Chöre, Ensembles und Solisten des Herzogenauracher Gymnasiums sorgten bei ihrem Weihnachtskonzert mit einem über zweistündigen niveauvollen Programm für einen herausragenden Abend.
Bereits zu Beginn wiesen die moderierenden Gymnasiasten auf den Höhepunkt des Abends hin, die Uraufführung "For those who live in our Hearts" des 16-jährigen Komponisten Florian Grzeschik. Der Gymnasiast dirigierte sein Werk selbst und widmete das Stück denjenigen, die uns nahe standen und nur noch in unseren Herzen weiterleben. Der Beifall am Ende war frenetisch, nicht nur von den Besuchern, sondern auch vom mitwirkenden Chor und vom Orchester. Es war bereits die zweite Uraufführung des jungen Komponisten, beim Sommerkonzert wurde das Stück "Across the Ocean, op.
7" aufgeführt.
Traditionell stimmte das Blechbläserensemble mit "O little Town of Bethlehem" und "The first Noel" sowie " It came upon the Midnight clear" auf den Abend ein. Hochmotiviert und bestens vorbereitet gefiel das Vororchester mit weihnachtlichen Weisen, und die musikalischen Akteure wussten den Kirchenraum souverän zu nutzen. Auch später im Programm überzeugte das Blechbläserensemble mit den festlichen Stücken bei "Musica festa", begleitet vom Schlagzeug.
Zwischendurch gruppierten sich zehn Kinder der fünften Jahrgangstufe um Ronald Scheuer und das Klavier, um mit "Wer klopfet an" und "Jingle Bells" sowie "Rudolf the rednosed Reindeer" frisch und munter die Vorfreude auf Weihnachten auszudrücken. Einen Ohrenschmaus servierten Nicole Wolfrum, Elvira Serejo-Kunz, Uta Hacker und Fabian Martens mit "Andante cantabile" von Peter Tschaikowski, bei dem Kilian Hacker als Solist brillierte. Der Chor aus der sechsten bis zehnten Jahrgangsstufe offenbarte sich mit "May the Lord send Angels" und "I will follow him" als Talentschmiede, und die Solistinnen setzten dabei Glanzlichter im Gesamtgemälde.


Orgelspiel auf höchstem Niveau

Ein echter Hörgenuss war auch das Vokalensemble mit Bandbegleitung mit "When you believe" und "All I want for Christmas is you", das ebenso wie die übrigen musikalischen Akteure ein beeindruckendes Niveau der schulischen Musikpraxis bewies. Beim "Klarinettenkonzert Nr. 3" von Carl Stamitz brillierte Felix Fechner aus der Q12, und der stürmische Beifall am Ende von Orchester und Publikums schien ihn etwas verlegen zu machen. Der junge Ludwig Orel ist bekanntlich ein großes Talent an der Orgel, und das Publikum genoss die höchst anspruchsvolle "Triosonate Es-Dur" von Johann Sebastian Bach. Beeindruckend, mit welch spielerischer Leichtigkeit Ludwig Orel die schwierig eingestufte Orgelmusik interpretierte. Ebenso wohltuend im Klang verwöhnte dann das Männerensemble mit "Es kommt ein Schiff geladen", einem der ältesten Adventslieder.
Eingangs des Konzerts hatten die Moderatoren ein furioses Ende versprochen, und so setzte der Oberstufenchor den musikalischen und stimmungsvollen Schlusspunkt. Beim "Gospel Oratorio" kam Gänsehaut-Feeling auf. Das berührende und zugleich groovige Werk verbindet die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium mit Songs und Gospels sowie Texten im Sinne eines Oratoriums. Beim letzten Stück "Gloria - Laudamus te - Gloria" brillierten noch einmal Chor und Orchester sowie die Solistinnen Miriam Novotny (Q11) und Madeleine Welker (Q12). Zum Abschied sangen die Akteure und die Besucher gemeinsam "O du fröhliche, O du selige".
Ob Positionswechsel, Solo-Auftritte oder die Ansage des nächsten Themen-Blocks, ob Choreinsätze oder der Wechsel von Gesang zu Instrumentalpassagen, alles vollzog sich in ruhiger Präzision. Dem gesamten Ablauf war der große Aufwand an ernsthafter Probenarbeit anzumerken.