"Wir wollen kein Braten und keine Rouladen, aber ein halber Karpfen kann uns nicht schaden", so lautet eine Textzeile des Karpfenliedes, das bereits seit 1999 Bestand hat. Am Donnerstagabend haben es Martin Oberle und Regina Dukart wieder angestimmt, um die neue Karpfensaison einzuläuten.
Mit einem Drei-Gänge-Menü wurden die Gäste aus Politik in der Fischerstube in der Fortuna Kulturfabrik den ganzen Abend über verwöhnt. So gab es zur Vorspeise allerlei Kaltes vom Karpfen, während Karpfenfiletstreifen und verschiedene Salate als Hauptgang serviert wurden. Zum Nachtisch gab es dann noch eine Schokoladencreme. Für die Gäste waren Essen und Getränke an diesem Abend kostenlos. Veranstalterin Regina Dukart hat mit ihren Kollegen bereits im Voraus Sponsoren gesucht, die diesen Abend unterstützen. So beteiligte sich der Blaue Löwe, Zum Löwenbräu, das Brauhaus Höchstadt, die Gaststätte Prechtel aus Uehlfeld, der Fisch Jakob und das Gasthaus 3 Kronen.


Region arbeitet gut zusammen

Auch an der großen Beteiligung der Sponsoren merkt man, dass die Region in Sachen Karpfen gut zusammenarbeitet. "Es ist wichtig, dass wir in der ländlichen Region zusammenstehen", erklärt erster Bürgermeister Gerald Brehm (JL). So konnte man in den vergangenen Jahren die Gastronomen in der Region überzeugen, nur noch Aischgründer Karpfen zu verkaufen. "Wir haben noch viele Möglichkeiten, diese Region weiterzuentwickeln", sagt Gabi Schmidt (FW). Demnach sei es wichtig, sich mit anderen Landkreisen weiter zu verknüpfen.
Daran arbeitet bereits Regina Dukart. Sie plant einen Teichkulturpark. Das sollen kleinere Erholungsstätten werden, die sich insgesamt über drei verschiedene Landkreise ziehen. An den einzelnen Standorten soll es unter anderem einen Grillplatz oder einen Schauteich geben. Aktuell sei man mit 17 Gemeinden, darunter auch Höchstadt, Adelsdorf, Vestenbergsgreuth und Uehlfeld, in Kontakt, die Interesse an dem Projekt zeigen. Wichtig sei dabei aber auch der Sport: Man möchte Angebote zum Wandern und Radfahren installieren. Über sogenannte "Points of Interest" soll an Infosäulen über die Geschichte und Wissenswertes informiert werden. So soll ein "spielerisches Lernen", so Dukart, für alle Altersgruppen erfolgen. Nun wird ein Arbeitskreis einberufen, der bis November konkrete Pläne festsetzen soll.
Ein Plan der LAG Aischgrund (Lokale Arbeitsgruppe Aischgrund) ist es, die Jugend im Teichwirtschaftsbereich zu stärken. "Wir müssen versuchen, die Teichwirte so zu fördern, dass es sich lohnt", erklärt Dukart. Im Umkehrschluss erhofft sie sich dann wieder größeres Interesse bei den Jugendlichen. Weiter sagt sie: "Wir wollen für die Teichwirte einen höheren Preis durchsetzen".


Otter macht zu schaffen

Heuer hatten es diese wieder etwas schwieriger. Die Teiche sind nicht ganz vollgelaufen, teilweise seien Weiher komplett leer geblieben. Außerdem machen andere Tiere dem Karpfen zu schaffen. Ein bayernweites Problem sei laut Martin Oberle der Fischotter. Vor allem in der Oberpfalz lebe er aktuell noch häufiger. Trotzdem gäbe es auch schon Fälle in Franken. "Wir haben das Gefühl, es schwappt über", erklärt er.
Auch Biber und Kormoran machen den Teichwirten Sorgen. "Die Teichwirtschaft hatte noch nie so große Probleme wie jetzt", sagt Oberle in Bezug auf diese Tiere. Demnach habe man auch viel ausprobiert, um den Karpfen zu schützen. Viele Teiche seien für die herkömmlichen Mittel wie Netze über dem Wasser aber einfach zu groß. Deswegen fordert Oberle: "Diese Tiere müssen reduziert werden". Würde es aber eine andere Möglichkeit geben, den Karpfen zu schützen und Biber und Kormoran trotzdem am Leben zu halten, würde man das laut Oberle gerne tun. Doch diese sehe man aktuell nicht. In Summe sei laut Oberle der Ertrag heuer leicht unterdurchschnittlich.
Trotz der Probleme feierte man am Donnerstag aber gelassen in die Monate mit "R" im Namen hinein, denn der Aischgründer Karpfen bleibt weiterhin ein Qualitätsprodukt. "Ich glaube, es gibt nichts gesünderes und besseres", so Gabi Schmidt. Und wie es im Karpfenlied heißt: "Alle Leute wollen Karpfen aus dem Aischgrund".