Als 2014 das zweite Orgelfestival präsentiert wurde, sprach Bürgermeister German Hacker bereits von der Orgelstadt Herzogenaurach. Und schon beim Auftakt zwei Jahre zuvor hatte Kantor Toni Rotter vermerkt, dass in Orgelfachkreisen Herzogenaurach als eine feste Größe gilt. Diesen Status kann die Stadt jetzt sicher festigen, wenn 2016 zum dritten Mal Orgeltage anstehen.

Drei Konzerte sind es diesmal, die bis August angeboten werden. Alle bestechen sie durch eine hochkarätige Besetzung. Wobei den Auftakt wohl ein tatsächlich bislang einzigartiges Konzert macht. "Da ist uns ein Paukenschlag gelungen", sagte Toni Rotter, der gemeinsam mit Christine Orel die beiden Konzerte in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena organisiert hat.

Es ist ein Orgelimprovisationsfest, das am 8. April angeboten wird und das es in dieser Form wohl bisher noch nicht gegeben hat, wie bei der Vorstellung gestern im Rathaus bemerkt wurde.
Mit Monsignore Hans Leitner, Professor Franz Josef Stoiber und Professor Markus Willinger kommen die Domorganisten aus den Hauptkirchen von drei bayerischen Diözesen zu einem gemeinsamen Konzert zusammen.

Sie werden auf der Metzlerorgel von St. Magdalena jeweils eine eigene Improvisation zu einem selbst gewählten Thema bieten und zum Schluss auf einen Wunsch aus dem Publikum eingehen und auch diesen spontan interpretieren. Toni Rotter, der Organist der Stadtpfarrkirche und Herzogenauracher Kulturpreisträger, ist begeistert: "Da hat man den direkten Vergleich, wie die drei mit dem gleichen Thema umgehen."

Am 5. Juni gibt es auf der Ahrendorgel von St. Otto ein Rezital für Orgel und Flöte mit dem international gefragten Organisten Christian Schmitt und Tatjana Ruhland, die als "Paganini auf der Flöte" gilt. Am 8. August unterstützt Mitorganisator Gerald Fink das Collegium Musicum von Schloss Pommersfelden auf der Orgel der evangelischen Kirche. Dieses Instrument bezeichnet Fink als "ein solide gearbeitetes Instrument", das sich mit den anderen beiden aber nicht messen könne. Das könnte sich aber ändern. Denn der Kirchenvorstand hat sich bereits mit dem Gedanken befasst, eine eigene Orgel bauen zu lasen.

Sieben Kirchenorgeln in einer Kommune mit knapp 25 000 Einwohnern sind schon jetzt durchaus bemerkenswert. Dann aber hätte man drei wirklich außergewöhnliche Königinnen der Instrumente. Das wäre sicherlich ein weiterer entscheidender Schritt zu einer bekannten Orgelstadt Herzogenaurach.



Die drei Konzerte der Herzogenauracher Orgeltage 2016

Orgelimprovisationsfest am Freitag, 8. April, 18 Uhr, Pfarrkirche St. Magdalena. Die renommierten bayerischen Domorganisten Leitner, Stoiber und Willinger improvisieren. Choräle, Kirchenlieder, Sonaten und Orgelsuiten, aber auch eine Kirchenbetrachtung (der Sternenhimmel von St. Magdalena, die Rosenkranzmadonna, das Glockengeläut) werden die thematische Basis der Improvisationen sein. Danach werden die drei Organisten jeweils zu Liedwünschen des Publikums aus dem "Gotteslob" und dem traditionellen Liedgut improvisieren. Zum Abschluss werden alle drei über dasselbe Thema, das zuvor durch Publikumsabstimmung festgelegt wurde, ihre spontanen Interpretationen vorstellen.
Rezital für Orgel und Flöte mit Echo-Klassik-Preisträger Christian Schmitt (Orgel) und Tatjana Ruhland (Flöte) am Sonntag, 5. Juni, 19 Uhr, Pfarrkirche St. Otto. Christian Schmitt ist ein international gefragter Organist, der weltweit Konzerte in großen Städten oder auf historischen Orgeln gestaltet. Seit ihrem Debüt in der Carnegie Hall in New York zählt Tatjana Ruhland zu den profiliertesten Flötistinnen. Aufgeführt werden Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Claude Debussy.

Orchester und Orgel treffen am Freitag, 5. August, 20 Uhr, Evangelische Kirche, aufeinander. Es gastieren das Kammerorchester des Collegium Musicum Schloss Pommersfelden unter der Leitung von Dankwart Schmidt und Gerald Fink (Orgel). Die internationale Sommerakademie genießt seit ihrer Gründung im Jahre 1958 durch Karl Graf von Schönborn-Wiesentheid weltweit einen hervorragenden Ruf. Dort treffen jährlich die hoffnungsvollsten Musiktalente aus ganz Europa zusammen. Auf dem Programm stehen u. a. die Sinfonie Nr. 1 von Felix Mendelssohn Bartholdy, das Konzert für Orgel und Orchester in F-Dur von Josef Gabriel Rheinberger sowie Werke von Georg Friedrich Händel.



Eintrittskarten


Der Eintritt beträgt pro Konzert im Vorverkauf 18,00 EUR für Erwachsene (Abendkasse: 19,00 EUR) und 13,00 EUR ermäßigt (Abendkasse: 14,00 EUR).
Eintrittskarten können erworben werden:
- im Vorverkauf in der Tourist Information der Stadt Herzogenaurach, Schlossgebäude (Erdgeschoss),
Marktplatz 11, Tel. 09132 901-120 und bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen
- online über www.herzogenaurach.de und über www.reservix.de
- an der Abendkasse nach Verfügbarkeit, jeweils eine Stunde vor Programmbeginn




Herzogenauracher Orgeltage 2016
youtube-links


1. Orgelimprovisationsfest

Hans Leitner
https://www.youtube.com/watch?v=NhQ9thznYAA

Markus Willinger
https://www.youtube.com/watch?v=phDqB3NAR58

Franz Josef Stoiber
https://www.youtube.com/watch?v=_pSuKJEGFjA
https://www.youtube.com/watch?v=q0RNqexVpzM


2. Rezial für Orgel und Flöte

Christian Schmitt
https://www.youtube.com/watch?v=LQMOC-VC1sQ&list=PL4w5L3N3N-7_HrCaW7vKcJXFsMSYTbXyw&index=8
https://www.youtube.com/watch?v=Mr3vE8B5FLA

Tatjana Ruhland
https://www.youtube.com/watch?v=rlx87ZJ5yFE&index=2&list=PL5kicaxDi5BXoDnvK75sojojrNLQ1rotp


3. Orchester- und Orgelkonzert

Collegium Musicum
https://www.youtube.com/watch?v=C2-4-KiMOQw

Gerald Fink
https://www.youtube.com/watch?v=tpoZSQPHViY