Die ehemalige Lehrerin und Konrektorin dürfte wohl jedem Adelsdorfer bekannt sein. Wer nicht ihr Schüler war, hat zumindest bei ihr das Schwimmen gelernt! "Mir geht es gut und ich will keine Geschenke!", verriet sie dem FT. Den Unverbesserlichen riet sie in ihrer Einladung: "Ich freue mich über eine Spende für den Neubau des Kindergartens Sancta Maria!" Die große bunte Box füllte sich bis zum Abend rasch mit vielen Scheinen und Kuverts.

Gertraud Fröhlich wurde am 27. Juli 1922 in Mies, dem heutigen Stribro (Sudetenland) als Tochter des Bauunternehmers Josef und seiner Frau Pauline Ernstberger geboren. Ihr jüngerer Bruder Walther ist im Jahr 2003 gestorben. Schon in der Grundschulzeit erwachte in ihr der Wunsch, einmal Lehrerin zu werden. Das große Vorbild war ihre Lehrerin in der zweiten Klasse. Nach Schulzeit und Studium legte sie im April 1942 in ihrer alten Heimat die Lehramtsprüfung ab und unterrichtete dort bis Mai 1945. Dann hieß es packen und ab in den Westen.

Schock im Zoo


In Adelsdorf fand sie ihre zweite Heimat. 1946 heiratete sie Baptist Fröhlich, der vor elf Jahren verstorben ist. Zum Gratulieren kamen Sohn Rudolf und Tochter Birgit mit ihren Familien, fünf Enkelkinder und zwei Urenkel.
Die Jubilarin kramte gerne in ihrer reichen Erinnerungskiste: "In meiner Zeit als Lehrerin machten wir im Sommer oft einen Ausflug in den Zoo. Einmal hatte ich eine kleine Zweitklässerin verloren - ein Super-Gau für einen Lehrer! Aufgeregt suchte ich sie auf dem Gelände. Da saß doch das kleine Fräulein mit dem Rucksack und den schwarzen Zöpfen quietschvergnügt vor dem Elefantenhaus auf einem Stuhl, baumelte mit den Füßen, aß seelenruhig sein Brot und ratschte mit der Klofrau. Der Stein, der mir vom Herzen plumpste, war bestimmt bis Adelsdorf zu hören!”, erzählte sie lachend.

40 Jahre hat sie an der Adelsdorfer Volksschule unterrichtet, zuerst noch im ehemaligen - jetzt frisch renovierten - Rathaus. Ab 1967 zog sie in die neue Volksschule in der Oberen Bachgasse um, damals eine der größten Volksschulen im Landkreis. Unter dem damaligen Rektor Hans Handwerger hatte sie seit 1977 den Posten der zweiten Konrektorin inne. Über zwei Generationen Adelsdorfer prägte sie in dieser Zeit. Stets hat sie gerne mit Kindern gearbeitet - und diese arbeiteten gerne mit ihr, was nicht immer selbstverständlich war und ist.
Auch viele ehemalige Schüler schauten im Laufe des Tages in der Lounge des Hotels 3Kronen vorbei, gratulierten und versicherten: "Frau Fröhlich war eine sehr gute, mütterliche und beliebte Lehrerin!"

Gymnastik- und Schwimmkurse


Nicht nur "in der Schulstube” hatte sie gewirkt. Im Jahr 1971 bereits entstanden unter ihrer Leitung einige Damengymnastik- und Schwimmgruppen. Diese Kurse führt sie bis heute noch in alter Frische weiter. Rektor Hans Handwerger verabschiedete seine Stellvertreterin im Jahr 1985 mit den Worten: "Sie hat mehrere Generationen Adelsdorfer Bürger durch ihre unverwechselbare mütterliche Art geprägt”. Bereits am 11. Dezember 1997 bekam sie vom damaligen Bürgermeister Armin Goß die Ehrenurkunde der Gemeinde Adelsdorf überreicht.

Ihr Unruhestand hält bis heute an. Die Gratulanten gaben sich am Samstag die Türklinke in die Hand: 60 ihrer 90 Sportdamen sangen ihr ein Ständchen und jede überreichte der überraschten Jubilarin eine Rose. Zweite Landrätin Karin Knorr (FW), Bürgermeister Kasten Fischkal (FW), Gemeinderäte, ehemalige Kollegen und natürlich Pfarrer Thomas Ringer wünschten ihr noch viele gesunde Lebensjahre. Auf die Frage, wie man so fit und gesund alt werden kann, hat sie eigentlich keine Antwort parat. Aber ihr Lebensweg verrät es: sie hat nie gerastet - bis heute!