Schon im Gang ist es zu hören: Bumm-bada-bumm-bada-bumm. Leidenschaftlich und konzentriert üben vier Frauen mit ihrem Trommellehrer Claus Zwanziger im Proberaum der Fortuna Kulturfabrik. Die Schülerinnen gehen richtig in den Rhythmen auf, der Spaß am Trommeln ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Vor allem Daniela Köberlein fühlt sich sehr wohl in ihrer Trommelgruppe und ist froh, dass es endlich so ein Angebot gibt.

Kurs entstand zufällig
Seit dem 8. Januar gibt es die Trommelgruppe an der Musikschule Höchstadt, die von Claus Zwanziger, Trommellehrer und gelernter Schlagzeuger, ins Leben gerufen wurde. "Dieser Kurs ist eigentlich zufällig entstanden", sagt er.
Nach einem Workshop waren einige der Teilnehmer so begeistert, dass der Leiter der Musikschule, Gerhard Geuder, sich nach Absprache mit Zwanziger dazu entschloss, eine wöchentliche Trommelstunde anzubieten.



Mittlerweile sind es acht Teilnehmer, die jedoch nicht immer regelmäßig erscheinen können. Manche haben auch keine Zeit zum Üben - was in dieser Gruppe aber kein Problem darstellt. Es ist nämlich jeder willkommen, "Alter und Können spielen keine Rolle", sagt Zwanziger. "Man braucht keine wirklichen Vorkenntnisse und muss auch nicht besonders musikalisch sein. Es ist nicht wie in der Klassik, wo man sich an Noten halten muss", meint der Trommellehrer. Da die meisten Trommel-Schüler berufstätig sind und Familien haben, können sie nicht jeden Dienstag kommen - mal ist ein Kind krank, mal dauerte es auf der Arbeit länger. "Das ist aber kein Problem. Es ist sehr schön, dass jeder da abgeholt wird, wo er gerade steht", erzählt Daniela Köberlein. Sie war von Anfang an dabei und ist begeistert von dem Trommelkurs. "Ich wollte das schon lange machen, aber es gab nie das Angebot."

Die Trommelstunde ist aber nicht nur ein guter Ausgleich, sondern auch etwas für die ganze Familie. "Familien sind auch willkommen. Dadurch kann man etwas zusammen machen und zu Hause einfach mal zusammen trommeln", erklärt Claus Zwanziger. Die Schüler benötigen nicht unbedingt eigene Instrumente. "Man kann mit fast allem trommeln. Wer möchte, kann sich seine eigene Djembé kaufen. Leider haben wir hier nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung, aber wir probieren auch immer wieder verschiedene Percussionintrumente aus", sagt der engagierte Trommellehrer.

Die Trommelprobe ist abwechslungsreich gestaltet. Die Schüler spielen zu Beginn immer zusammen. Ein Intro und den Groove. Claus Zwanziger geht auf seine Schüler ein und erklärt: "Wir gehen von einfach nach schwer." Dadurch wird das Niveau während der Stunde gesteigert und keiner hat Probleme, wieder in die Rhythmen und den Umgang mit dem Instrument reinzukommen. "Habt keine Angst", sagt Zwanziger zu seinen Schülerinnen, und wenn er merkt, dass jemand nicht ganz mitkommt, spielt er den gleichen Rhythmus wie der Schüler und erklärt ihn noch einmal.

"Ihr könnt euch erst an den anderen orientieren. Wenn ihr den Rhythmus dann könnt, wird er geändert, damit jeder auf sich gestellt ist", erläutert Zwanziger weiter. Damit sollen die Frauen auf die Situation eines Auftritts vorbereitet werden. "Ihr lernt so, eure Stimme alleine zu halten."

Das Niveau steigt
Gegen Ende der Stunde steigt das Niveau. Jeder soll ein Solo spielen. "Jeder von euch kann spielen, was er möchte. Das hört sich leicht an, es ist aber eine ganz schöne Herausforderung", sagt Zwanziger, und die vier Trommlerinnen legen los. Die Aufgabe stellt sich wirklich als schwieriger heraus, als gedacht, denn im richtigen Augenblick zu schlagen, nur nach der eigenen Vorstellung, ist zu Beginn gar nicht so einfach. Nach zwei Durchgängen geht der Gruppe das Intro mit dem Groove und anschließendem Solo schon wesentlich leichter von der Hand.

Zum Schluss motiviert der Trommellehrer seine Schüler noch einmal. Er zeigt ihnen auch, wie sie zu Hause üben können. "Man braucht dazu kein Instrument, ein Tisch oder ein Stuhl funktionieren auch. Man darf nur nicht so fest trommeln."

Eigenes Instrument gekauft
Daniela Köberlein hat sich mittlerweile ihre eigene Djembé zugelegt und freut sich jedes Mal auf die Trommelprobe am Dienstagabend. "Es ist sehr schön, dass wir alle zusammen spielen und auch jeder mitspielen kann." Sie fände es trotzdem schön, wenn die Gruppe am Ende des Schuljahres einen Auftritt bewältigen könnte. "Man will schließlich zeigen, was man gelernt hat."
Es gibt durchaus die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten. Die Trommelschüler können, wenn sie dazu bereit sind, bei verschiedenen Veranstaltungen, zum Beispiel der "Offenen Bühne" der Musikschule ihr Können präsentieren. Außerdem gibt es eine Trommelgruppe für Kinder. Wenn es jedem liegt, kann damit die ganze Familie Trommelspaß erleben. Auch Daniela Köberlein musiziert gerne mit ihrer Familie - auch wenn nicht alle trommeln. Sie kombinieren dann die Djembé mit Klavier und anderen Instrumenten.