Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Auschwitz steht wie kein anderes Konzentrationslager als Symbol für den millionenfachen Mord des NS-Regimes vor allem an Juden , aber auch an anderen Volksgruppen . Deshalb wurde der Tag der Befreiung 1996 zum ersten Mal als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Der Deutsche Bundestag trifft sich an diesem Tag alljährlich zu einer Gedenkstunde, auch in Herzogenaurach wird an diesem Tag seit vielen Jahren der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Filmprojekt behandelt Zeit des Nationalsozialismus

Trotz der coronabedingten Einschränkungen möchte die Stadt Herzogenaurach laut einer Pressemitteilung auch in diesem Jahr an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. In Zusammenarbeit mit Herzo.TV wurde ein Filmprojekt realisiert, das unter dem Titel "Orte des Erinnerns in Herzogenaurach " zu einer sehr besonderen und informativen Stadtführung einlädt.

Fünf Herzogenauracher Historiker bzw. Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker haben sich dazu bereit erklärt, zu Themen, über die sie bereits referiert oder publiziert haben, vor der Kamera und an einem Erinnerungsort in der Stadt zu sprechen. Erster Bürgermeister German Hacker ( SPD ) ergänzt diese Beiträge mit Informationen zum Gedenken an NS-Opfer mit der Hilfe von Straßennamen.

Irene Lederer erinnert am "Ofall" an Louis Berneis und seine Familie. Berneis war ein Herzogenauracher Schuhfabrikant und Ehrenbürger . Die industriell betriebene Schuhfabrik des jüdischen Mitbürgers in der Würzburger Straße wurde "arisiert". In Herzogenaurach ist heute eine Straße nach Louis Berneis benannt.

Gotthard Lohmaier hat sich in seiner Zeit als Stadtrat immer für eine Wiedergutmachung an Jean Mandel eingesetzt. In der Reichspogromnacht 1938 wurde in der Hinteren Gasse ein Kontor des jüdischen Kaufmanns aus Fürth von Bürgern gestürmt und geplündert. Nach Jean Mandel ist eine Straße im Stadtteil Herzo Base benannt.

Gedenktafel an der Musikschule

Stadtrat Manfred Welker (FW) erinnert an der Musikschule an Fräulein Magdalena Metschnabel, die sich als Lehrerin dort im ehemaligen Mädchenschulhaus dagegen gewehrt hat, trotz Anweisung das Kruzifix aus dem Klassenzimmer zu entfernen. 1941 zettelte sie danach couragiert einen Elternaufstand an. Eine Gedenktafel am Eingang der Musikschule weist auf dieses Ereignis hin.

Opfer der Aktion T 4

Mark Deavin hat über die Opfer des Euthanasieprogramms und die sogenannte Aktion T 4 "zur Vernichtung unwerten Lebens" in Herzogenaurach geforscht und publiziert. Er erinnert an der Gedenktafel an der Marienkapelle an diese Opfer .

Blick auf Zwangsarbeiter in Herzogenaurach

Christian Hoyer befasste sich im vergangenen Jahr für die Veranstaltung zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus bereits mit Zwangsarbeitern in Herzogenaurach . Er stellt an einem Tatort der Ermordung eines Zwangsarbeiters wegen der Entwendung von Rüben in Niederndorf diesen Teil der Stadtgeschichte vor.

German Hacker führt in das Thema des Filmbeitrags ein und informiert über die Straßen im Stadtteil Herzo Base, die nach Widerstandskämpfern, aber auch nach Schriftstellerinnen und Schriftstellern benannt wurden, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfemt waren und deren Werke verbrannt wurden.

Stadtvisionen Der Filmbeitrag "Orte des Erinnerns in Herzogenaurach " steht ab dem morgigen Donnerstag auf herzo.tv unter der Rubrik "Stadtvisionen" zur Verfügung.

Homepage Auf der Website der Stadt Herzogenaurach (herzogenaurach.de) ist der Beitrag verlinkt.

Kabel Über das Kabelfernsehnetz wird er ab Montag, 1. Februar, auf Herzo.TV zu sehen sein. Die Sendung wird alle vier Stunden, also um 9 Uhr, 13 Uhr, 17 Uhr, 21 Uhr, 1 Uhr und 5 Uhr bei den "Stadtvisionen" gezeigt.

Weitere Informationen unter Telefon 09132 / 901-120