Das vielfältige Engagement hat sich ausgezeichnet: Die Stadt darf sich für weitere vier Jahre "Fairtrade-Town" nennen. Ohne Schwierigkeiten wurde der Titel von der Prüfkommission des Vereins Transfair nun verlängert, berichtet die städtische Umweltbeauftragte Monika Preinl. Herzogenaurach war im März 2013 als erste Kommune im Landkreis Erlangen-Höchstadt als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden und musste sich, den Statuten zufolge, nach zwei Jahren für eine Verlängerung bewerben.

Fünf Kriterien galt es damals wie heute zu erfüllen, und das ist der Stadt laut Preinl auch problemlos gelungen. Man hat die Anforderungen fast schon übererfüllt. Beispielsweise muss nachgewiesen werden, dass mindestens vier Einzelhandelsgeschäfte und drei Restaurants Produkte aus Fairem Handel anbieten. In Herzogenaurach sind es deren dreißig. Für Uschi Schmidt, einer der beiden gleichberechtigten Sprecherinnen der Steuerungsgruppe "Fairtrade-Town Herzogenaurach", ist das aber kein Grund sich zurückzulehnen. Im Gegenteil: "Für uns ist das ein Ansporn, den Titel würdig zu vertreten." Das soll mit einer Reihe neuer Aktionen und Planungen gelingen, aber auch durch den Appell an noch mehr Geschäfte und Gastronomen, sich zu beteiligen. "Leider fällt ja die Bäckerei Lang weg", sagt Schmidt. Jetzt werden weitere Partner gesucht.

Ein Ziel ist es auch, auf Messen und Veranstaltungen für ein faires Herzogenaurach zu werben. Bei der Stadtmesse am 28. März wird die Steuerungsgruppe bereits aktiv, kündigt Sprecherin Schmidt an. Es wird ein Mitarbeiter von "Fair Stone" erwartet, der über die Bedingungen in der Steinbruchindustrie und bei der Herstellung von Natursteinen spricht. Ebenfalls in diesem Jahr soll ein Agendakino starten. Das sieht jeweils an Sonntagvormittagen vor, Filme mit kritischem Inhalt zu zeigen, die die Lebensbedingungen von Erzeugern in aller Welt aufzeigen. Da der Eintritt frei sein soll, begibt sich Schmidt jetzt auf Sponsorensuche. Ein Testlauf soll heuer schon sein.

Am Erfolg beteiligt sind, wie Preinl in der Mitteilung ausführt, viele Standbeine. Genannt werden die Kirchengemeinden, Schulen, Presse, Einzelhändler und Gastronomen vor Ort. Die Kirchen beispielsweise engagieren sich schon seit Jahrzehnten durch den Verkauf von Kaffee, Tee und Schokolade aus fairem Handel. In einzelnen Schulen seien Aktionen und Projekte zum Thema Fairtrade durchgeführt worden. Mit einem Stadtratsbeschluss verpflichtete sich die Stadtverwaltung, bei Ausschusssitzungen sowie im Bürgermeisterbüro Fair Trade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel zu verwenden. Und schließlich trete auch die lokale Presse durch die rege Berichterstattung für die Fairtrade-Stadt Herzogenaurach ein, schreibt die Beauftragte für Natur-,Umwelt- und Klimaschutz.

Faire Schokolade der Renner

Sehr erfreut ist auch Bürgermeister German Hacker (SPD): "Die Titelerneuerung ist ein Beweis dafür, dass sich das große ehrenamtliche Engagement der Fairtrade-Akteure gelohnt hat, und sollte für uns ein Ansporn sein noch mehr Unterstützer für ein faires Herzogenaurach zu gewinnen."

In den vergangenen beiden Jahren ist laut Pressemitteilung schon vieles verwirklicht worden. So gibt es seit 2013 faire Herzogenaurach-Schokolade, die "dank der riesigen Nachfrage" 2014 mit einer neuen Sorte aufgelegt wurde und in zehn Herzogenauracher Geschäften erhältlich ist. Ein weiteres Beispiel: Auf einer Modenschau im Gymnasium Herzogenaurach Ende November zeigte die Steuerungsgruppe gemeinsam mit der Ökofestinitiative faire und biologische Kleidung von Fairtrade-Textilgeschäften aus Herzogenaurach und Fürth.