Bei der ersten Sitzung des Kulturausschusses legten die städtischen Einrichtungen, Musikschule, Kulturamt, VHS, Bücherei, Stadtmuseum und Freizeitheim ihre Jahresberichte vor.

Bei der jeweiligen Diskussion zu den Einzelberichten gab es durchwegs viel Lob und Anerkennung für die einzelnen Einrichtungen, zum einen für durchgeführte Aktionen und Programme und zum anderen für die sehr detaillierten und ausführlichen Berichte. Eine noch stärkere Zusammenarbeit und mehr gemeinsame Aktionen regten Ille Prockl-Pfeiffer (CSU) und Retta Müller-Schimmel (Grüne) an.

Asien steht im Mittelpunkt der Kulturtage

In diesem Jahr wird Asien im Mittelpunkt der Kulturtage stehen und verschiedene städtische Einrichtungen werden Asien auch in ihrem kulturellen Angebot mit einbeziehen. Der SPD-Stadtrat Siegbert Sendner hatte dazu auch einen besonderen Vorschlag, zumal Herzogenaurach mit seinen Firmen wie Schaeffler, Adidas und Puma mit dem asiatischen Raum besonders eng verbunden sei. "Ich würde mir während der Kulturtage eine Ausstellung mit chinesischem Porzellan wünschen, denn das ist ein Bestandteil der Kunst und Kultur Chinas und wurde zum Vorbild der Porzellanerzeugung in Europa", regte Sendner an. "Kunst, Kultur und Musik gehören für mich zusammen", erklärte Sendner und forderte, dass die städtischen Verantwortlichen dies bei ihren Planungen mehr berücksichtigen sollten.

Das Stadtmuseum soll künftig mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden, so zumindest die Pläne von Christian Hoyer. "Herzogenaurach hat ein herrliches Stadtmuseum und wir werden ein Konzept entwickeln, um die Leute ins Museum zu bringen", erklärte Hoyer und stellte einige Ideen vor. So sollen Museumspädagogik und Bildungsarbeit forciert werden. Für ein Bildungsangebot sollen Kooperationspartner mit ins Boot geholt und Zielgruppen angesprochen werden. "Kultur macht stark", erklärte Hoyer und berichtete, dass das Museum am 22. Januar zusammen mit dem Gymnasium einen Projekttag zum Thema Mittelalter startet. Dies und auch die geplanten Ausstellungen stießen bei Bürgermeister German Hacker (SPD) auf volle Zustimmung. Dass das Museum mit einem Problem kämpft - es fehlen geeignete Depotflächen - , sei im Rathaus bekannt. Hacker ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr geeignete Räume geschaffen werden können. "Mit einer Doppelgarage ist es da nicht getan, die Räume müssen temperiert sein", erklärte der Bürgermeister. Dann wäre das Museum auch in der Lage, weitere interessante Ausstellungen zu zeigen, wie Irene Lederer erklärte. Denn die Herzogenauracher Firmen seien gerne bereit, Ausstellungsstücke zur Verfügung zu stellen und ihre Archive zu öffnen.

Natürlich mit der Zeit gehen

Ins neue Konzept will Lederer auch neue Medien einbinden und mit der Zeit gehen, Schautafeln sollten ein neues Gesicht bekommen. So hätten die Änderungen der Öffnungszeiten und Sonderausstellungen mehr Besucher und auch mehr Familien ins Museum gebracht, und Lederer ist sich sicher, dass noch mehr Potenzial vorhanden sei.

Musikschule und Volkshochschule haben viel Neues im Programm

Zufriedenheit und Zustimmung gab es auch beim Bericht der VHS, den Leiter Oliver Kundler und seine Stellvertreterin Fabienne Geißdörfer vortrugen. So konnte ein Anstieg der Kurse verzeichnet werden und die Teilnehmerzahl betrug zum Jahresende rund 7000. Das waren allerdings etwa 1000 weniger als ein Jahr zuvor. Kundler begründet dies mit dem Jubiläumsjahr 2013, in dem es eine Reihe von Sonderveranstaltungen gab.
Die VKS macht natürlich auch kräftig Werbung und verschickt an 7800 Empfänger einen Newsletter, der über besondere Veranstaltungen berichtet und Akzente setzt. Wie Kundler erläuterte, scheint sich auch die VHS-Karte zu etablieren und manche Einzelveranstaltung hätte ohne die Karten-Inhaber nicht stattfinden können. Geißdörfer möchte insbesondere den Programmbereich Sprachen weiter ausbauen. Neu eingeführt wurde die Sprachberatung.

Beruf spielt eine große Rolle

Neu im Wintersemester ist im Programmbereich "Grundbildung" sowie Lesen und Schreiben lernen. Wie Geißdörfer ausführte, soll dieser Bereich ausgebaut werden. "Das ist ein sehr wichtiges Thema auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel; denn Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben wirken sich unmittelbar auf die berufliche Karriere aus", erklärte die stellvertretende VHS-Leiterin. Aus diesem Grund werde mit dem Schwerpunktthema "Wiedereinstieg im Beruf" ein Comeback erfolgen.

Auch im Bereich Gesellschaft, Kultur und Gesundheit kündete Kundler einige Neuigkeiten an. Außerdem wurde eine neue Kooperation "Ganztagsklassen" eingegangen und die Übergangsschüler der Mittelschule werden von der VHS in der Mittagszeit betreut und erhalten am Nachmittag eine Hausaufgabenbetreuung sowie Unterricht zum Verbessern der Deutschkenntnisse. Die bisherige Betreuung bei der gebundenen Ganztagesklasse von vier Grundschulklassen und fünf Mittelschulklassen bleibt weiterhin bestehen.

Zahl der Musikschüler gestiegen

Uneingeschränktes Lob gab es für Musikschulleiterin Margit Denk für ihren Bericht. Wie Denk erläuterte, steigerte sich die Zahl der Schüler auf 618 gegenüber 550 im Vorjahr und auch bei den Veranstaltungen war ein Plus zu verzeichnen. Die "Imagebefragung" im Mai 2014 wurde ausgewertet und gewünschte Verbesserungen bereits umgesetzt. So sind die Beiträge inzwischen unabhängig vom Wohnort der Schüler. Aufgrund eines Stadtratsbeschlusses wurden die Tarife umgestellt. Auch werden künftig die Veröffentlichungen der Musikschule dem künftigen Corporate Design der Stadt angepasst und damit moderner gestaltet.
Wie der Bürgermeister in der Diskussion erwähnte, sollen alle städtischen Einrichtungen mit dem neuen Logo versehen werden und damit ein einheitliches Bild abgeben.