Es ist das Jahr, das als "das Krisenjahr" schlechthin in die Geschichtsbücher eingegangen ist. 1923 stiegen die Preise in Schwindel erregende Höhen. Da durfte auch die Stadt Herzogenaurach Notgeld drucken.
Die Teuerungswelle der Jetztzeit seit der Einführung des Euros ist nichts gegen die Preiserhöhungen von 1923, als vom Frühjahr bis zum Herbst die Preise ins Unendliche kletterten. Es war die Zeit, als man im Mai 1923 für eine Semmel von 30 Gramm in Herzogenaurach satte 90 Reichsmark auf den Ladentisch legen musste und als ein Pfund Schweinefleisch rund 10 000 Mark kostete, wenn man überhaupt Fleisch im Laden bekam.

Die Ursachen für die Inflation liegen im ersten Weltkrieg (1914 bis 1918). Die ungeheuren Ausgaben für die Kriegsführung hatten den Geldumlauf bei Kriegsende im November 1918 gegenüber 1914 verzehnfacht.