Am Sonntag unternahmen zahlreiche Interessenten eine Begehung der geplanten Südumgehung von Herzogenaurach mit der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt von den Freien Wählern und Landtagskandidat Christian Enz. Dazu eingeladen hatten Igel, BUND, die Bürgerinitiative HerzoSüdBewahren und die Freie-Wähler-Stadtratsfraktion von Herzogenaurach.

Gabi Schmidt ist als Landtagsabgeordnete Ansprechpartnerin für die Landkreise Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Fürth-Land, Erlangen-Höchstadt sowie die Städte Nürnberg und Fürth und auch durch verwandtschaftliche Beziehungen mit der Aurachregion verbunden. Zu Beginn ließ sie sich über die Situation vor Ort informieren, um Vergleiche mit ähnlichen Vorgängen zu haben.


Der Kfz-Verkehr dominiert

Herzogenaurach mit seinen Weltfirmen bietet zahlreichen Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz. Allerdings wohnen die wenigsten in Herzogenaurach selbst. Aber wie kommen die Mitarbeiter an ihre Arbeitsstelle in Herzogenaurach? Das Große Parkhaus der Firma Schaeffler an der Aurach zeigt es deutlich, die meisten kommen mit dem Pkw in Herzogenaurach an. Die Straße durch Niederndorf ist vor allem zu den Stoßzeiten regelmäßig verstopft und die Bewohner fordern mit Recht eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs. Die Verantwortlichen der Stadt Herzogenaurach planen daher eine Südumgehung.

Allerdings macht ein Blick auf die Landkarte klar, dass der weite Bogen der Straße im Süden von Herzogenaurach die Flur zerschneidet und außerdem tiefe Geländeeinschnitte und Brückenbauwerke für Talquerungen nötig macht.

Als Landwirtin war Gabi Schmidt zunächst an Auswirkungen für die Landwirtschaft interessiert. Die Interessengemeinschaft Eigentümer und Landwirte pro Alternative contra Südumfahrung, kurz Igel, beklagt den Verlust an Acker- und Waldflächen genauso wie die Zerschneidung der erst im Zuge der Flurbereinigung zusammengelegten Flurstücke und die Kappung der dabei neu angelegten Wege sowie einen ungeklärten Wasserablauf. Durch die Zerschneidung der Äcker wird deren Bearbeitung unwirtschaftlich. Für einige Landwirte ist dies existenzgefährdend.


Vorwurf: Die Trasse ist unattraktiv

Der große Bogen, den die Südumgehung schlägt ist für die Autofahrer nicht attraktiv, wie das Beispiel von Markt Bibart zeigt. Dort war eine Umfahrung der B 8 angelegt worden, die meisten Autofahrer nehmen aber nach wie vor den kürzeren Weg durch den Marktort, wie Schmidt berichtete.

Anwohner von Hauptendorf und Herzogenaurach befürchten durch die Umgehungsstraße den Verlust von Naherholungsflächen. Die Mitglieder des Bundes Naturschutz Deutschland führen an, dass die Trasse Landschaftsschutzgebiete und gesetzlich geschützte Biotope durchschneidet. Außerdem würden Tierarten und Pflanzen der Roten Liste sowie streng geschützter Arten bedroht. Moniert wurde auch, dass Trassen-Alternativen nur mangelhaft geprüft wurden. Zur Verkehrsentlastung könne die Reaktivierung der Aurachtalbahn beitragen. Auch Park&Ride in Verbindung mit einem Shuttle-System könnten die Blechlawine reduzieren helfen und Tempolimits ein Umdenken herbeiführen. Ungeklärt ist auch die Auswirkung der Stadt-Umlandbahn auf die Verkehrszahlen. Eine attraktive Linienführung und -taktung könne zum Umsteigen auf den Schienenverkehr animieren und den Autoverkehr reduzieren.