Zeichen setzen möchte die Gemeinde Röttenbach auf den verschiedensten Gebieten. Ziel ist es dabei immer wieder, den Ort attraktiver zu machen und die Lebensqualität der Bürger zu verbessern. Jüngstes Beispiel ist das Angebot von Carsharing , ein Projekt, das im Mai starten soll.

"Wir wollen unseren Bürgern die Möglichkeit geben, den Zweitwagen einzusparen", sagt dazu Frank Schulte, Fachbereichsleiter für Familie, Bildung und Soziales im Röttenbacher Rathaus. Carsharing in Röttenbach wird so aussehen, dass auf dem Platz vor dem Rathaus ein Auto steht, das von den Röttenbacher Bürgern genutzt werden kann, wenn sie es brauchen. Natürlich wird es sich dabei um ein Elektrofahrzeug handeln, die notwendige Ladestation ist bereits vorhanden.

Vertrag mit Anbieter Mikar

Schulte hat das Carsharing-Projekt für Röttenbach ausgearbeitet und samt aller Details dem Gemeinderat präsentiert. Der hat es in seiner jüngsten Sitzung abgesegnet. Angedacht ist zunächst einmal ein zweijähriger Testlauf. Dafür wurde ein Vertrag mit der Firma Mikar geschlossen, einem bundesweit tätigen Anbieter von Mietfahrzeugen mit Sitz in Deggendorf.

Die Gemeinde zahlt monatlich 699 Euro an das Unternehmen und bekommt dafür einen Opel Mokka auf den Rathausplatz gestellt. Möchte ein Bürger das Auto mieten, zahlt er 4,50 Euro pro Stunde. Wer das Auto 24 Stunden nutzen möchte, ist mit 35,90 Euro dabei. Die Mietpreise hat der Gemeinderat festgelegt.

Carsharing kostet 4,50 Euro pro Stunde

Das Prozedere der Anmietung ist laut Schulte "einfach gelöst". Man lädt sich die App der Firma aufs Smartphone und ab geht es. Die Zeit läuft, sobald das Auto an der Ladestation abgesteckt wird. In den 4,50 Euro pro Stunde sind alle Kosten für den Bürger enthalten, auch eine Vollkaskoversicherung. Für die gefahrenen Kilometer wird nichts extra berechnet.

Die Gemeinde Röttenbach will mit dem Carsharing-Angebot nicht nur einen Beitrag zur -Reduktion leisten, es soll auch Verkehrsraum frei werden . Bewusst habe man für Abholung und Rückgabe das Gemeinschaftsautos einen zentralen Standort gewählt, sagt Schulte. Und man wolle damit auch die Lücke zwischen dem Individualverkehr und den Buslinien des ÖPNV schließen. Für Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) sind die auf die Gemeinde zukommenden Kosten vertretbar.

Keine Goldgrube für die Kommunen

Geld verdienen lässt sich mit Carsharing für die Kommunen nicht. Diese Erfahrung hat Herzogenaurach gemacht, wo die Herzo Werke seit 2017 ein Carsharing-Modell laufen haben. Das Elektroauto haben die Herzo Werke selbst angeschafft. "Wir wollen damit einen Beitrag zur -Reduzierung leisten", sagt Herzo-Werke-Geschäftsführer Jürgen Bauer.

Das Fahrzeug , das in Herzogenaurach im öffentlichen Parkhaus an der Schütt an einer Ladesäule stationiert ist, war im Jahr 2019 zu 30 Prozent ausgelastet. Im vergangenen Corona-Jahr seien die Buchungen aber auf 20 Prozent eingebrochen, berichtet Bauer. Wer das Herzogenauracher Auto mieten möchte, zahlt 1,25 Euro pro Stunde, plus gestaffelt 19 bis 37 Cent pro gefahrenen Kilometer. Um die Nachfrage zu decken, reiche bisher das eine Auto , sagt der Geschäftsführer.