Mit Begeisterung, aber auch nachdenklich kommentierten die Mitglieder des Planungsausschusses die geplante Neugestaltung eines kleinen Platzes am Eingang der Fußgängerzone. Wo seit den 50-er Jahren ein Glaspavillon stand, am Ende der Ritzgasse zur Erlanger Straße, soll eine Art Treffpunkt entstehen. Der Glasbau samt angrenzendem Häuschen sind bereits abgerissen (der FT berichtete ausführlich).

Auf volle Zustimmung traf der Entwurf des Planers Jörg Franke. "Sehr gelungen": Diese Aussage von Franz-Josef Lang (CSU) teilten sichtlich alle Räte. Doch eine Sache macht ihnen Kopfzerbrechen: das Parken an der Erlanger Straße. Das möchte man mit entsprechenden Sitzgelegenheiten erschweren, sagte Franke. Daher sind zwei Sitzsteine vorgesehen. Doch recht daran glauben mochte offenbar niemand.
Sie könne sich an dem schönen neuen Platz "nichts schlimmeres vorstellen" als parkende Autos, womöglich mit laufendem Motor, meinte Sarah Litz (SPD).


Lieferverkehr muss durch

In der Tat ist das unerlaubte Parken schon jetzt ein Problem, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) bestätigte. Gegenüber der Bank werde andauernd gehalten. Die Stadt könnte eine Vollzeitkraft abstellen, die allein mit dem Notieren der dortigen Parkverstöße sich vermutlich noch selber finanzieren würde, sagte Hacker mit einem leichten Anflug von Sarkasmaus. Aber was solle man tun? Die Fahrbahn verengen könne man dort, wo der Verkehr aus der Reytherstraße nach Osten abfährt, nicht. Denn es müsse auch der Lieferverkehr zur Hauptstraße, unter anderem die Müller-Lastwagen, möglich bleiben. Das gehe nur, wenn man zwei Spuren aufrecht erhalte. Was bleibt also? "Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle" meinte der Bürgermeister.

Der Entwurf des kleinen Platzes sieht neben Sitzgelegenheiten und einem großkronigen Baum auch eine Glaswand als gestalterischen Schwerpunkt vor. Diese soll die Fläche gegenüber dem Nachbaranwesen abtrennen. "Das Nachbargebäude hatte ja immer eine Art Hinterhofsituation", sagte Planer Franke. Deshalb habe er eine Abschirmung mit vorgesehen.

Die Glaswand soll mit beweglichen Tafeln gestaltet sein, die einen historischen Stadtplan zeigen und auch das Logo der Stadt. Weil die Tafeln drehbar sind, könne man auf der Vorderseite historische Stadtansichten zeigen, und auf der Rückseite dann eine aktuelle Ansicht gegenüberstellen. Man habe erst daran gedacht, das mit Personen des Herzogenauracher Zeitgeschehens zu machen. Doch von dieser Idee sei man wieder abgerückt. Auf jeden Fall erhoffe man sich "ein Aha-Erlebnis für den Normalbürger, wenn er die Tafel dreht", sagte Franke.


Modern und historisch

Anja Wettstein vom Planungsamt der Stadt ergänzte, dass man sich an der Fassade des angrenzenden Rückgebäudes auch eine Begrünung vorstellen könne. Wettstein gefällt darüber hinaus der optische Zusammenhang eines modernen Leitbilds im historischen Kontext. Auch wenn das Logo der Stadt nicht allzu auffällig gestaltet werden sollte, wie Bürgermeister Hacker sagte. Renate Schroff (SPD) äußerte zum Herzo-Logo an dieser Stelle ein "ja, hm...". Franz-Josef Lang (CSU) hingegen gefällt das Logo. Wenn seine fast 90-jährige Tante "das Logo auf den Kühlschrank klebt", dann sei das schon ein Zeichen, schmunzelte er. Das Stadtlogo sei jedenfalls "ein Gewinn für alle."

Für Lang ist der Platz sehr gelungen. Denn den Charme einer Stadt wie Herzogenaurach mache das Kleinstrukturierte aus.

Die grüne Stadträtin Retta Müller-Schimmel fragte nach der Art des Baumes und vor allem nach dem Schaden, den die Wurzeln verursachen könnten. "Man kann in der Innenstadt keine Bäume pflanzen, die Keller zerstören", antwortete der Bürgermeister. Er könnte sich Platanen vorstellen. Das gefällt auch dem Planer Franke: "Das ist ein verträglicher Stadtbaum". Allzu viele kämen da nicht in Frage. Von einer Linde beispielsweise riet er ab, das wäre "ein absolutes No-go." Denn die würde tropfen. "Dann haben Sie schwarze Flecken unter dem Baum."

Der Umbau des Platzes soll im kommenden Jahr geschehen. Erst wolle man die Arbeiten im östlichen Bereich der Schütt beendet haben. Dünnen Asphalt auf den Schotter könne man aber schon jetzt aufbringen, eine Fertigstellung soll dann etwa im Mai erfolgen. Demnach kann der Platz, auch gastronomisch durch die gegenüber liegenden Lokale, "zur Sommersaison 2017" genutzt werden, wie Hacker ergänzte.