Unter dem Titel "Verlassene Orte" eröffneten Bürgermeister German Hacker (SPD) und Helga Speth, Vorsitzende des Fotoclubs Herzogenaurach, die mittlerweile fünfte Ausstellung in den Räumen der VR-Bank. Hacker erinnerte in seinem Grußwort an die derzeit laufende Ausstellung "Die verschwundenen Orte" im Stadtmuseum. Während die ausgewählten Bilder in der Bank verlassene und dem Verfall preisgegebene Gebäude oder Dörfern zeigen, geht es im Museum um die veränderte Kulturlandschaft, wenn sie von Menschen verlassen wurde.

Die Mitglieder des Fotoclubs zeigen Aufnahmen von außergewöhnlichen und verlassenen Orten bis hin zu raffinierten Detailaufnahmen. "Unser Mitglieder haben weder Kosten noch Mühen gescheut und sind nach Afrika, USA, La Palma, Berlin, Erlangen und Burgstall gereist, um die reizvolle Schönheit des Verfalls einzufangen", erklärte die Vorsitzende bei der Eröffnung. Die erwähnten Reisen nach Burgstall und Erlangen sorgten natürlich für Heiterkeit bei den mehr als 50 Besuchern, zumal Fotoclub-Mitglied Eberhard Scholten in Burgstall wohnt.
Harald Brey, Peter Bier und Anke Butawitsch haben in der Nähe von Berlin in den verlassenen Heilstätten von Beelitz Aufnahmen von magischer Schönheit erstellt. Sie dokumentierten mit ihren Fotos, wie der Verfall eines Gebäudes eine besondere Farben- und Strukturvielfalt hervorbringen kann. "Die Zeit war hier der Künstler, wir Fotografen sind die Nutznießer" sagte Helga Speth dazu.

Türen als Zeitzeugen

Gerade in südlichen Ländern finde man immer auch Dörfer, in denen viele Häuser verlassen und dem Verfall preisgegeben sind. Helga Speth findet es schade, wenn man nicht hinein darf und sich mit der Außenansicht begnügen muss. "Doch gerade Türen und Fenster können dann zu interessanten Zeitzeugen werden und das nicht nur in südlichen Ländern, man findet auch in Herzogenaurach einige ähnliche Motive", erzählte die Vorsitzende aus eigenen Erfahrungen. Horst Bucher hatte das Glück, in Afrika eine verlassene Ortschaft zu finden, die der Fotograf dann gekonnt in Szene setzen konnte.

Speth berichtete über die Arbeitsweise der Fotografen. Wenn man einmal so ein Thema im Kopf hat, sehe man plötzlich überall diesen pittoresken Verfall. Selbst bei einem Spaziergang durch die eigene Heimat komme einem das ein oder andere Objekt vor die Linse, wie Eberhard Scholten mit seinen in Burgstall entstandenen Aufnahmen zeigt. So kann auch ein aufgegebenes Gefängnis zur Kulisse für interessante Bilder werden, wie Christine Shaaban mit ihren Aufnahmen beweist. Und Ernst Neumeier dokumentierte mit seinen Aufnahmen das definitive Ende eines abgebrannten Hauses.

Zu sehen sind die Bilder noch bis 9. Juli während der Öffnungszeiten der VR-Bank in der Hinteren Gasse.