Es war windig, es war kalt. Aber Edmund Lenz hatte sichtlich Freude an seiner Arbeit am Donnerstagvormittag. Denn er tut sie der Störche wegen.

Jährlich rückt er kurz vor der Brutzeit mit einer Drehleiter der Feuerwehr aus, um zwei Horste in der Höchstadter Innenstadt zu säubern. Sie befinden sich auf den Dächern der Alten Mälzerei und des Alten Rathauses. Dann kommt all der Mist, der sich im vergangenen Jahr angesammelt hat, hinaus und wird ersetzt durch Hackschnitzel.

"Im Zentrum des Horstes wird alles bis zum Boden entfernt", erklärt Lenz. Dabei entfernt er neben dem Mist auch die alten Hackschnitzel - und Plastik. Ob Strohhalme oder Plastikstränge, oben auf den Dächern der Stadt findet sich auch Müll. "Die Störche verheddern sich darin, das ist ganz gefährlich", sagt Lenz. Der Plastikmüll sei heuer aber weniger gewesen als in den vergangenen Jahren.

Regen stellt Gefahr dar

Anschließend füllt Lenz die Nester wieder mit neuen Hackschnitzeln auf und belegt sie mit Stroh. Das Holz sei deshalb so wichtig, weil es wasserdurchlässig ist. Die Störche, erklärt Lenz, treten über das Jahr hinweg den Boden fest.

Der Horst wird wasserundurchlässig und es sammelt sich bei viel Regenwasser darin. Brüten die Störche nun, sterben die Jungen. Die Küken unterkühlen sich.

Um dem vorzubeugen, steigt Storchenliebhaber Lenz seit 30 Jahren auf die Dächer der Stadt. Zwei von vier Küken seien vor der Aktion gestorben, nun würden deutlich mehr überleben.

Storchen-Region Aischgrund

"Wir sind die Region mit der größten Storchendichte", sagt Lenz stolz. Seit vielen Jahren dabei ist auch Feuerwehrmann Johannes Tohol.

Er fährt Lenz mit der 30 Meter langen Drehleiter in die Höhe. Auch er stellt fest: "In den letzten Jahren sind immer mehr Nester dazugekommen." Aktuell gibt es acht Nester.

Und damit die Population auch weiterhin so hoch bleibt, rückt Edmund Lenz jedes Frühjahr aus - mit Engagement und Leidenschaft.