Großes dauert seine Zeit, und deshalb bat Bürgermeister German Hacker (SPD) bei der Sitzung des Planungsausschusses am Mittwochabend auch um Geduld. Die Projekte sollen lieber länger dauern und vernünftig gemacht werden, als dass man einen Schnellschuss setze.

Gemeint sind die Bauvorhaben in der Innenstadt, die gebaut werden sollen. Einmal Bürgerzentrum und Stadtbibliothek auf dem Hubmann-Gelände nebst Tiefgarage, zum anderen der Neubau des Rathauses mit Sanierung des Schlosses. Insgesamt geht man bisher vorsichtig von einer Investitionssumme von "60 Millionen plus" aus.
Den Ball in die Runde geworfen hatte der CSU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Schwab. Er drängte den Bürgermeister darauf, doch die Kosten preiszugeben, die für den Neubau des Rathauses entstehen. Denn diese sollten, nach Hackers eigener Ankündigung, ja eigentlich schon längst mitgeteilt worden sein, meinte Schwab.

Hacker antwortete am Mittwochabend, dass die Kostenberechnung noch nicht in der Form sei, dass man sie herausgeben könne. Zurzeit werde von Fachbüros geprüft, am Freitag (also heute) finde ein Jour fixe statt. Das alles sei aber zu spät, um die Ergebnisse bereits in der ursprünglich für den kommenden Donnerstag geplanten Stadtratssitzung bekannt zu geben. Mangels Tagesordnung habe man diese Sitzung abgesagt.

Hacker: "Wir brauchen Planungen, um belastbare Zahlen aussprechen zu können." Und: "Wir werden uns die nötige Zeit lassen. Wenn es ein Jahr länger dauert, dann dauert es das."

Die nächsten Beratungen sind am 3. (Planungsausschuss) und 19. Juli (Stadtrat). Dann geht es um die Kubatur des Bürgerzentrums. Nach dem Tiefgaragen-Beschluss sei eifrig gearbeitet worden. Das Architekturbüro habe es durch Effektivierung der Anlage geschafft, noch etwa zehn Stellplätze mehr herauszuholen, sagte Hacker. Im Stadtrat durchgesetzt hatte sich die zweigeschossige Lösung für einhundert Autos gegenüber der größeren mit 170 Stellplätzen auf drei Ebenen. Jetzt könnten es 110 werden.

CSU-Fraktionschef Schwab bat noch darum, in der Feriensitzung am 3. August keine wichtige Entscheidung zu treffen, da ja viele Stadträte im Urlaub seien. Vor allem solle man sich dann nicht mit dem Rathausneubau befassen. Grundsatzentscheidungen werde es da nicht geben, antwortete der Bürgermeister. Aber dass man in den Ferien gar nichts beschließt, könne er nicht versprechen. Es könnte ja zum Beispiel eine drängende Vergabe anstehen.

Schwab hatte auf die Kosten des Rathausneubaus auch deshalb angesprochen, weil die CSU zuletzt ja ins Wanken geraten war. "60 Millionen plus" für die gesamten Baumaßnahmen erschienen der Fraktion dann doch sehr viel. Schwab und sein Fraktionskollege Walter Drebinger stellten in einem FT-Gespräch ("60 plus x" bringt Sorgenfalten" in der Ausgabe vom 8. Juni) fest, dass die Rathaus-Kosten sich nicht spürbar erhöhen dürften. Denn sonst würde man Alternativen ins Spiel bringen wollen, wie beispielsweise die "alte" Puma-Verwaltung in der Würzburger Straße.


Hacker: Puma nicht geeignet

Dazu stellte Bürgermeister Hacker am Donnerstag auf Anfrage des FT fest, dass Puma im Vorfeld der Debatten bereits sorgfältig geprüft worden sei. "Das Gebäude ist für unsere Zwecke nicht geeignet, weil es viel zu groß ist." Hacker spricht vom Zweieinhalbfachen dessen, was man für das Rathaus benötige. Außerdem ist es eine gebrauchte Immobilie (80-er Jahre), die umgebaut und saniert werden müsste. Und auch andere Standorte habe der Stadtrat stets nahezu einstimmig verworfen. Es sei immer klar gewesen: "Das Rathaus gehört in die Mitte der Stadt."

Für Hacker kann es noch Wochen dauern, bis man konkrete Zahlen hat. Erst dann könne man entscheiden, wo man eventuell Abstriche machen muss.