Gleich zu Beginn der Stadtratsitzung am vergangenen Montag forderte Andreas Hänjes (SPD), den Antrag der Jungen Liste (JL) als Tagesordnungspunkt zu streichen und in die nicht-öffentliche Sitzung im Anschluss zu verlegen. Dem entgegnete Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL): "Unsere Bürger haben das Recht, mitzudiskutieren. Denn eines kann man nicht: Die Bevölkerung außen vor lassen." Hänjes' Antrag wurde abgelehnt, stattdessen kam es zu einer hitzigen Diskussion über die Fusionspläne.

Die JL kritisiert in ihrem Antrag, dass für eine Fusion "keine wirtschaftliche oder rechtliche Notwendigkeit" bestehe. Deswegen legte die Fraktion dem Stadtrat folgenden Antrag vor: "Der Bürgermeister der Stadt Höchstadt wird daher beauftragt, die Interessen der Region in diesem Zusammenhang zu wahren und sich für den eigenständigen Erhalt der Kreissparkasse Höchstadt/Aisch einzusetzen."

CSU-Stadtrat Alexander Schulz wunderte sich über den Antrag der JL, da der Stadtrat für dieses Thema gar nicht zuständig sei und somit jeder Beschluss wirkungslos wäre.


Zahlen und Fakten abwarten

Er forderte dazu auf, die vielen Zahlen über die Kreissparkasse nicht zu verdrehen und erst einmal die Sondierungsgespräche abzuwarten. "Erst auf der Basis der dann vorgelegten Zahlen und Fakten und einer sorgfältigen Abwägung ist eine tragfähige Entscheidung möglich", sagte Schulz. Bürgermeister Brehm nannte dies "eine Zumutung". Er habe alle exakten Zahlen über die Kreissparkasse aus dem Bundesanzeiger.

Obwohl er selbst im Aufsichtsrat der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach sitzt, sei er stolz auf die Kreissparkasse Höchstadt. 160 Jahre Tradition würden es erfordern, über alle Möglichkeiten nachzudenken. Mit 86 Millionen Euro Eigenkapital stünde die Höchstadter Sparkasse weitaus besser da, als manch andere Nachbarbanken, so Bürgermeister Brehm.

Andreas Hänjes (SPD) bezeichnete die Diskussion als "umsonst". Eine solche habe im Stadtrat nichts zu suchen, weil der Landkreis Erlangen-Höchstadt dafür zuständig sei. Deshalb bitte er darum, dem Beschluss nicht zuzustimmen.

Für Irene Häusler (JL), Dritte Bürgermeisterin, die im Verwaltungsrat der Kreissparkasse sitzt, sei es schwierig, als Verwaltungsrätin zu sprechen. Dennoch sei sie dankbar, dass endlich öffentlich über das Thema geredet wird. Sondierungsgespräche seien nicht mit einer Fusion gleichzusetzen, so Häusler. Sie vermisse außerdem, dass keine Diskussion darüber geführt wird, ob man das Geschäftsmodell verändern könnte.

Alexander Schulz (CSU) forderte schließlich, den Beschluss daraufhin abzuändern, dass der Stadtrat vom Antrag der JL Kenntnis nimmt. Zwölf Stadträte sprachen sich für den geänderten Beschluss aus. Neun stimmten dagegen.