280 Schüler rüsteten sich mit Mülltüten und Greifzangen aus. "Ich hatte gehofft, dass vielleicht zwei oder drei Klassen mitmachen, dass aber die ganze Schule mit ihren 15 Klassen unterwegs war, überrascht mit total", freute sich Umweltbeauftragte Monika Preinl am Rande des Thonwaldes. Rund um die Stadt waren Kinder und Jugendliche zu sehen, die blaue Mülltüten schleppten. Viele verbanden den Gang durch die Natur auch mit dem Beobachten der Sonnenfinsternis.

Der Rektor der Mittelschule, Heinz Pröll, wollte sich mit dem Thema "Saubere Landschaft" nicht nur theoretisch auseinandersetzen, sondern erklärte den Freitag zum Projekttag und schickt die Klassen samt Lehrkräfte in die Natur. Ganz nach dem Motto "global denken - lokal handeln" wurden die Gebiete rings um die Stadt unter den Klassen aufgeteilt. Auf einem Dokumentationsblatt wurde das Sammelgewicht des gefundenen Mülls festgehalten, so konnte am Ende Bilanz gezogen werden.

605 Kilo Müll

Und da kam wirklich was zusammen. Über 605 Kilo Müll hatten gedankenlose Menschen einfach in der Natur entsorgt. Wobei die schwereren Fundstücke wie Kaffeemaschine, Metallpfeiler, Tisch, Staubsauger, Altkleider und Verkehrsschilder sowie weitere unhandliche Teile am Wegrand deponiert und später vom Bauhof abgeholt wurden.

Die beiden Schülerinnen Anna und Maja waren bei der Abgabe ihres Laufzettels richtig entrüstet. "Es ist unmöglich, eine richtige Sauerei, was die Leute wegschmeißen", schimpfte Anna. "Man muss doch auf die Umwelt achten, die schmeißen sogar Essen weg, da können Tiere sterben", entrüstete sich Klassenkameradin Maja.
Die beiden Mädchen, aber auch die anderen Schüler ärgerten sich auch über das viele Plastik, über Dosen und Flaschen, die überall herumliegen. Was den Schülern besonders auffiel, war, dass im Gebiet um das Jugendhaus Rabatz so viele Flaschen herumlagen, dass sie überhaupt nicht mitgenommen werden konnten. Auch am Rand des Thonwaldes und in den Gräben war alles Mögliche an Unrat zu finden.

Monika Preinl wies die Schüler darauf hin, dass zurückgelassener Müll nicht nur die Landschaft verschandelt, sondern austretende Umweltgifte zudem die Natur belasten. Dies bewies auch der Fund eines Ölfasses.

Als Belohnung für die fleißigen Müllsammler spendierten Bürgermeister German Hacker (SPD) ein Mittagessen und Rektor Pröll einen verfrühten Schulschluss. Monika Preinl will jetzt auch die anderen Schulen der Stadt angesprechen, damit sie einen Umwelttag oder ähnliches veranstalten.