Die Stadt baut auf dem Gelände der Carl-Platz-Schule einen neuen Kinderhort. 120 Schüler sollen an den Nachmittagen dort betreut werden können. Jede Gruppe wurde etwas größer geplant, so dass jeweils 30 Kinder dort unterkommen. Dem Stadtrat stellte der Architekt Michael Huppenkothen am Donnerstagabend die Pläne vor.

Mit diesem Projekt folgt die Stadt dem dringenden Wunsch der Eltern nach mehr Hortplätzen in der Stadt. Seit geraumer Zeit setze sich die Erkenntnis durch, dass aus Krippenkindern eben Hortkinder werden. Bürgermeister German Hacker (SPD) stellte das auch diesmal wieder fest. Die gewünschte Entlastung mit bis zu 120 Plätzen in einem neuen, eigenständigen Haus könne ab September 2015 erfolgen, sagte Hacker. Bis dahin müsse man ein Schuljahr lang ein Provisorium im Schulgebäude selbst schaffen.
Das sei zwar alles andere als ideal, lasse sich aber auch nicht anders lösen.

Das Gebäude ist laut Hacker als ein "Inselgebäude" zu betrachten, also als ein eigener Hort. Einen Zugang über den bestehenden Hort habe man deshalb nicht beabsichtigt. Das Gebäude dient auch für die Südschule. Die Kinder werden dann mit dem Bus dorthin gefahren. Im Gebäude am Burgstaller Weg selbst gibt es keinen Hort, aber eine Mittagsbetreuung.

Mit Flachdach

Der 24 mal 22 Meter große Bau mit Flachdach wird auf dem Gelände nördlich der Turnhalle errichtet (siehe Foto).Wie immer, so sagte das Stadtoberhaupt, handle es sich "um ein höchst energieeffizientes, barrierefreies Gebäude, in dem sich die Kinder und Jugendlichen sicher wohl fühlen werden, wenn sie dort Hausaufgaben machen, ihre Freizeit verbringen - auch in den Schulferien." Vor dem Gebäude bleibe noch ausreichend Fläche für den Bolzplatz, die Spielgeräte an dieser Stelle werden versetzt.

Architekt Michael Huppenkothen erläuterte, dass er bei der Ausgestaltung großen Wert auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit gelegt habe. Die Nasszellen beispielsweise befinden sich auf beiden Etagen genau übereinander und werden in der Mitte positioniert, um lange Wege zu vermeiden. Jeweils zwei Gruppenräume nebst Nebenzimmer werden auf beide Stockwerke verteilt.

2,8 Millionen Euro teuer

Die Erschließung wird über die Carl-Platz-Schule erfolgen. Von dort aus erfolgen auch die Anlieferungen. Ein Hauptzugang über die nördlich angrenzende von-Schönborn-Straße sei nicht beabsichtigt, sagte der Planer und trat damit Befürchtungen des grünen Stadtrats Maximilian Maydt entgegen.

Die Kosten des Projekt betragen 2,8 Millionen Euro - eine stolze Summe, wie Walter Drebinger (CSU) in der Diskussion festhielt. Er hätte gerne ein Haus mit Satteldach gesehen. Das aber sei bei diesen Maßnahmen kaum machbar, denn dann würde das Gebäude sehr hoch, stellte Huppenkothen fest.

Elke Bauer (SPD) nannte das Vorhaben eine "logische Folge der gesellschaftlichen Entwicklung". Die Nachfrage bei den Eltern steige zusehends. Ihr Fraktionskollege Curd Blank fragte an, ob man auf das Flachdach denn auch eine Photovoltaikanlage als Heizungsunterstützung oder Eigenstromquelle anbringen könne. Das wäre sicherlich denkbar, antwortete der Architekt.

Etwas Kopfzerbrechen bereitet noch die Übergangszeit. In diesem "Sandwich-Schuljahr" 2014/2015, das bis zur Eröffnung ohne den Neubau zurechtkommen muss, werde es eine temporäre Lösung geben, erläuterte Bürgermeister Hacker. Hortgruppen sollen dann im Schulgebäude der Carl-Platz-Schule untergebracht werden.

Ausreichend Platz

Das werde zwar räumlich leicht beengt werden, allerdings gehen laut Hacker zum September 2014 vier Grundschulklassen zurück in die generalsanierten, teils neu gebauten Räume am Schulzentrum Burgstaller Weg. Insofern werde insgesamt ausreichend Platz an der Carl-Platz-Schule für die Hortgruppenprovisorien vorhanden sein.