Auch die frühere Tuchmacherstadt Herzogenaurach leistet einen Beitrag zum Projekt "Gewebe" des Stadtkultur-Netzwerks Bayerischer Städte, bei dem die Stadt Herzogenaurach seit 25 Jahren Mitglied ist. Die Ausstellung "Nach Strich und Faden" bietet zusammen mit der Präsentation von Textilkunst und Textilhandwerk in Schaufenstern der Innenstadt den Rahmen für den gleichnamigen Aktionstag am Samstag, 4. Juni, im Stadtmuseum am Kirchenplatz.
Die Stadt Herzogenaurach knüpft damit an ihre jahrhundertealte Tradition der Tuchmacherei an und zeigt aktuelle Textilkunst sowie den kreativen Umgang mit Fäden und Stoffen heute. Helmut Biehler vom Kulturamt und Bürgermeister German Hacker (SPD) versprechen einen "tiefen Blick" in die Herzogenauracher Textilgeschichte. So klapperten in früheren Zeiten in Herzogenaurach über 100 Webstühle.
Klaus-Peter Gäbelein vom Heimatverein wird am 4.
Juni um 16 Uhr die Besucher zu den Stätten der Tuchmacherei führen. "Gewand aus Samt und Seide - zwischen Gotteslob und Luxus" ist das Motto eines Gottesdienstes am 4. Juni um 18 Uhr.


Stricknadel als Mordwaffe

Der Aktionstag "Nach Strich und Faden" thematisiert die Herstellung von Geweben von der Wollgewinnung über das Spinnen von Fäden bis hin zur Weiterverarbeitung durch Weben, Stricken, Sticken, Häkeln, Färben, Nähen usw. Der Nachmittag ist dabei dem Kinderprogramm vorbehalten. Am Abend warten neben Schauweben und der Vorführung von anderen Verarbeitungstechniken wie dem Spinnen, Quilten, der Goldstickerei u.v.m. auch literarische Überraschungen - der Mord mit der Stricknadel ist nur eine davon.
Verknüpfen, verbinden, vernetzen. Begriffe, die den virtuellen, digitalen Alltag bestimmen, sollen mit dem bayernweiten Kunstfestival "Gewebe. Textiles Projekt" wieder anfassbar werden - als textile Struktur, als Stoff, als gewebtes Material. Die Kunstprojekte knüpfen in vielfältiger Weise an alte Kulturtechniken an, die heute noch, nicht nur in Bayern, gepflegt oder neu entdeckt werden. Es sind die textilen Branchen der Kreativwirtschaft, die stark vertreten sind, in der Mode wie im Kunsthandwerk, und Städte wie Herzogenaurach, die über das Kunstfestival ihre textile Vergangenheit neu erkunden.
20 Künstler zeigen in der Herzogenauracher Gemeinschaftsausstellung ihre Werke und Ideen. Bunt und vielfältig, zwei- und dreidimensional, phantasievoll und provozierend sind die Beiträge. Die unterschiedliche Herangehensweise an das Thema ermöglicht den Besuchern einen Einblick in die Gedankenwelt und Beweggründe der teilnehmenden Künstler an der Ausstellung. Gezeigt werden kunstvoll gestaltete Gewebe, Kleidungsstücke und Objekte, Bilder und Collagen. Mitglieder der Quilting Bee Herzogenaurach werden ihre kunstvollen und aufwändigen Arbeiten präsentieren.
Das komplette Programm und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.herzogenaurach.de. Der Eintritt zu den Ausstellungen und zum Aktionstag ist frei.
Die Angebote rund um das Projekt:
Die Ausstellung: Vom 4. bis 19. Juni ist im Herzogenauracher Kunstraum in der Langenzenner Straße 1 die Ausstellung "Nach Strich und Faden" zu sehen. Eröffnung ist am Samstag, 4. Juni, um 11 Uhr, danach ist jeweils donnerstags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Aktionstag: Am Samstag, 4. Juni, gibt es im Stadtmuseum am Kirchenplatz 2 von 14 bis 17 Uhr ein Kinderprogramm sowie von 20 bis 22 Uhr ein Abendprogramm mit zahlreichen Angeboten und Aktionen wie dem Basteln von Blütenbroschen aus Stoff, Webvorführungen und Erzählungen zum Thema Textilien.

Sonderprogramme: Unter dem Motto "Tuchmacherei und Textilkunst zum Erkunden" gibt es im Projektzeitraum unter anderem Textilkunst in den Schaufenstern, eine Stadtführung sowie die Ausstellung "Kostbare kirchliche Gewänder und Textilien", Schätze aus edlem Stoff und kunstvoller Stickerei aus dem Kirchenschatz von St. Magdalena.