Viel Beifall gab es in der Jahresversammlung des Heimatvereins in der Gaststätte Heller für den bekannten Bäckermeister und CSU-Stadtrat Franz-Josef Lang. Die Mitglieder des Vereins staunten, dass der erst 65-jährige Bäckermeister für 55 Jahre Mitgliedschaft von Klaus-Peter Gäbelein geehrt wurde. Der seiner Stadt verbundene Lang wurde bereits als Zehnjähriger Mitglied des Heimatvereins.

Gäbelein, der für jeden Jubilar die passenden Worte fand, lobte den Bäckermeister als aufrichtigen, geradlinigen und zuverlässigen Mann, und bedankte sich für die schönen Stunden, die der Heimatverein im Innenhof der Bäckerei Lang verbringen durfte. "Die Arbeit des Heimatvereins mit seinen Vorträgen und Beiträgen zur Stadtgeschichte ist sehr wichtig für jetzige und künftige Generationen.
Wir werden, so lange es uns möglich ist, Innenhof und Scheune für die kulturellen Veranstaltungen öffnen", erklärte Lang in seiner Dankesrede.

Das wohl schönste Kompliment bekam Vorsitzender Gäbelein von Irene Hetzler, die für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. "Der Heimatverein ist der beste Verein Herzogenaurachs und hat mit dem Klaus-Peter auch den besten Vorsitzenden", erklärte sie und bedankte sich für die schön gestaltete Urkunde. Gäbelein wäre nicht Gäbelein, wenn er dazu keinen Kommentar gehabt hätte. "Es is bloß gut, dass ich heit Beruhigungstropfen gnumma hob, sunsd müsste etz greina", gab der Vorsitzende zurück.

Stolz zeigte sich auch der Wirt Hans Heller über seine Ehrung für 25-jährige Mitgliedschaft. Für ihn gab es als Dank für die langjährige Gastfreundschaft ein Geschenk und für seine Frau Evelyn Blumen. Hans Heller glaubte zuerst, dass in dem runden Karton etwas Trinkbares ist, "da is bestimmt a Heller Bier drin", wurde am Stammtisch vermutet. Beide hatten Unrecht, denn im Karton verbarg sich eine Brotzeit.

Essen und Trinken zieht immer

In seinem Jahresbericht ließ Gäbelein die Veranstaltungen des vergangenen Jahres Revue passieren. Bei manchen Studienfahrten wünscht sich der Vorsitzende mehr Teilnehmer. "Es ist schon irgendwie erstaunlich, wenn es um Essen und Trinken oder zu einer Brauereibesichtigung geht, ist der Bus sehr schnell ausgebucht, während ich bei manch anderen Fahrten um Teilnehmer betteln muss."

Auch mit dem Besuch mancher Vorträge zeigte sich Gäbelein nicht so recht zufrieden. Dass in einer Stadt mit über 24 000 Einwohnern und einem Verein mit mehreren hundert Mitgliedern sich bei einem wirklich interessanten und hörenswerten Vortrag vielleicht nur 50 Zuhörer einfinden, sei schon etwas enttäuschend.

Beim immer gutbesuchten Gesprächskreis gehen inzwischen die Themen aus, berichtete Dritter Vorsitzender Herbert Dummer, aber aus der Versammlung kam gleich der Vorschlag, das Thema Heimatvertriebene, insbesondere die sogenannte Kirschensiedlung, aufzunehmen.

Wie Gäbelein berichtete, sind nach wie vor die Stadtführungen ein Renner und das Interesse sowohl von Einheimischen als auch von Touristen sei ungebrochen.

Der Vorsitzende forderte alle dazu auf, neue Mitglieder, vor allem jüngere, zu werben. Wie das geht, machte Gäbelein selbst vor. Beim Heller lernte er einen jungen Kieler kennen, schenkte ihm einen Heimatkalender, nicht ohne den Hinweis, dass sich auf der letzten Seite ein Aufnahmeantrag befinde, und lud ihn zur Jahresversammlung ein. Der Norddeutsche, der sich aber von Gäbelein nicht als Preuße betiteln lassen wollte, kam tatsächlich und wurde damit Mitglied Nummer 706. Natürlich wurde das neue Mitglied gleich etwas ins Fränkische eingewiesen, als er sich vorstellte und sich vornahm zum Heimatverein "hin" zu gehen. So gehe man zum Heimatverein "nicht hin, sondern da geht mer na", wurde der Mann gleich berichtigt.

a
Die Geehrten: