Konrad Ganzer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth referierte über Eiweißalternativen in der Milchviehfütterung. "Die Basis für eine gute und kostengünstige Eiweißversorgung liegt hauptsächlich im Grobfutter", erklärte der Experte.

Ein Vergleich unterschiedlicher Grassilagequalitäten zeige ein erhebliches Einsparpotenzial. Eiweißalternativen im Kraftfutterbereich lassen sich seinen Ausführungen nach in drei Gruppen einteilen: Extraktionsschrote und Kuchen, Brauerei- und Brennereinebenprodukte sowie "Eiweiß vom Acker". Der Referent ging besonders auf die Kategorie "Eiweiß vom heimischen Acker" ein. "Darunter fallen Ackerbohnen, Futtererbsen, Süßlupinen und Sojabohnen. Beim Einsatz dieser Futtermittel in der Rinderfütterung sind vor allem der Fett- und Stärkegehalt, der Eiweißabbaugrad im Pansen, die Schmackhaftigkeit und nicht zuletzt die Preiswürdigkeit zu beachten." Bei Berücksichtigung dieser Punkte und in Kombination mit anderen eiweißreichen Futtermitteln, wie zum Beispiel dem Rapsextraktionsschrot, könnte in der Rinderfütterung vollständig auf Zukaufs-Sojaextraktionsschrot verzichtet werden.

Richard Röthlingshöfer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Uffenheim stellte die diesjährigen Gras- und Maissilagequalitäten vor. Nachdem es im Frühjahr des vergangenen Jahres von Mitte Februar bis Mitte Mai fast keine Niederschläge gab, war die Erntemenge beim ersten Schnitt Grassilage bei 50 bis 70 Prozent normaler Jahre. Allerdings führte die lange Trockenheit und gleichzeitig hohe Sonneneinstrahlung zu extrem hohen Energiewerten, "hauptsächlich bedingt durch sehr hohe Zuckerwerte der Silagen". Gleichzeitig war der Boden so trocken, dass das Wasser zur Verholzung und Alterung der Gräser fehlte. Dies führte zu sehr niedrigen Rohfaserwerten in den Silagen.

Im zweiten Teil seines Referates befasste er sich mit Möglichkeiten, bei immer weiter steigenden Leistungen, die Kühe noch wiederkäuergerecht mit möglichst viel eigenem Grundfutter zu versorgen. Hier könnte der Einsatz von Luzerne in der Ration weiterhelfen. Die Luzerne hat gleichbleibend hohe Eiweißwerte, übersteht Trockenperioden besser und bringt viel strukturierte Rohfaser; Luzerne steigert somit die Grundfutteraufnahme und bringt beste Mineralstoffversorgung. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, könnte der Milchviehbetrieb seine Maisanbaufläche zugunsten von Luzerne reduzieren. Dies wäre in Zeiten der Biogaserzeugung mit hohen Maisanbauflächen, eine Bereicherung der Fruchtfolge und zusätzlich Insektennahrung.

Hartmut Paulus vom Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern (LKP) ging in seinem Vortrag auf den Anbau von Luzerne ein. Er zeigte unterschiedliche Saatverfahren. Bei sachgerechtem Anbau können sehr hohe Erträge erwirtschaftet werden. Im Gegensatz zu Mais steht bei Luzerne der Eiweißertrag im Vordergrund. Die blaublühende Futterpflanze ist seiner Ansicht nach zu Unrecht in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. Keine andere einheimische Kulturpflanze kann ähnlich hohe Eiweißerträge liefern. "Unter den momentanen Rahmenbedingungen ist ein wirtschaftlicher Anbau möglich. Auch aus Sicht des Erosionsschutzes ist zu hoffen, dass viele Milchviehhalter die Chancen dieser Kultur neu entdecken."

Anschließend zeigte Reiner Schemm vom Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung (LKV) Bilder von einer Lehrfahrt nach Wisconsin/USA. Die dortige Milchviehhaltung erreicht durch Holstein Frisian Tiere höchste Leistungen. In der Fütterung ist auch dort neben Silomais die Luzerne das wichtigste Grundfutter. In den Betrieben wird sehr auf Kuhkomfort geachtet. Neben, mit Ventilatoren gekühlten Ställen, ist die Liegebuchtengestaltung ein wichtiger Punkt. Zur Einstreu wird hier vorwiegend Sand verwendet.

Kernaussage der bäuerlichen Versammlung: Milchkühe, auch bei hohen Leistungen, können bedarfsgerecht auch ohne Sojaextraktionsschrot gefüttert werden.