Im idyllischen kleinen Garten des historischen Hauses der Volkshochschule in der Badgasse sind Kaffeetische, Pavillons und kleine Theken aufgebaut. Im Hintergrund stehen Teekannen und Tassen und vorne, nahe dem Eingang, begrüßt ein verschmitzt lächelnder Mann die Gäste. Auf englisch, versteht sich. Denn es handelt sich um eine Veranstaltung der VHS, die aus englischen Sprachkursen heraus entstanden ist.

Rudi Rey begrüßt die Gäste nicht nur, er bietet ihnen auch Getränke an. Und am liebsten einen Cocktail namens "Pimm's Original", einer typisch britischen, auf Gin basierenden Spirituose. Den Drink mischt er selbst, mit Kräutern und Limonade. Rudi ist Schweizer, aber er schwört auf dieses Getränk, weil es so sommerlich erfrischend ist. Und er mag die britische Art und freut sich über Details des süßen Verlockers: "Gurken und Erdbeeren, das findet man sonst eigentlich nicht so oft zusammen."

Sprache erlebbar machen

Es ist die vierte "Englisch Teaparty, die am Mittwochnachmittag im Garten der VHS abgehalten wird. Typisch englisch soll es sein, deshalb wird auch kaum deutsch gesprochen, und es gibt englische Spezialitäten. Wie Pimm's eben, oder auch das Victoria-Sandwich und auch kleine Törtchen. "Am Anfang war die Idee, die Sprache erlebbar zu machen", sagt Fabienne Geißdörfer von der VHS. So entstand die Aktion, die sich inzwischen etabliert hat.

"Julie Kähler hatte die Idee", sagt die stellvertretende VHS-Leiterin, die zusammen mit ihrem Chef Oliver Kundler Platz genommen hat und sich von den englischen Köstlichkeiten überzeugt. Ganz nebenbei nehmen die Beiden, wie die anderen Teilnehmer auch, an einem Quiz und einem Rätsel teil. Wie viele Minzbonbons passen in ein Glas, galt es zu erraten. Und alle rätseln und plaudern bei einer Tasse Tee und einem Stück Kuchen, oder zwei.

Zwei Engländerinnen

Julie Kähler ist Engländerin, genau wie Susan Cathreen Rey. Beide hat es nach Franken gezogen, die eine nach Weisendorf, die andere nach Herzogenaurach. Und weil ihr Mann jetzt im Ruhestand ist, sagt Susan, habe sie ihn halt kurzerhand eingespannt. Rudi macht die Arbeit an der "Pimm's"-Bar Spaß. Dieser Platz scheint also für das nächste Jahr vergeben. "Dann werde ich", so sagt er, "auch eine Antwort auf die vielen Fragen haben." Beispielsweise wollen manche wissen, wo es diese typisch englischen Köstlichkeiten zu kaufen gibt.

Die Backwaren gab es am Mittwoch nicht irgendwo zu kaufen, die waren selbst gemacht. So wie seit Anfang an. Das lässt sich Julie Kähler nicht nehmen.