Die Lions-Clubs auf der ganzen Welt haben das gleiche Motto: "We serve (Wir dienen)." Dass auch die Herzogenauracher Mitglieder daraus eine Verpflichtung ableiten, im freundschaftlichen Miteinander Gutes zu tun, wurde bei einer Feier zum 25. Jubiläum des örtlichen Lions-Clubs im Hotel Herzogspark deutlich. Rund eine halbe Million Euro sei in den vergangenen 25 Jahren gespendet worden, berichtete Clubpräsident Wilhelm Schmidt, dessen Amtszeit mit der Feier endete.

Zuvor freute er sich aber über einen Abend mit zahlreichen Gästen auch aus befreundeten Clubs, mit Begleitung durch die Kammermusikgruppe des Gymnasiums, mit der Ehrung von Gründungs- und anderweitig verdienten Mitgliedern sowie natürlich mit vielen lobenden Grußworten.

Hilfe in den Partnerstädten

Bürgermeister German Hacker (SPD) beispielsweise verwies auf eine Reihe von Organisationen und Projekte, die vom Lions-Club unterstützt und gefördert wurden. So werden bei den jährlichen Freisprechungsfeiern Lions-Preise für herausragende Leistungen vergeben und lokale Vereine ebenso unterstützt wie die Lebenshilfe. An Weihnachten werden hilfsbedürftige Personen in der Stadt nicht vergessen. Immer wieder werde auch den Schulen bei der Finanzierung von Projekten unter die Arme gegriffen und auch bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe unbürokratisch geholfen. Die Gelder für die Spenden kommen aus Golfturnieren ebenso wie aus Konzerten, dem Weihnachtsmarkt oder Benefizversteigerungen.

"Herzogenaurach hat Glück mit seinen Service-Clubs: Lions, Rotary und Zonta, die den Dienst am Nächsten über ihren persönlichen Profi stellen", dankte Hacker für die Unterstützung. Als ganz wichtig stellte der Bürgermeister das Engagement der Lions für Afrika heraus. So würdigte er das Engagement für die Feuerkinder von Tansania ebenso wie den Kauf von medizinischen Geräten und Utensilien sowie die Unterstützung der Organisation "Target", die gegen die Genitalienverstümmelung in Afrika vorgeht. Seit 2001 fließt auch immer wieder Hilfe in die Partnerstadt Kaya in Burkina Faso.

Während des Balkan-Krieges brachte der Lions-Club unter widrigsten Umständen ein komplett ausgerüstetes Rettungsfahrzeug nach Nova Gradiška, Herzogenaurachs Partnerstadt in Kroatien. Nach einem Rückblick auf die Geschichte des Herzogenauracher Clubs durch Gründungspräsident Wolfgang Scholzen hielt Helmut Lang vom Lions-Club Gunzenhausen die Festrede mit dem Titel "Die Pflicht zu gutem Tun". Mit teils nachdenklichen Worten sprach Lang über gemeinsames Handeln und darüber, wie man den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern der Welt wecken und erhalten kann.

Als Höhepunkt des Tages wurde ein hupender VW-Bus vor das Hotel gefahren, und Bürgermeister Hacker bekam den Schlüssel. Wie Präsident Schmidt erläuterte, sei die Bewältigung der vielschichtigen kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche, für behinderte, kranke, bedürftige, alte und sterbende Menschen das Ziel und eine Aufgabe sowie Motivation der Lions. Deshalb gab es für die Jugendlichen der Stadt den VW-Bus als ein besonderes Geschenk.

"Herr Bürgermeister, als meine letzte Amtshandlung als Präsident übergebe ich ihnen hiermit den Autoschlüssel, bitte übernehmen Sie", schloss Schmidt den offiziellen Teil des Jubiläums. Wie Hacker erklärte, sollen mit dem Bus Kinder und Jugendliche von Sportvereinen zu sportlichen Veranstaltungen transportiert werden.