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Höchstadt a. d. Aisch
Freizeit

Fachleute in Höchstadt: So fährt man sicher auf dem Fahrrad

Wenn die Temperaturen steigen, steigen auch immer mehr Leute auf ihr Fahrrad. Die Polizei Höchstadt erklärt, wie man sicher unterwegs ist.
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Fahrradfachmann Thomas Warti empfiehlt, Scheibenbremsen einmal im Jahr prüfen zu lassen. Foto: Niklas Schmitt
Fahrradfachmann Thomas Warti empfiehlt, Scheibenbremsen einmal im Jahr prüfen zu lassen. Foto: Niklas Schmitt

Wenn das Wetter wieder besser wird, fahren immer mehr Leute mit dem Rad. Sei es in der Stadt oder zu ausgiebigen Touren durch den Aischgrund. Dabei sollte sich aber zunächst um die Sicherheit gekümmert werden, damit der Fahrspaß im Vordergrund steht.

Dominik Paucke, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Höchstadt, weist grundsätzlich auf die richtige Ausrüstung hin. Manche Mountainbikes oder Rennräder seien ab Werk nicht komplett ausgestattet. Diese müssten dann vom Fahrer selbst noch in einen verkehrssicheren Zustand gebracht werden.

Licht anschalten ist wichtig

Neben den funktionierenden, unabhängig voneinander wirkenden Bremsen sind vor allem Licht und Reflektoren wichtig. Auch eine Klingel ist in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben, muss also ebenso angebracht werden. Der Höchstadter Fahrradhändler Thomas Warti empfiehlt, vor allem die Bremsen einmal im Jahr vom Fachmann überprüfen zu lassen. Ältere, mechanische Bremsen könnte man vielleicht noch selbst nachjustieren, das sei aber bei den Scheibenbremsen nicht mehr so leicht möglich. Speziell die Öldruckbremsen müssten fachgerecht durchgesehen werden. Warti sagt: "Dann auch schauen lassen, ob die Gangschaltung funktioniert, damit man auch Freude am Fahren hat."

Ein anderes wichtiges Thema ist das Licht. "Viele haben entweder kein Licht oder das Licht nicht angeschaltet", sagt Paucke. Dafür hat er wenig Verständnis, denn im Auto würde man ja auch nicht ohne Licht fahren. Er nennt die Faustregel, dass wenn die Straßenbeleuchtung angeschaltet sei, man auch sein Fahrradlicht anschalten sollte.

Der Fahrradhändler erklärt den Unterschied zu älteren Beleuchtungssystemen am Rad. "Den Dynamo spürt man nicht mehr beim Fahren." Das trifft auf die immer gängigeren Nabendynamos zu. Dann sei es nur eine Frage der Stärke der LED-Lampe, die danach ausgesucht sein sollte, ob man viel an dunkleren Tageszeiten unterwegs ist.

Zwar nicht explizit vorgeschrieben, aber nicht weniger wichtig sind noch andere Dinge. "Das Fahrrad muss gut gepflegt sein", so der Polizist. Das heißt, die Reifen sollten aufgepumpt sein, die Speichen festgezurrt und auch die Kette manches Mal überprüft werden, denn die würde gerne reißen. Das bestätigt auch Warti. "Immer schön auf den Luftdruck achten", dann gebe es nicht nur weniger Rollwiderstand, die Reifen hielten auch länger.

Unter die nicht vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen gehört unter anderem der Helm. Paucke empfiehlt das Tragen ganz ausdrücklich. Schließlich müsse man, um einen Unfall zu haben, nicht unbedingt selbst einen Fehler gemacht haben. Da sei es einfach wichtig, dass man sich für den Fall des Falles richtig schützt.

Das habe sich aber gebessert, meint Paucke. "Wir sehen schon, dass es mehr wird, wir sind aber noch weit davon entfernt, eine flächendeckende Nutzung eines Helms zu haben." Der Polizist sieht auch am vermehrten Tragen eines Helms bei Skifahrern, dass es auch ohne Pflicht geht.

Mit Handy kann es teuer werden

Ist das alles erledigt, kann man sich getrost mit dem Rad in den Verkehr trauen. In Höchstadt, so Paucke, gebe es keine neuralgischen Stellen, an denen es vermehrt zu Fahrradunfällen komme, wobei natürlich jede Kreuzung oder Einmündung besondere Aufmerksamkeit erfordert. Nur an Wochenenden sei es durch das erhöhte Verkehrsaufkommen durchaus etwas gefährlicher. Da ist dann eine gesteigerte Aufmerksamkeit notwendig.

Auffällig in den letzten Jahren ist ein Anstieg der Nutzung eines Handys auf dem Fahrrad. Die größte Gefahr dabei sei vor allem, dass der Fahrer von der Spur abkomme und andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährde.

55 Euro kostet es, wenn die Polizei einen Radfahrer mit Handy am Ohr oder in der Hand erwischt. Zum Vergleich: Fährt man ohne eingeschaltetes Licht, kostet das mittlerweile 20 Euro - "keine ganz geringe Ordnungswidrigkeit".

Betrunken gefahren

Schwerpunktkontrollen für Radfahrer hätten bisher nicht stattgefunden, seien aber im Bereich des Möglichen. "Wir kontrollieren das im Rahmen der Streifen", sagt Paucke.Es wird aber mehr geprüft. Eine weitere Unfallursache ist auch das Fahren, nachdem Alkohol getrunken wurde. Alkoholeinfluss führe zu geringerer Aufmerksamkeit und längerer Reaktionszeit, so der Polizist. "Es gibt für Fahrradfahrer keine Promillegrenze", so Paucke, ab 1,6 Promille gilt man generell als fahruntüchtig. Dennoch kann man belangt werden, wenn es bei geringeren Mengen Alkohols im Blut zu Ausfallerscheinungen kommt. Wird man erwischt, folgt eine Anzeige und eine Mitteilung an die zuständige Behörde. "Weitere Maßnahmen obliegen der Fahrerlaubnisbehörde."

Damit auch Kinder sicher in den Verkehr starten, wurde nach den coronabedingten Absagen nun auch wieder die Verkehrserziehung an Schulen aufgenommen, so Paucke. Zuständig dafür ist Pauckes Kollegin Michaela Rosenthal.

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