Diese Diskussion in der Innenstadt wird wohl nie enden: Gibt es genügend zentrumsnahe Parkplätze und sind sie attraktiv genug? Jetzt unternehmen die Freien Wähler einen erneuten Vorstoß, um die Situation zu verbessern. Sie beantworten die Fragen zweimal mit Nein und haben auch schon gleich Verbesserungsvorschläge parat. Diese sollen in einen Antrag der Fraktion an den Stadtrat münden.

Die Stadträtinnen Birgit Süß und Inge Weiß haben gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Hans Herbert Welker die Innenstadt unter die Lupe genommen und nach Alternativen Ausschau gehalten. Seit dem Wegfall des Hubmann-Parkplatzes durch den Rathausneubau - "dem letzten Schlag gegen das Innenstadtgewerbe" - sei die Parkplatznot noch größer geworden, stellt Birgit Süß fest. Von der Verwaltung werde diese Not aber seit Jahren ignoriert, inzwischen gebe sie gar den Rufen nach autofreien Zonen nach.

Schnelle Abhilfe

Dabei gäbe es Sofortmaßnahmen, die kein Geld kosten und schnelle Hilfe versprechen, meinen die beiden Stadträtinnen. Zum einen könnte der Anwohnerparkplatz an der Edergasse (Rahmberg) tagsüber für zwei Stunden freigegeben werden. Für Kunden der Innenstadt-Geschäfte wäre das ein erheblicher Vorteil. Das ließe sich ganz leicht realisieren, meint Inge Weiß. "Der Platz ist halb leer", sagt sie. Man bräuchte nur Wegweiser, um die Kunden von außerhalb auf den doch etwas "versteckten" Parkplatz aufmerksam zu machen.

Als zweite Sofortmaßnahme bringt Birgit Süß den Hubmannparkplatz selbst ins Spiel, zumindest am Randbereich. Am Bretterzaun auf der Seite zum Steinweg wären noch genügend Längsparkplätze möglich, meint sie. Und selbst auf dem großen Areal müssten nicht immer die Privatautos von Baustellenarbeitern parken. Süß: "Da könnten je nach Fortschritt der Baustelle immer wieder temporär Stellflächen abgetreten werden."

Und noch ein Punkt ist den Antragstellern wichtig: Die Regelung der halben kostenfreien Stunde reiche nicht aus. Warum könne man das nicht auf kundenfreundliche zwei Stunden erweitern? Das würde den Bürgern ermöglich, gleich mehrere Gänge zu erledigen.

Beide Stadträtinnen sind Geschäftsfrauen in der Innenstadt. Für Optikerin Inge Weiß ist die halbe kostenfreie Stunde zu wenig. Sie erinnert sich an ein Gespräch älterer Kundinnen in ihrem Geschäft. "Eigentlich wollten wir noch was essen gehen", sei geäußert worden. Eine halbe Stunde reicht da nicht.

Vorbild Wasserburg

Solche Äußerungen kommen auch Birgit Süß, Friseurin im Steinweg, immer wieder zu Ohren. Wenn man nach dem Arzt oder Friseur oder Einkauf noch ins Café möchte, brauche es schon mehr Zeit. Dabei wären zwei Stunden kostenlos doch kein Problem, meint Birgit Süß und könnte sich auch längere Zeiten vorstellen. Sie verweist auf ein Beispiel aus Wasserburg am Inn, wo man im Innenstadt-Parkhaus vier Stunden kostenfrei parken dürfe. Das komme bei den Kunden hervorragend an, zitiert sie einen Post auf Facebook.

In Herzogenaurach aber würden die Kunden an den Stadtrand vertrieben, wo es genügend Parkplätze gebe. Und das, obwohl es viele Besucher und Kunden der Innenstadt gebe, die sich bitter beschweren. Nichtsdestotrotz würden Parkmöglichkeiten und Zeiten eingeschränkt, ohne Ersatz zu schaffen. Die Verödung der Innenstadt werde von der Verwaltung in Kauf genommen und mit irgendwelchen Studien erklärt, kritisiert Süß.

Politik ändern

Deshalb der Antrag. "Wir wollen hier eine Politikänderung, die Kunden für die Innenstadt zurückgewinnen, dem Innenstadtgewerbe die Kundenparkplätze zurückgeben und den Kundenzugang fördern. Durch Sofortmaßnahmen kann geholfen werden", schreiben die Freien Wähler.