Die Geburtsurkunde von Hannberg (Hagenberch) stammt aus dem Jahr 1065 und der Ort spielte wegen seiner Lage an der Handelsstraße zwischen Bamberg, Würzburg und den Königsgütern in Büchenbach und Herzogenaurach strategisch wichtige Rolle.

Die von Weiten sichtbare Wehrkirche der Pfarrei Hannberg kann zwar erst 550 Jahre aufweisen und gilt mit ihren Ausmaßen auf einer Grundfläche von 0,37 ha als drittgrößte Kirchenburg Deutschlands. In Hannberg kann bereits seit 1348 eine steinerne Kapelle nachgewiesen werden. In dieser Kapelle führte ein Messner aus Büchenbach regelmäßig Gottesdienste für die Gläubigen von Hannberg und Nachbarorten durch.

Bitte um Genesung

Die Kirche "Geburt Mariens" spielte sie in der Geschichte der Ortschaft stets eine dominierende Rolle. Über Jahrhunderte wurde in der Pfarrkirche Geburt Mariens ein Gnadenbild der Mutter Gottes verehrt und sie ist heute noch Patronin der spätgotisch-barocken Pfarrkirche in Hannberg. Noch in den 1950er Jahren wurden in der kleinen Mariengrotte in der Wehranlage Votivgeschenke bei der Lourdesmadonna von Gläubigen abgegeben und Maria um Genesung und Heilung von Kranken gebeten.

Als eine Besonderheit der Wehranlage gilt das moderne Verteidigungskonzept. Während vergleichbare Kirchenburgen zum Ende des 15. Jahrhunderts auf Wehrgänge und Wassergräben setzen, wurden in Hannberg die Wehrtürme mit Schießscharten nach innen und außen ausgestattet, damit die Bevölkerung auch innerhalb der Anlage verteidigt werden konnte. Als letzter Ausweg wurde ein unterirdischer Gang gebaut, der das Kirchengebäude mit der Außenwelt verband.

Die Kirchengemeinde wartete noch das 950-jährige Jubiläum im Mai dieses Jahr ab und in diesen Tagen wurde die Kirche ausgeräumt und die Kirche außen eingerüstet. Nach dem Ausbau der Orgelpfeifen und Entfernung der Figuren wird auch im Innern ein Gerüst aufgebaut. Wegen eindringendem Wasser traten nicht nur im Innern Feuchtigkeitsschäden auf, auch das tragende Balkenwerk musste bereits notdürftig repariert werden. Deshalb muss das Kirchendach erneuert werden und eine vollständige Innenrenovierung mit der Behebung der vorhandenen Risse Feuchtschäden erfolgen.

Renovierung war von Nöten

Nun steht wegen sichtbarer Schäden der Kirche eine umfassende Renovierung an und die Kirche ist für rund ein Jahr geschlossen. Wie Pfarrer Lars Rebhan erläuterte, ist die letzte große Innenrenovierung mittlerweile vierzig Jahre her.

Untersuchungen im Jahre 2010 ergaben statische Mängel in der Dachkonstruktion und bei weiteren Begehungen und Untersuchung der Raumschale wurde festgestellt, dass der Schichtaufbau der Farbfassung der Wände im Kirchenschiff, im Chor und der Taufkapelle instabil sind und für eine Neufassung nicht tragfähig seien. Deshalb werden die Farbschichten bis zum stabilen und tragfähigen Untergrund abgenommen und neu aufgebaut. Der Pfarrer ist den Mitgliedern der Kirchengemeinde sehr dankbar, die immer anpacken wenn Hilfe gebraucht wird. So auch beim Ausbau und Transport der Kirchenbänke sowie beim Ausbau der Orgelpfeifen.

Die bindemittelreiche, dicke Mörtelschicht der Decke bildet zusammen mit den Schilfrohren ein sehr starres System, das an einem dynamischen System - den Deckenbalken- befestigt ist. Bei Winddruck sind Bewegungen der Deckenbalken unvermeidbar. An manchen Stellen wurde festgestellt, dass die Schilfrohre nicht vollkommen durchlaufen. Die Risse ziehen sich stellenweise auch durch die Deckenmalereien und in der Hohlkehle parallel zur jeweiligen Außenwand. Der Riss ist auf den Materialwechsel Wand/Decke zurückzuführen.

Auch das ausgebaute Gestühl wird überholt, die Altäre gereinigt und soweit als notwendig auch restauriert. Die Kirchengemeinde nutzt natürlich die Renovierung auch gleich zu technischen Installationen und erneuert Licht und Lautsprecheranlage, Wie Pfarrer Lars Rebhan versichert, wird der Neuanstrich im Innern wieder die gleichen Farben bekommen und auch die Deckengemälde werden überarbeitet, damit sie wieder im früheren Glanz erstrahlen.

Versteckte Schäden

Natürlich kostet die Renovierung viel Geld und das staatliche Hochbauamt schätzt die Kosten aufgrund der Gutachten auf rund 720 000 Euro und Pfarrer Lars Rebhan hofft, dass im Zuge der Renovierung nicht noch weitere versteckte Schäden auftauchen.
Der staatliche Baukostenanteil beträgt wird 356 000 Euro betragen und die Kirchengemeinde muss 364 000 Euro aufbringen. An dem kirchlichen Kostenanteil wird sich die Erzdiözese Bamberg beteiligen. Die Kirchenstiftung Hannberg geht im Moment von einer Eigenbeteiligung von 150 000 Euro aus. Um den Anteil der Kirche schultern zu können, wurde im Dezember ein Förderverein gegründet. Ziel dieses Fördervereins ist es, die Finanzierung der Instandsetzungsmaßnahmen der Wehranlage inklusive Nebengebäude durch das Akquirieren von Spenden sicherzustellen.

Ausweichquartiere vorhanden

Ein ordentliches Mitglied zahlt 15 Euro im Jahr und selbstverständlich sind auch höhere Beträge und Spenden willkommen.
Während der Zeit der Renovierung der Hannberger Wehrkirche müssen für die Gottesdienste Ausweichquartiere in Anspruch genommen werden und Pfarrer Lars Rebhan bittet, diese auch zu nutzen.
Es sind dies der Don-Bosco-Saal (DB) und die Ölbergkapelle (Ölberg) in der Wehranlage sowie die Kapelle St. Ottilia in Hesselberg und die Filialkirche St. Michael in Großenseebach.