Telefonbetrug kann jeden treffen. Darauf weist die Gemeinde Adelsdorf aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt in einem eindrücklichen Post hin. "Achtung, Schockanrufe. Unsere Region wird aktuell von organisierten Betrügerbanden heimgesucht, die über das Telefon Kontakt zu ihren Opfern aufnehmen", heißt es.

Die Polizei habe bisher 21.000 solcher Anrufe registriert. Diese führt online Fälle aus ganz Franken und Bayern auf und gibt umfangreiche Ratschläge, wie Betroffene reagieren sollten.

Schockanrufe in Adelsdorf - weitere Orte in Franken von betrügerischen Anrufen betroffen

Mit unterschiedlichen Vorwänden kontaktieren Telefonbetrüger meist ältere Menschen und üben so geschickt Druck auf diese aus, damit diese sich bereit erklären, Geld an die Täter zu überweisen. Erst am Samstag (9. April 2022) berichtete die Polizei Hersbruck von einer Betrugsmasche auf Whatsapp.

So werde den Opfern von angeblichen Familienangehörigen vorgegaukelt, das eigene Handy sei kaputt und eine wichtige Überweisung müsse getätigt werden. Diese könne nicht selbst erledigt werden, weil das Online-Banking nicht funktioniere. Auch im Raum Bamberg traten Ende März 2022 solche Fälle auf. 

Noch schockierender sind Berichte über angebliche tödliche Unfälle, in die Verwandte verwickelt seien. Am Dienstag (25. Januar 2022) erhielt die Polizei Oberfranken fast 30 Mitteilungen über betrügerische Telefonanrufe. So täuschte eine Täterin einer 71-Jährigen vor, ihre Tochter habe einen tödlichen Unfall verursacht und müsse eine hohe Bargeldsumme aufbringen, um einen Gefängnisaufenthalt abzuwenden. Diese hob daraufhin eine fünfstellige Summe ab und übergab diese zusammen mit einigen Goldbarren und Münzen an eine Unbekannte.

Immer wieder neue Betrugsmaschen - Polizei klärt in Präventionskampagne auf

Laut Polizei lassen sich Betrüger*innen immer wieder neue Geschichten einfallen. Zum Beispiel weist ein angeblicher Bankmitarbeiter das Opfer telefonisch darauf hin, dass eine unberechtigte Abbuchung von dessen Konto getätigt wurde, schreibt das Polizeipräsidium Schwaben Nord. Zumeist von einem Online-Versandhaus. Anhand der EC-Karte des Opfers müsse dies überprüft werden, wozu die PIN genannt werden soll. Dann wird angekündigt, dass ein Polizeibeamter zur Anzeigenaufnahme vorbeikommen und die angeblich "fehlerhafte" EC-Karte sicherstellen würde.

Eine zweite Variante: Falsche Bankmitarbeiter müssten überprüfen, "ob es sich bei der Barschaft des Opfers um Falschgeld handelt. Dabei werden zuerst die Nummern der Geldscheine telefonisch von den Betrügern abgefragt". Schließlich wird ein angeblicher Mitarbeiter der Bank angekündigt, der das Bargeld der Opfer bei ihnen zu Hause persönlich "überprüfen" wird, schildert die Polizei.

Angesichts der häufigen Fälle und des drohenden finanziellen Verlustes der Opfer hat das Polizeipräsidium Unterfranken die Präventionskampagne "Leg auf!" ins Leben zu rufen. Die Polizei rät, bei einem verdächtigen Anruf direkt aufzulegen und die Notrufnummer 110 zu wählen. In keinem Fall würde die Polizei dazu aufrufen, Wertsachen an Unbekannte zu übergeben. "Wir wollen, dass sie sicher leben! Lassen Sie sich nicht beeindrucken! Lassen Sie sich nicht ängstigen!", schreibt die Gemeinde Adelsdorf zudem.