"Als ich damit angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich es so lange machen würde", erzählt Elisabeth Seubert. Und doch sind es mittlerweile 25 Jahre, in denen sie Tag für Tag dafür sorgt, dass die Fetzelhofener ihren FT bekommen. Um fünf Uhr früh steigt sie auf ihr Fahrrad und macht ihre Runde durch das Dorf. Eine dreiviertel Stunde braucht sie normalerweise dafür.

Selbst eisige Temperaturen und Glatteis können sie dabei nicht aufhalten. Denn dann lässt sie ihr Fahrrad stehen, zieht ihre Spikes an und macht sich dick eingepackt auf den Weg. "Nur einmal musste ich wegen Glatteis abbrechen. Das Kopfsteinpflaster am Dorfplatz war einfach zu gefährlich. Aber da haben die Leute ihre Zeitung eben einmal zwei Stunden später bekommen", erzählt die 51-Jährige.

Elisabeth Seubert ist durch ihre tägliche Runde abgehärtet: "Heuer war der Winter nicht so schlimm, es waren ja gerade mal minus 18 Grad." Trotzdem sind ihr die warmen Jahreszeiten deutlich lieber. "Das Frühjahr und der Sommer sind immer super. Da zwitschern die Vögel und ansonsten hab ich meine Ruhe", sagt die gebürtige Oberwinterbacherin.

Doch ab und zu wird ihre morgendliche Ruhe gestört. Denn öfters begegnet sie in den Morgenstunden freilaufenden Hunden. Wegen ihrer Angst vor Hunden, hat sie dabei jedes Mal ein ungutes Gefühl. Auch wenn ihr in ihrer Zeit als Zustellerin noch nie etwas passiert ist und es noch nie zum Einsatz kam - zur Beruhigung hat sie immer ein Pfefferspray in ihrer Tasche.

Wenn Elisabeth Seubert nach ihrer Runde nach Hause kommt, frühstückt sie erst einmal, liest ihre Zeitung und dann geht es ab in den Stall, erzählt die Hobbylandwirtin.

Schwer fällt es ihr nie, früh aufzustehen, sagt Elisabeth Seubert. "Ich bin froh, dass ich gesund bin und jeden Morgen aufstehen kann", sagt sie.

Und wenn sie doch einmal ausfällt, springt ihre Familie ein. Dafür, dass all das seit 25 Jahren so reibungslos funktioniert, bedankte sich am Donnerstag Christian Martin vom Zustellservice des Fränkischen Tags und überreichte Elisabeth Seubert einen Geschenkkorb, eine Urkunde und ein Geldgeschenk. "Von ihrer Sorte bräuchten wir noch mehr Leute", lobt er. Von Sabine Besslein