Eine Vernissage von 14 bis 16 Uhr in einer Hütte in Lonnerstadt und fast zeitgleich von 15 bis 20 Uhr die Ausstellung "Hidden Gallery" in der Alten Molkerei in der Neuweststraße in Uehlfeld - damit vereint am Sonntag, 11. Oktober, der trotz etlicher Zeitungsberichte immer noch geheimnisvolle Künstler "Ra.g.e" im Aischgrund viele seiner Werke zur gleichzeitigen Betrachtung.

Im Original ist das natürlich unmöglich - bemalt er doch vorwiegend einsame Hütten in Wald und Flur oder trägt sonst zur Verschönerung einsamer Plätze bei. Aber auf Postern und Fotografien festgehalten soll ein Eindruck entstehen, wie er seine Ambitionen künstlerisch festhält. Auch eigene Bilder sind dabei, ein Mosaik, Zeichnungen, alles mit ungewöhnlichen Materialien gefertigt. Und ein kurzer Film ist zu sehen - Drohnenaufnahmen über den in ein Feld bei Mailach gegrabenen QR-Code, mit dem die Geschichte im FT ihren Anfang nahm. Eine Woche Arbeit übrigens, die Graberei, vorwiegend alleine.

Zum Nachdenken anregen, über die Vergänglichkeit und eigene Emotionen festhalten - das ist das Ziel, das der junge Mann verfolgt. Außerdem will er Kultur aufs Land bringen. "Ich hätte das alles auch in der Stadt machen können. Aber im ländlichen Bereich ist mit solchen künstlerischen Aktionen doch so gut wie nichts geboten. Also hier", äußert er sich.

Seit rund einem Jahr ist er meist nachts unterwegs, um den leerstehenden Hütten äußerlich oder innerlich ein neues Gesicht zu geben. Über mangelnden Zuspruch seitens der Bevölkerung kann er sich nicht beklagen. Gute Besucherzahlen mit Interessierten aus Nürnberg, Bamberg und anderen Städten trifft er häufig an, wenn er unerkannt seine Wirkungsstätten wieder einmal aufsucht. Die Reaktionen auf Instagram und anderen sozialen Medien sind nach seinen Worten durchweg positiv - also kein Grund für ihn, seine Arbeit aufzugeben.

Die Ausstellungsstätten in Lonnerstadt und Uehlfeld, zu denen der Weg ab Mailach ausgeschildert sein wird, hat er über Kontaktpersonen zu den zuständigen Stellen ohne große Probleme zur Verfügung gestellt bekommen. "Das öffentliche Interesse hat mir dabei sicher sehr geholfen", so sein Fazit. In Uehlfeld ist die Ausstellung auch noch von Donnerstag, 15. Oktober, bis Sonntag, 18. Oktober, jeweils von 16 bis 20 Uhr geöffnet.