Wie soll das Parken in der Innenstadt künftig geregelt werden? Dieser Frage spürte die CSU nach und lud Anwohner und Geschäftstreibende aus Herzogenaurach zu einem Bürgergespräch. Rund 30 Teilnehmer folgten und brachten interessante und auch neue Erkenntnisse, die die Fraktion jetzt in einem Antrag an den Stadtrat formulieren will. So fasste es Konrad Körner zusammen, der die Versammlung leitete.

Zu diesen Ergebnissen zählt beispielsweise der Wunsch, auf dem Großparkplatz erst nach dem Parken bezahlen zu müssen und nicht im Voraus. Das aber würde eine Absperrung mit Schranke erforderlich machen. Und für ihre Mitarbeiter wünschen sich die Firmeninhaber aus der Innenstadt günstigere Parkgebühren.

Anlass für das Gespräch ist die Absicht der Stadt, nach der zum Jahresende geplanten Fertigstellung des Parkdecks die Gebührenstruktur zu ändern. Die bisher 75 kostenfreien Dauerparkplätze an der Schütt sollen wegfallen. Dafür soll es ein günstiges Tagesticket geben. Insgesamt habe man 435 öffentliche Stellplätze im Innenstadtgebiet, die Bewohnerparkplätze nicht mitgerechnet. 145 davon sind bislang kostenfrei.

Bonussystem für Kunden

Allgemeine Zustimmung entwickelte sich in der gut anderthalbstündigen Diskussion zu dem Vorschlag von Klaus Beck (CSU), beschrankte Parkplätze zu schaffen, verbunden mit einem Bonussystem für Kunden, die in der Innenstadt einkaufen. Das ließe sich gut nach dem Verlassen des Parkplatzes abrechnen. Auch Lothar Maydt (Haushaltswaren Maydt) begrüßte das. Die so genannte Bäckertaste, also die erste halbe Stunde kostenlos, solle natürlich bleiben. Aber wer länger für seinen Einkauf braucht, der solle nicht schnell zurück müssen, um nachzuzahlen. Bequemer wäre ein Bezahlen nach dem Parken.

Ursula Müller (Fotostudio) sprach auf die Vergünstigungen für Bedienstete der Stadt an, die die Mitarbeiter der hiesigen Firmen nicht hätten. "Wenn es kostenloses Parken mit Parkausweis für Stadtmitarbeiter gibt", so stellte sie fest, "kann man das den Mitarbeitern der Geschäfte auch geben." CSU-Stadtrat Walter Drebinger erklärte, dass durch den Parkplatz für die Rathausbediensteten auf dem Daigfußgelände ja auch Parkflächen für die Öffentlichkeit am Hubmannparkplatz frei geworden seien. Das dürfe man der Fairness wegen nicht verschweigen. Dennoch sei das eine Ungleichbehandlung, behauptete Thomas Kotzer (Schreibwaren Ellwanger).

Das völlig kostenfreie Parken für Rathaus-Mitarbeiter rückte im Gespräch dann auch eher in den Hintergrund, aber Vergünstigungen würde man sich schon erhoffen. Lothar Maydt: "Die Mitarbeiter der Geschäfte haben ein Anrecht auf einen verbilligten Parkplatz." Diese Anregung (Stichwort Monatskarte für Mitarbeiter) will Konrad Körner nun ebenso in einen Antrag fassen wie den Vorschlag des Beschrankens ("Das ist eine gute Idee an der Schütt").

Die Debatte brachte noch weitere interessante Ansichten. Aber auf die Frage, wer denn auf dem stets gefüllten kostenlosen Dauerparkplatz an der Schütt wirklich stehe, gab es keine Antwort. Die Vermutung gehe da in Richtung Schaeffler-Mitarbeiter, sagte Körner. Hedwig Röttger (Schuh Röttger) merkte jedenfalls an: "Die Stadt ist leer, aber die Parkplätze sind voll."

Was kostet das Dauerticket?

Auch die geplante Höhe des Tagestickets an der Schütt wurde kritisiert. 60 Euro im Monat seien teuer, meinte Werner Biermann (Elektrogeschäft). Auch wurde gefragt, was denn ein gemieteter Dauerparkplatz auf dem abgetrennten Privatparkplatz koste. CSU-Mann Körner wollte keine Auskunft geben wegen Verschwiegenheitspflicht, aber aus der Runde wurde der Betrag 30 Euro genannt. Also wesentlich günstiger.

Fritz Welker (Sonnenapotheke) meinte, dass man mehr Parkplätze brauche, so wie im benachbarten Neustadt. Hans Lang sei der einzige gewesen, der Parklätze aus dem Nichts geschaffen habe, und zwar an den Aurachwiesen. Katharina Ort (Töpferei) sah das anders. Für wen sollen die ganzen Parkplätze sein, "wenn ein Geschäft nach dem anderen zumacht und leer steht." Unterstützung bekam sie durch Christina Grübler (Red Corner): "Weniger die Parkplätze sind das Problem." Klaus Beck vermisst das Angebot in der Innenstadt. "Wenn ich schon in der Stadt bin, dann bin ich in der Stadt", meinte er zum Verhalten der Kunden. Denen müsse man dann halt auch entsprechendes bieten.