gehören seine Werke nach Nürnberg", polterte der Nürnberger Geschäftsmann.
Vielleicht nimmt er ja für künftige Frühschoppen einen Dürer-Krug vom Volksfest. Das besänftigt ihn dann doch sicher etwas.