Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge sei unvermeidlich, wolle man im nächsten Jahr nicht sammeln gehen. Das stellte Kassier Hans-Günter Emrich in der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Reicher Ebrachgrund klar, als er ein Minus von mehr als 7000 Euro für das vergangene Jahr vermeldete. Zwar werde einiges wieder zurück fließen, denn der Verein habe im vergangenen Jahr in ein Buchprojekt investiert, dessen Kosten durch den Verkauf nach und nach wieder eingehen. Kostspielig sei auch die umfangreiche Jubiläumsausgabe des Heimatboten anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens gewesen, und wenn dieser weiterhin in Farbe gedruckt werden solle, müsse man dringend die Einnahmen erhöhen.
Ohnehin wären die Beiträge seit 15 Jahren stabil. Seit der Umstellung auf den Euro betrug der jährliche Beitrag 15,34 Euro.
Einer Erhöhung auf 20 Euro zuzustimmen, war für die Mitglieder daher keine große Sache. Sehr zur Freude des Vereinsvorsitzenden. Franz Kachler war daran gelegen, die Erhöhung in diesem Jahr über die Bühne zu bringen, da 2015 die Neuwahl des Vorstands ansteht. Ob auch der Heimatbote künftig teurer wird, blieb noch offen, teilt der Verein mit. Nichtmitglieder können bislang das Jahrbuch für zehn Euro erwerben, den Mitgliedern wird es kostenlos überlassen.
Aktuell zählt der Verein 396 Mitglieder. Sie rekrutieren sich zu je einem Fünftel aus den Ebrachgrundgemeinden Schlüsselfeld, Wachenroth, Mühlhausen und Pommersfelden sowie aus der weiteren Umgebung.

Zwei neue Ehrenmitglieder

Zu den drei im vergangenen Jahr ernannten Ehrenmitgliedern kamen jetzt durch Beschluss der Versammlung zwei neue hinzu: Job Freiherr von Seckendorff-Witzleben, ein echtes Gründungsmitglied, und FT-Mitarbeiterin Evi Seeger, die kurz danach beigetreten ist. Beide hätten sich "durch eine starke Außenwirkung" für den Ebrachgrund und damit für den Verein verdient gemacht. Das Bestreben des Vereins sei auch "die Mehrung des Ansehens des Reichen Ebrachgrundes", sagte Kachler. Job von Seckendorff-Witzleben, Forst- und Teichwirt auf Schloss Weingartsgreuth, sei immer zur Stelle, wenn er gebraucht werde. Der Verein verdanke ihm manch schönen und humorvollen Vortrag. Evi Seeger habe sich durch fast 30-jährige journalistische Arbeit Verdienste um den Ebrachgrund erworben.
Unter den Aktivitäten des vergangenen Jahres erwähnte der Vorsitzende den Vortrag des Bamberger Kreisheimatpflegers Wolfgang Rössler über Seußling und die Regnitz, die Vorstellung des neuen Buches von Johann Fleischmann und als "echtes Schmankerl" den Maiausflug nach Schloss Breitenlohe.
"Der Anbau und die Verarbeitung von Kren" titelte ein Vortrag, den die Höchstadterin Gretel Hawel und Sigrid Schütz aus Ailsbach gemeinsam ausgearbeitet hatten. Anhand einer Power-Point-Präsentation konnten die Mitglieder den Weg der "magischen Wurzel" vom Legen bis zur Ernte und deren Verarbeitung begleiten.
Dabei wurde deutlich, wie sich der Anbau in den vergangenen Jahrzehnten dank neuer Arbeitsmethoden und moderner Maschinen verändert hat. Dennoch fallen pro Hektar Anbaufläche 1000 Stunden an Arbeitsaufwand an. Auch viel Wissenswertes über die Geschichte des Krens wussten die beiden Expertinnen zu berichten: Dass der Name von greinen, also weinen kommt , und dass der Nürnberger Landgraf Johann, ein Alchimist im 15. Jahrhundert, die Wurzel aus einem fernen Land nach Franken gebracht hat. Am Ende gab Gretel Hawel noch ihr selbst verfasstes Kree-Gedicht zum Besten: "Es Kree-Baua Leut, des is a Ploch ... "