Die Sanierung der Grundschule in Hannberg nimmt langsam Form an, und wenn der Gemeinderat dem Vorentwurf zustimmt, der von den Planern jetzt dem Bauausschuss vorgestellt wurde, könnten die ersten Ausschreibungen starten. Allerdings müssen vorher noch die Kosten ermittelt und dem Gemeinderat erläutert sowie mit der Regierung von Mittelfranken abgestimmt werden.
"Das erfordert noch viele Gespräche und Überzeugungsarbeit, denn so gefällig die Entwurfsplanung auch ist, letztendlich muss die Maßnahme auch finanzierbar sein", erklärte Bürgermeister Horst Rehder (BB) im Nachhinein. Mit den Fachplanern gab es in den letzten Monaten viele Gespräche und Untersuchungen im Schulgebäude.
Dabei trat eine Reihe von Problemen auf, und insbesondere bei den Fluchtwegen ist laut Rehder ein schnelles Handeln erforderlich.
Besonders im Wabenbau, der weitgehend unverändert bleiben soll, gibt es aktuell weder einen ersten noch einen zweiten Fluchtweg. "Ein eklatanter Mangel, der ganz schnell behoben werden muss", erklärte Architekt Mario Bodem vom Büro Ing + Arch. Die Fluchtwege sollten in den Sommerferien eingebaut werden, allerdings war in der Kürze der Zeit keine Montagefirma zu finden.
Die Klassen sollen während der Sanierung des Altbaus in den Wabenbau umziehen, und nach Auffassung des Brandschutzbeauftragten müssen die Fluchtwege sichergestellt sein, denn nach den aktuellen Vorschriften dürfte der Bau schon jetzt nicht mehr betrieben werden. Wie Bodem erläuterte, soll auch innerhalb des Wabenbaues ein neues Treppenhaus eingebaut werden, das weniger Platz beansprucht als das derzeitige. Der freiwerdende Raum könne dann anderweitig genutzt werden.
Nach der Untersuchung des Büros Dess + Falk sei im Altbau auch die Technik weitgehend marode, und in der jetzigen Aula seien Schadstoffe knapp über der zulässigen Grenze nachweisbar. Zudem wurden im Keller Feuchtigkeitsschäden festgestellt und es sei auch die Ursache gefunden worden, warum sich der Boden in der Schulküche hebt und senkt. Daran seien die unweit stehenden Eichen verantwortlich, die dem lehmigen Untergrund das Wasser entziehen. Bei Trockenheit senkt sich der Boden und bei Regen hebt er sich wieder.


Pausenhof wird erweitert

Wesentliche Änderungen des schulischen Nutzungskonzepts werden die Verlegung des Werkraums und der Abriss eines Klassenzimmers sein. Durch den Abriss des Klassenzimmers entsteht eine zusammenhängende Pausenraumfläche, und der Pausenhof wird in den Innenhof erweitert, damit wird ein wintergartenähnlicher Bereich geschaffen. Nach den Feststellungen des Statikers ist auch das Dach im Eingangsbereich nicht ausreichend tragfähig und muss umgestaltet werden.
Der Gemeinderat hat sich für eine Pelletheizung entschieden, an der sowohl die benachbarte Kita als auch die Seebachgrundsporthalle angeschlossen werden sollen. Wilhelm Stockel vom Büro Dess + Falk Ingenieurgesellschaft erläuterte nochmal das Konzept. Nach den Erfahrungen von Wilhelm Stockel sollen die Klassenzimmer einzeln und CO2 -gesteuert belüftet werden. Der Bau wird nach der Sanierung Passivhausstandard erreichen. Die Planer hatten noch eine ganze Reihe von Maßnahmen, insbesondere zu den Sanitärbereichen, im Gepäck und verwiesen darauf, dass dadurch nicht nur das Platzangebot verbessert wird, sondern sich auch auf die Folge- und Wartungskosten positiv auswirke.
Wenn in den nächsten Wochen die Kosten auf dem Tisch liegen, muss der Gemeinderat entscheiden, welche Maßnahmen wann und in welcher Reihenfolge durchgeführt werden.