Die Herzogenauracherin Regina Welker war Gründungsmitglied des Lokalsenders Herzo TV und startete dadurch ihre Film- und Fernsehkarriere. Mit dem Animationsfilm "Latte Igel und der magische Wasserstein" feiert sie nun ihr Kinodebüt.

Regina Welker wuchs in Herzogenaurach auf. Sie interessierte sich immer für Kunst, Malerei, Bildhauerei und Fotografie und war Gründungsmitglied von Herzo TV im Jahr 2002. Entstanden war Herzo TV aus der Videogruppe am Herzogenauracher Gymnasium, angeleitet von Bärbel Gundermann und unterstützt vom damaligen Stadtwerkechef Dieter Lohmaier.

Während ihrer Zeit bei Herzo TV betreute Regina Welker in der Redaktion die Sendungen "Jetzt" (Jugendmagazin), "Abgeschmeckt" (Kochsendung) und Sondersendungen. Mit den ersten Schritten in der TV-Unterhaltung hat sie auch ihre Liebe zum Erschaffen von animierten Welten entdeckt. Nach dem Abitur machte sie ihren Abschluss an der Filmakademie Baden-Württemberg am Institut für Animation und Effects (2005-2012).

Ihre Kurzfilme waren weltweit auf Festivals erfolgreich, was sie in die Werbebranche führte. Als erfolgreiche Werbefilm-Regisseurin und Kreativdirektorin ist sie ein wesentlicher Bestandteil der Produktionsfirma Woodblock. Aber auch längere Formate wie "Branded Shorts" für Playmobil sind eine perfekte Spielweise für sie, um Werbung und Film zu vereinen. Seit April 2017 führt Regina Welker Regie bei ihrem ersten Kinofilm "Latte Igel und der magische Wasserstein".

Der computergenerierte Animationsfilm ist eine internationale Co-Produktion zwischen Dreamin' Dolphin Film, Eagle Eye Filmproduktion und Grid Animation. Der Film kommt im Januar 2020 weltweit in die Kinos.

Neben ihrer Regietätigkeit ist sie Gastdozentin für Animationsfilm und Dramaturgie. Ihre Bilder sind klar, simpel und unschuldig, aber mit einer emotionalen Tiefe. Der Animationsfilm erlaubt ihr, ein schwieriges und komplexes Thema mit einer Metapher zu vereinfachen. Diese Intensivierung durch minimale Darstellung macht den Animationsfilm für sie so spannend. Auch wegen der endlosen Freiheit, der Erzählform und des Facettenreichtums der unterschiedlichen Stile ist der Animationsfilm für Regina die Wahl der Ausdrucksform.

Im Kinderbuch ist Latte ein Junge, aber auch ein weibliches Wesen kann solche Abenteuer erleben, waren sich die Filmemacher einig. Ursprünglich wurde er in Englisch gedreht und dann mit französischer Sprache unterlegt. In Frankreich ist der Film bereits vor zwei Wochen angelaufen.

"Es war cool, ihn auf einer großen Leinwand zu sehen!", so Regina Welker. Denn im Entstehungsprozess konnten ihn die Beteiligten nur unfertig in Sequenzen und nicht bunt ansehen. Wichtig waren auch die ersten Momente, wie der Film beim Publikum ankommt. Das hat bisher gut funktioniert. Die Zuschauer haben an der richtigen Stelle mit den Helden mitgezittert, aber auch über die Bären und ihre Witze gelacht.

Der Film, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Sebastian Lybeck, unter der Regie von Regina Welker und Nina Wels, wird in Deutschland von den Bundesländern Thüringen und Baden-Württemberg gefördert. Angelaufen ist der Film in unserer Region bereits im Cinestar in Erlangen und im Cinecitta in Nürnberg. Zum Inhalt des Films:

Der Wald und dessen Bewohner leiden unter einer schrecklichen Dürre, selbst der letzte See ist ausgetrocknet. Die Situation scheint hoffnungslos zu sein. Einzig das Igelmädchen Latte will den Mut nicht verlieren und beschließt, sich auf die gefährliche Reise zu machen, den magischen Wasserstein aus den Klauen des Bärenkönigs Bantur zu holen, um die Dürrezeit zu beenden.

Der schreckliche Bärenkönig ist allerdings nicht die einzige Gefahr auf ihrem Weg. Zu ihrem großen Missmut bekommt Latte Begleitung für ihr Abenteuer: Ausgerechnet das Eichhörnchen Tjum hat sich den gleichen Plan in den Kopf gesetzt. Ein Paar, wie es ungleicher nicht sein könnte: Latte ist ein Schlitzohr und für jeden Unsinn zu haben. Sie lebt in ihrer Phantasiewelt, wo ihr verschwundener Vater König ist. Tjum dagegen ist schüchtern und vernünftig. Am liebsten würde er das ganze Leben berechnen, denn Unvorhersehbares macht ihm Angst. Widerwillig müssen die zwei Streithähne erkennen, dass sie den Weg voller atemberaubender Gefahren und Hindernisse nur bestehen können, wenn sie zusammenhalten. Im Film gewinnt Latte Igel auf jeden Fall einen neuen Freund.