Etwa zwei Wochen liegt die Fällaktion der beiden historischen Säuleneichen im Weisendorfer Ortsteil Oberlindach zurück. Doch die kritischen Stimmen werden nicht leiser und die Diskussionen über die umstrittene Sanierung des Kriegerdenkmals nehmen nicht ab. Sogar Mitglieder des Gemeinderats, wie Christiane Kolbet (Grüne), beschwerten sich in den letzten Tagen über eine rücksichtslose Handlungsweise der Verantwortlichen.
Nun meldet sich auch Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU), der die Abholzung urlaubsbedingt verpasst hatte, zu Wort. Das Gemeindeoberhaupt kann die Aufregung vieler Menschen nicht nachvollziehen: "Es diskutieren viele Leute von außerhalb mit Leserbriefen. Auch in Oberlindach gibt es natürlich kritische Stimmen, aber die Mehrheit der Einwohner wollte es so."
Bereits seit etwa einem Jahr sei die Sanierung des historischen Denkmals Thema im Weisendorfer Ortsteil gewesen. Fast fünf Jahrzehnte lang stand dieses im Schatten der beiden groß gewachsenen Eichen. Eine Ära, die jedoch nicht spurlos an der Steinsäule vorbeiging. "Es ist vermoost und steht schief. Außerdem kann man die Schrift ja fast gar nicht mehr lesen", beschreibt Tritthart den schlechten Zustand des Denkmals.

Gemeinderat wusste Bescheid


Also musste gehandelt werden: Auf Anfragen einiger Oberlindacher rief Alexander Tritthart im Frühjahr eine Bürgerversammlung ein, die sich mit den Sanierungsplänen beschäftigte. Das Interesse der Öffentlichkeit ließ laut dem Bürgermeister allerdings zu wünschen übrig, denn nur zwischen 20 und 30 Menschen nahmen an der Versammlung teil. "Es wird immer bemängelt, dass wir unsere Bürger zu selten fragen. Dabei haben wir explizit zu dem Thema eine Abstimmung durchführen lassen. Die klare Mehrheit war für die Arbeiten."
Des Weiteren sah Bürgermeister Alexander Tritthart das Sanierungsprojekt als Gemeinschaftsaktion an. Schließlich hatten zuvor bereits andere Ortsteile aus der Region ähnliche Denkmalarbeiten vorbildlich verrichtet. "In Reuth und Buch sind die Dorfgemeinschaften ähnliche Sanierungen zusammen angegangen." Dort hätte es allerdings derartige Unruhen wie im Fall der Oberlindacher Säuleneichen nicht gegeben.

Tritthart weist Vorwürfe von sich


Insofern weist der Weisendorfer Bürgermeister auch diverse Vorwürfe der Grünen-Politikerin Christiane Kolbet zurück. Diese hatte Tritthart "selbstherrliche Alleingänge" unterstellt und sich beschwert, dass der Gemeinderat hintergangen wurde.
Doch der Rat ist laut dem CSU-Politiker sehr wohl informiert gewesen. Im Haushaltsentwurf für 2012 waren sämtliche Kosten der Sanierungsarbeiten aufgeführt. "Der Haushaltsentwurf für Weisendorf ist eineinhalb Seiten lang und jedes Gemeinderatsmitglied bekommt ihn. Da geh' ich doch davon aus, dass das jeder liest", bemängelt Tritthart.
Neben dem Gemeinderat wurde aber auch das Landratsamt informiert. Der zuständige Sachgebietsleiter für Gartenbau, Paul Rothmund, wusste von dem Unterfangen der Oberlindacher Bescheid und unterstützte Tritthart in dessen Vorgehensweise.
Umso mehr sieht sich dieser im Recht: "Herr Rothmund sieht das wie ich auch: Dass wir die beiden Bäume fällen mussten, ist sehr schade, aber auch notwendig gewesen."