Zahlreiche Narren hielten am Samstagabend auch in Adelsdorf Einzug. Schließlich hatte der CSU-Ortsverband zu seiner traditionellen Prunksitzung in die örtliche Aischgrundhalle eingeladen, wo er mit einem bunten Programm für alle Faschingsfreunde aufwartete.
Eröffnet wurde die "fünfte Jahreszeit" pünktlich um 19.07 Uhr durch die Bambinigarde des KC Röttenbach. In orientalischen Kostümen tanzten 23 junge Mädchen in ihrem ganz eigenen Jeannie-Haus um Aladdins magische Flasche. Bei Tarkans berühmtem Hit "Kiss Kiss" entzückten die kleinen Tänzerinnen ihr Publikum dann mit ihrem fast schon routinierten Hüftschwung.
Durch den Abend führte im Anschluss Organisator und CSU-Ortsvorsitzender Hans Mönius mit Uta Möller. Gemeinsam begrüßte das Moderatorengespann neben dem "Gemeinen Siebenerrat" auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kirche. Schon beim zweiten Programmpunkt bekam dessen Spezies sprichwörtlich ihr Fett weg. Der erst 16-jährige Stefan Hertel aus Büchenbach, der kurzfristig die "Tagesthemen" der JU im Programm ersetzte, nahm in seiner kurzweiligen Büttenrede kein Blatt vor den Mund. Der Gymnasiast verunglimpfte nicht nur Ministerpräsident Horst Seehofer und die bayerische Schulpolitik, sondern nahm auch den mittelfränkischen Fußballexport Lothar Matthäus aufs Korn.
Nachdem er unter seinen eigenen, finanziellen "Rettungsschirm" geflüchtet war, zeigte sich der junge Mann beim Thema Franken ganz in seinem Element. So erkor er Fränkisch nicht nur kurzerhand zur "Sprache Gottes", sondern präsentierte sich auch in anderen Dialekten, wie Sächsisch und Bayerisch, heimisch und hatte so die Lacher schnell auf seiner Seite. "Es ist dem Herrgott zu verdanken, das Beste der Schöpfung sind wir Franken", schloss er seine Verse schließlich ab.
Für den jungen Nachwuchskomödianten sind Auftritte wie der in Adelsdorf bereits Routine. "Ich mache das Ganze schon seit zehn Jahren", erklärt der Schüler. Während er zu Beginn noch mit seiner älteren Schwester vor Publikum auftrat, nimmt er heute alle Auftritte alleine wahr. Ungewöhnlich für sein Alter ist dabei die Begeisterung für ein ganz bestimmtes Themengebiet. "Bevorzugt spreche ich über Politik. Mein Ziel ist es, Politiker aus Sicht der Jugendlichen vorzuführen", so der 16-Jährige. Erst seit kurzem ist Simon mit seinem aktuellen Programm "Die Franken" unterwegs. Notizen braucht er keine - auch nicht bei seinen vielen weiteren Auftritten, welche er am vergangenen Wochenende in der Region absolvierte.
Bis kurz vor ihrer Darbietung probten die Schwestern Christina und Michaela Sörgel ihren Schautanz ein und begeisterten das Adelsdorfer Publikum dann auch mit Akrobatik auf hohem Niveau, bevor die 16 Jahre alte Bianca Dürrbeck ihrem Ruf als bestes Tanzmariechen Mittelfrankens alle Ehre machte.
Die zweite komödiantische Einlage des Abends lieferte Willi Dennerlöhr. Nicht in gewohnt fränkischer Manier, sondern als "Scheich Abdullah aus dem Heiligen Land" betrat er in diesem Jahr die Bühne. In seiner neuen Rolle machte ihm vor allem der arabische Frühling und die Frauenbewegung Arabiens zu schaffen. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, auf aktuelle Geschehnisse aus der Region einzugehen. Thematisiert wurden unter anderem Forchheim (der "Nahe Osten") sowie der mysteriöse Mauereinsturz auf dem Gelände des TSV Höchstadt. Sogleich fand Dennerlöhr alias "Der Scheich" einen Schuldigen für den Vorfall. "Der Torwart hat beim Freistoß die Mauer falsch gestellt." Aber auch Dennerlöhrs Adelsdorfer Kollege, der "Sultan Eukalyptusfabrikant" und "Emir Fischkal" sorgten für Heiterkeit.
Das "Klagelied eines Ehemannes" sang Hans Schuh. Der Adelsdorfer sprach wohl vielen anwesenden männlichen Kollegen aus der Seele, als er sagte: "Wir Männer haben einfach einen schweren Stand." Nach einer kurzen Pause philosophierte Irmi Dangel als "Die Putzfrau" über die Mid-Life-Crisis.
Ein absolutes Highlight für einen Großteil der Besucher stellte der Auftritt von "Moni und Willi" dar. Die beiden waschechten Adelsdorfer empfingen bekannte Gesichter der Gemeinde im Himmel und rechneten mit so manchem Zeitgenossen humorvoll ab.
Gardetanz-Einlagen sowie Playback-Auftritte der legendären "Aascher Faschingskracher" rundeten den abwechslungsreichen Abend nach rund fünf Stunden ab. Schon jetzt freuen sich Veranstalter und Besucher auf das kommende Jahr, wenn die CSU zum 15. Mal zur Prunksitzung lädt und sich somit auf ein kleines Jubiläum freuen kann. "Die Röttenbacher sollen sich das für das kommende Jahr vormerken - der letzte Samstag im Januar gehört uns", schmunzelte Hans Mönius mit einem Blick in die benachbarte Gemeinde, wo am Samstagabend die zweite Prunksitzung des KCR stattfand. Dem Erfolg der Adelsdorfer tat das jedoch keinen Abbruch. Genau wie in den Vorjahren war die Veranstaltung ausverkauft.